Aufräumen fürs Tiny House: Unser Einstieg in der Küche
Aufräumen fürs Tiny House klingt zuerst nach einer Aufgabe, die man gern noch etwas vor sich herschiebt. Bei uns hat es dann aber ganz pragmatisch angefangen: in der Küche.
Wir haben dort wirklich ausgeräumt und nicht einfach nur umsortiert. Also: Sachen aus den Schränken raus, in Kisten packen und verschenken. Das war für uns der Moment, wo aus «Wir sollten mal …» etwas wurde, das man wirklich macht.
Und dann kam unsere erste kleine Regel: Wir brauchen mal nur noch sechs Stück.
Sechs Löffel, sechs Teller, sechs Gläser – solche Dinge. Das ist alltagstauglich, weil es reicht, dass man auch mal zwei Tage nicht abwaschen muss und trotzdem noch ein sauberes Glas da ist. Und nebenbei merkst du schnell, wie viel Zeug da eigentlich rumliegt.
Mehr rund um dieses «Platz schaffen statt Platz füllen» haben wir auch in Tiny House: eine Armlänge bis nach draussen beschrieben.
Die Mikrowelle weggeben: kurz Überwindung, dann Freiheit
Eine Sache hat bei uns ein bisschen Überwindung gebraucht: die Mikrowelle.
Wir haben sie weggegeben, weil klar war: Im Tiny House haben wir dafür keinen Platz. Und sobald sie weg war, war es gar nicht so schlimm – im Gegenteil.
Erstens freut man sich, wie viel Platz plötzlich in der Küche ist, wenn da nicht mehr dieses eine Gerät steht.
Und zweitens merkst du im Alltag, dass du die Mikrowelle gar nicht ständig brauchst. Ich habe für mich festgestellt: Ich hätte sie eh nur alle drei Tage gebraucht. Und vieles geht genauso gut anders: Essen in der Bratpfanne heiss machen oder eine heisse Milch in der Pfanne. Das dauert auch nicht viel länger.
Am Ende fanden wir das ziemlich cool, weil wir gemerkt haben: Wenn man etwas einmal wirklich weggegeben hat, ist es halb so schlimm. Und als Nebeneffekt mussten wir schlussendlich auch weniger ins Tiny House umziehen und uns später weniger darum kümmern.
Wenn es persönlich wird: Kleider und Hobby-Sachen
Ein bisschen schwieriger wurde es dann bei Hobby-Sachen und bei Kleidern. Da sammelt sich schnell viel: in Schubladen, in Schränken, in irgendwelchen Ecken.
Bei Tellern und Löffeln ist es relativ einfach zu entscheiden. Bei Kleidern oder Bastelsachen hängt oft mehr dran – und dann wird es zäher.
Uns hat geholfen, dass wir in der Küche schon erste Erfahrungen gemacht hatten. Dadurch war es bei den «emotionaleren» Kategorien schon ein wenig einfacher.
Unser 2- (eigentlich 3-) Boxen-System
Wir sind dann simpel vorgegangen und haben zwei Türme gemacht:
- Ein Turm für Sachen, die direkt wegkommen: T-Shirt, Hose, Kleid oder auch Bastelsachen, die wir wirklich nicht mehr brauchen.
- Eine zweite Box für Sachen, bei denen ich nicht ganz sicher war, ob ich sie wirklich weggeben will.
Und wenn wir es ganz genau nehmen, gibt es noch eine dritte Box: die mit Sachen, die wir sicher behalten wollen.
So wurde es überschaubar. Und ja: Es kann gut sein, dass man diesen Durchgang zwei-, dreimal macht, weil es halt immer noch zu viele Sachen gibt – und uns das Loslassen manchmal schwerfällt. Aber so kann man sich Schritt für Schritt herantasten.
Wenn du grundsätzlich gerade erst anfängst, kann dir auch 18 Tipps zum ausmisten und entrümpeln helfen, um in Bewegung zu kommen.
Die Keller-Kiste (und was wir daraus gelernt haben)
Wir hatten auch mal eine Zeit lang noch so eine Kiste, die wir in den Keller gestellt haben. Für Sachen, bei denen wir wirklich nicht wussten: Was machen wir jetzt damit – sollen die ganz weg oder nicht?
Die Erfahrung daraus ist ziemlich klar: Wenn du etwas in den Keller oder in den Estrich oder irgendwohin stellst, dann kannst du es eigentlich auch gerade weggeben. Denn dann brauchst du es offensichtlich nicht.
Im Tiny House wird Kaufen automatisch schwieriger
Grundsätzlich ist es so: Wenn du eh schon in ein Tiny House ziehen willst, dann hast du dich vermutlich schon ein wenig damit befasst, Sachen loszulassen.
In einer Wohnung ist es aber auch viel einfacher, Dinge wieder zu kaufen. Du hast ja genügend Platz. Bei uns ist dafür dieser Satz hängen geblieben: Die Räume wollen gefüllt werden. Du kaufst etwas, es gibt Platz, du hast Platz.
Im Tiny House ist es anders. Du überlegst dir bei jedem Stück, das du kaufen willst:
- Hat es Platz?
- Wohin versorge ich es?
- Wohin räume ich es auf?
Wenn ich es nirgends versorgen kann, steht es im Weg rum – und das will man nicht.
Unsere Ordnungs-Regel: Neu rein, alt raus
Darum gilt bei uns im Tiny House eine einfache Regel: Wenn etwas Neues reinkommt, muss etwas Altes raus.
Kaufe ich mir eine Jeans, muss eine alte Jeans raus.
Kaufe ich mir ein paar neue Schuhe, dann muss ein paar Schuhe raus.
Und wenn du gar nicht weisst, welche Schuhe oder welche Jeans du rausgeben willst, dann brauchst du auch keine neue. Das behält die Ordnung im Tiny House ziemlich gut.
Wir haben diese Idee von Theresa May, einer der Gründerinnen von Wohnwagon, gehört. Wir haben uns daran gehalten – und vier Jahre später funktioniert es tatsächlich immer noch sehr gut.
Wenn dich generell interessiert, warum wir Dinge nicht ständig umräumen und umbauen, passt auch Warum unser Tiny House nicht ständig umgebaut wird.
Früh anfangen nimmt Druck raus
So sind wir in diesen Aufräummodus gekommen. Und es war für uns viel einfacher, als wir gedacht haben.
Wenn ich etwas mitgenommen habe, dann das: Möglichst früh anfangen. Möglichst früh damit beschäftigen. Dann hast du genug Zeit – und bist nicht plötzlich kurz vor dem Umzug und fragst dich, was du jetzt alles weggeben sollst.




Kommentare
Kommentare werden geladen …