Sommer im Glas: Wenn Reste zu Genuss werden
Zusammenfassung
Erdbeertee aus Strünken, Minz-Eistee ohne Zucker, frischer Orangenmost – drei Sommergetränke, die zeigen: Mit wenig entsteht viel Genuss.
Der Sommer ist angekommen. Nicht nur gefühlt, sondern ganz konkret: auf dem Thermometer, auf der Terrasse, in der Luft. Und mit ihm die Frage, die uns jedes Jahr beschäftigt: Wie trinkt man eigentlich so, dass es sich nach mehr anfühlt als «nur» Wasser – ohne dabei auf Fertiggetränke oder Zucker zurückzugreifen?
Die Antwort kam dieses Jahr in Form einer Schüssel Erdbeeren.
Stammkunden beim Nachbarn
Diese Saison hatten wir besonders viele Erdbeeren im Haus. Unser Nachbar betreibt einen kleinen Hofladen und verkauft dort seine eigenen, frisch geernteten Erdbeeren – und wir sind dort so etwas wie Stammkunden. Man könnte auch sagen: hoffnungslose Fälle. Kaum sind die ersten Körbe draussen, sind wir dabei.
Das Schöne daran: Man weiss, woher die Früchte kommen. Keine langen Transportwege, keine unbekannte Herkunft – einfach frische Erdbeeren vom Feld nebenan.
Was macht man mit Erdbeer-Strünken?
Beim Rüsten wanderten die Strünke – also die grünen Kelche mit dem kleinen Stück Frucht dran – automatisch Richtung Kompost. Bis ein kurzes YouTube-Video von Die Lifehackerin eine andere Idee lieferte: Erdbeertee aus Strünken selber machen.
Genau dem, was wir gerade wegwerfen wollten. Die Idee war so simpel, dass wir uns fragten, warum wir nicht schon früher darauf gekommen waren.
Erdbeertee aus Strünken selber machen: Das rosa Wunder
Die Strünke landeten im kleinen Topf. Wasser drauf, kurz aufgekocht, dann bei niedriger Hitze ziehen lassen – vielleicht zehn Minuten. Was dann passierte, war fast magisch: Das Wasser färbte sich zartrosa, fast wie ein heller Rosé.
Dazu ein guter Spritzer frischer Zitronensaft. Fertig.
Ein Tee, der nicht nur wunderschön aussah, sondern auch herrlich fein nach Erdbeere schmeckte. Kein Zucker nötig. Die natürliche Süsse der Strünke und die leichte Säure der Zitrone ergänzen sich so gut, dass man nichts vermisst. Warm ein Genuss, abgekühlt auf Eis noch besser.
Und das Schönste: Diese «Abfälle» wären sonst einfach im Kompost gelandet. Stattdessen wurden sie zu unserem Lieblingsgetränk dieser Saison.







Der Eistee der Landfrauen – auf unsere Art
An einem heissen Nachmittag wollten wir etwas Kaltes – aber bitte keinen Fertigeistee aus der Flasche. Ein Rezept vom Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband auf Swissmilk überzeugte uns: gespritztes Apfel-Minze-Getränk, ganz ohne Zucker. Frische Minze hatten wir griffbereit. Also los.
Die Zubereitung ist denkbar einfach:
- Pfefferminzblätter mit kochendem Wasser übergiessen, 3–4 Minuten ziehen lassen
- Tee vollständig auskühlen lassen
- Mit Apfelsaft, Mineralwasser und einem Spritzer Zitronensaft auffüllen
Was dabei entsteht, ist ein zuckerfreier Eistee, der sich nach echter Erfrischung anfühlt – nicht nach Kompromiss. Genau das, was wir gesucht hatten: mehr als Wasser, weniger als Aufwand.
Der Orangenmost: Abgeschaut auf der Wanderung
Den dritten Drink des Tages haben wir uns nicht selbst ausgedacht – er ist uns schon länger bekannt. Wer in der Zentralschweiz wandert, kennt ihn vielleicht: An manchem Kiosk oder Berggasthaus gibt es einen frischen Orangenmost zu kaufen, der einen auf den letzten Kilometern wieder auf Kurs bringt.
Wir wollten ihn einfach selbst machen. Im Kühlschrank: ein Rest Apfelsaft. Auf dem Tisch: eine Orange. Und die Zitrone vom Erdbeertee lag noch griffbereit.
Apfelsaft, frischer Orangensaft, ein Spritzer Zitrone. Alles in den Krug, frisch ausgepresst, kurz umgerührt.
Das Resultat: herrlich fruchtig, leicht säuerlich, erfrischend – und genauso gut wie das Original. Rustikal, echt, unverfälscht. Und entstanden aus dem, was sowieso da war.
Was wir daraus mitgenommen haben
Drei Getränke, ein Nachmittag, kaum Aufwand – und kein Gramm Zucker. Was uns dieser Sommertag gezeigt hat: Man braucht weniger, als man denkt, um den Alltag ein bisschen schöner zu machen. Nicht «nur» Wasser trinken muss nicht bedeuten, auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Es reicht, zweimal hinzuschauen – was liegt noch da? Was wäre sonst im Abfall gelandet?
Das Tiny-House-Leben schärft diesen Blick. Wenn der Platz klein ist und man bewusster einkauft, entsteht fast automatisch eine andere Haltung gegenüber Lebensmitteln. Wie wir das im Alltag mit weniger auskommen gelernt haben, beschreiben wir auch in diesem Post.
Die Erdbeer-Strünke vom Hofladen nebenan waren vielleicht das beste Beispiel: Was wie Abfall aussieht, kann der schönste Teil des Tages werden.