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Sonne im Tank, Holz im Griff: So war unser dritter Winter auf 36m²

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- Sibylle & Michi
Hast du es auch gespürt? Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen, die nicht nur die Nase kitzeln, sondern auch endlich wieder richtig Power für unser Haus bringen. Der dritte Winter in unserem KOKOMO House in Muhen ist offiziell Geschichte, und wir ziehen zufrieden – und wie immer ehrlich – Bilanz.
Es ist ein schönes Gefühl zu merken, dass wir keine Neulinge mehr sind. Mittlerweile wissen wir genau, wie unser Haus atmet und wie viel Energie wir wirklich brauchen. [cite_start]Das tägliche Einfeuern des wassergeführten Holzofens gehört aktuell der Vergangenheit an. Dank der zunehmenden Sonnenstunden liefert unsere Solaranlage wieder genug Überschuss für den Tauchsieder im Wasserspeicher. Das bedeutet: warmes Wasser und ein wohlig warmer Raum, ganz ohne dass wir abends den Ofen anwerfen müssen.
Real Talk: Unsere Strom-Bilanz
Wir haben es in früheren Beiträgen schon erwähnt: In den ganz dunklen Wintermonaten hilft uns unser Nachbar mit einer Steckdose aus, da wir keinen festen Anschluss ans Gemeindestromnetz haben. Diesen Winter waren wir insgesamt an 60 Tagen auf diesen "Landstrom" angewiesen:
- 23.11.2025 – 17.1.2026: 55 Tage
- 23.1.2026 – 25.1.2026: 2 Tage
- 29.1.2026 – 1.2.2026: 3 Tage
Insgesamt haben wir 113 kWh bezogen. Das klingt im ersten Moment nach viel für ein Leben auf 36m², hat aber einen einfachen Grund: Über Weihnachten und Neujahr waren wir eine Woche weg. Damit die Leitungen nicht einfrieren, lief in dieser Zeit ein Stromradiator. Das hat die Statistik ordentlich nach oben getrieben.
Seit Februar sind wir über alles gesehen wieder stromautark. Aber der Februar hatte es in sich: Er war nebeltechnisch extrem hartnäckig. Diese graue Suppe hat uns gezwungen, doch nochmals kurzzeitig ans Grid zu gehen. Aber hey, das gehört zum Leben mit den Jahreszeiten dazu!
Licht statt Vordach
Oft werden wir gefragt: «Fehlt euch eigentlich kein Vordach bei der Eingangstüre?» Klar, wenn es mal richtig schifft, wäre es kurzzeitig praktisch. Aber weisst du was? Wir sind noch immer froh, dass wir keines haben. Ein Vordach würde uns wertvolles Tageslicht stehlen, das gerade in den dunklen Monaten so wichtig für das Gemüt ist. Und seien wir ehrlich: Es regnet ja nicht ständig. Für uns gewinnt das Licht jedes Mal gegen die paar Regentropfen.
Wäsche und Luftfeuchtigkeit
Ein grosses Thema im Tiny House ist oft die Feuchtigkeit. Wir haben das mittlerweile gut im Griff. Wäsche trocknen wir, wann immer es geht, draussen – auch im Winter. Wenn sie abends noch klamm ist, kommt sie rein, aber das «Gröbste» ist dann bereits draussen verdunstet. So schleppen wir nicht unnötig viel Feuchtigkeit ins Haus. Kombiniert mit unserem eisernen Rhythmus – dreimal täglich stosslüften – haben wir absolut keine Probleme. Auch wenn das Lüften bei Minusgraden Überwindung kostet, es lohnt sich!
Die Holzreserve passt
Nach drei Jahren haben wir den Dreh beim Heizen raus. [cite_start]Wir verbrauchen pro Winter etwa 1,5 Ster Holz. In diesem Jahr gab uns die Erfahrung eine grosse Gelassenheit: Wir wussten genau, dass unser Vorrat reicht. Kein Zittern, ob wir mitten im Februar noch eine Express-Holzlieferung organisieren müssen. Diese Sicherheit macht den Winter im Tiny House deutlich entspannter.
Jetzt freuen wir uns riesig darauf, dass es draussen wieder heller und freundlicher wird. Der Garten wartet schon auf uns!
Wie hast du den Winter überstanden? Musstest du auch gegen den Nebel ankämpfen? Schreib es uns in die Kommentare!
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