# KOKOMO House > Seit September 2022 leben wir in unserem Tiny House KOKOMO. Erfahre auf unserem Blog alles über das Leben in einem Tiny House auf 36m². Wir sind Sibylle und Michi. Seit September 2022 leben wir in unserem Tiny House KOKOMO auf 36m². Auf unserem Blog teilen wir unsere Erfahrungen, Tipps und Geschichten rund ums Leben im Tiny House. - Website: https://www.kokomo.house - Sprache: de-CH - Kontakt: michi.mauch@gmail.com --- ## Aufräumen fürs Tiny House: bevor der Umzug drückt - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/aufraeumen-fuers-tiny-house-bevor-der-umzug-drueckt/ - Datum: 4. September 2026 - Tags: tiny house, Tiny House Alltag, nachhaltigkeit, wohnwagon, Tiny House Schweiz - Zusammenfassung: Aufräumen fürs Tiny House: Wir räumten die Küche komplett aus, packten Kisten zum Verschenken und lebten nur noch mit je sechs Tellern, Gläsern und Löffeln. ## Aufräumen fürs Tiny House: Unser Einstieg in der Küche **Aufräumen fürs Tiny House** klingt zuerst nach einer Aufgabe, die man gern noch etwas vor sich herschiebt. Bei uns hat es dann aber ganz pragmatisch angefangen: in der Küche. Wir haben dort wirklich ausgeräumt und nicht einfach nur umsortiert. Also: Sachen aus den Schränken raus, in **Kisten packen** und verschenken. Das war für uns der Moment, wo aus «Wir sollten mal …» etwas wurde, das man wirklich macht. Und dann kam unsere erste kleine Regel: Wir brauchen mal nur noch **sechs Stück**. Sechs Löffel, sechs Teller, sechs Gläser – solche Dinge. Das ist alltagstauglich, weil es reicht, dass man auch mal **zwei Tage nicht abwaschen** muss und trotzdem noch ein sauberes Glas da ist. Und nebenbei merkst du schnell, wie viel Zeug da eigentlich rumliegt. Mehr rund um dieses «Platz schaffen statt Platz füllen» haben wir auch in [Tiny House: eine Armlänge bis nach draussen](/tiny-house/tiny-house-eine-armlaenge-bis-nach-draussen) beschrieben. ## Die Mikrowelle weggeben: kurz Überwindung, dann Freiheit Eine Sache hat bei uns ein bisschen Überwindung gebraucht: die **Mikrowelle**. Wir haben sie weggegeben, weil klar war: Im Tiny House haben wir dafür keinen Platz. Und sobald sie weg war, war es gar nicht so schlimm – im Gegenteil. Erstens freut man sich, wie viel **Platz** plötzlich in der Küche ist, wenn da nicht mehr dieses eine Gerät steht. Und zweitens merkst du im Alltag, dass du die Mikrowelle gar nicht ständig brauchst. Ich habe für mich festgestellt: Ich hätte sie eh nur **alle drei Tage** gebraucht. Und vieles geht genauso gut anders: Essen in der **Bratpfanne** heiss machen oder eine **heisse Milch** in der Pfanne. Das dauert auch nicht viel länger. Am Ende fanden wir das ziemlich cool, weil wir gemerkt haben: Wenn man etwas einmal wirklich weggegeben hat, ist es halb so schlimm. Und als Nebeneffekt mussten wir schlussendlich auch **weniger ins Tiny House umziehen** und uns später weniger darum kümmern. ## Wenn es persönlich wird: Kleider und Hobby-Sachen Ein bisschen schwieriger wurde es dann bei **Hobby-Sachen** und bei **Kleidern**. Da sammelt sich schnell viel: in Schubladen, in Schränken, in irgendwelchen Ecken. Bei Tellern und Löffeln ist es relativ einfach zu entscheiden. Bei Kleidern oder Bastelsachen hängt oft mehr dran – und dann wird es zäher. Uns hat geholfen, dass wir in der Küche schon erste Erfahrungen gemacht hatten. Dadurch war es bei den «emotionaleren» Kategorien schon ein wenig einfacher. ## Unser 2- (eigentlich 3-) Boxen-System Wir sind dann simpel vorgegangen und haben **zwei Türme** gemacht: - Ein Turm für Sachen, die direkt wegkommen: T-Shirt, Hose, Kleid oder auch Bastelsachen, die wir wirklich nicht mehr brauchen. - Eine zweite Box für Sachen, bei denen ich nicht ganz sicher war, ob ich sie wirklich weggeben will. Und wenn wir es ganz genau nehmen, gibt es noch eine **dritte Box**: die mit Sachen, die wir sicher behalten wollen. So wurde es überschaubar. Und ja: Es kann gut sein, dass man diesen Durchgang **zwei-, dreimal** macht, weil es halt immer noch zu viele Sachen gibt – und uns das Loslassen manchmal schwerfällt. Aber so kann man sich Schritt für Schritt herantasten. Wenn du grundsätzlich gerade erst anfängst, kann dir auch [18 Tipps zum ausmisten und entrümpeln](/tiny-house/18-tipps-zum-ausmisten-und-entruempeln) helfen, um in Bewegung zu kommen. ## Die Keller-Kiste (und was wir daraus gelernt haben) Wir hatten auch mal eine Zeit lang noch so eine **Kiste**, die wir in den Keller gestellt haben. Für Sachen, bei denen wir wirklich nicht wussten: Was machen wir jetzt damit – sollen die ganz weg oder nicht? Die Erfahrung daraus ist ziemlich klar: Wenn du etwas in den Keller oder in den Estrich oder irgendwohin stellst, dann kannst du es eigentlich auch gerade weggeben. Denn dann brauchst du es offensichtlich nicht. ## Im Tiny House wird Kaufen automatisch schwieriger Grundsätzlich ist es so: Wenn du eh schon in ein Tiny House ziehen willst, dann hast du dich vermutlich schon ein wenig damit befasst, Sachen loszulassen. In einer Wohnung ist es aber auch viel einfacher, Dinge wieder zu kaufen. Du hast ja genügend Platz. Bei uns ist dafür dieser Satz hängen geblieben: **Die Räume wollen gefüllt werden.** Du kaufst etwas, es gibt Platz, du hast Platz. Im Tiny House ist es anders. Du überlegst dir bei jedem Stück, das du kaufen willst: - Hat es Platz? - Wohin versorge ich es? - Wohin räume ich es auf? Wenn ich es nirgends versorgen kann, steht es im Weg rum – und das will man nicht. ## Unsere Ordnungs-Regel: Neu rein, alt raus Darum gilt bei uns im Tiny House eine einfache Regel: Wenn etwas Neues reinkommt, muss etwas Altes raus. Kaufe ich mir eine Jeans, muss eine alte Jeans raus. Kaufe ich mir ein paar neue Schuhe, dann muss ein paar Schuhe raus. Und wenn du gar nicht weisst, welche Schuhe oder welche Jeans du rausgeben willst, dann brauchst du auch keine neue. Das behält die Ordnung im Tiny House ziemlich gut. Wir haben diese Idee von **Theresa May**, einer der Gründerinnen von **Wohnwagon**, gehört. Wir haben uns daran gehalten – und **vier Jahre später** funktioniert es tatsächlich immer noch sehr gut. Wenn dich generell interessiert, warum wir Dinge nicht ständig umräumen und umbauen, passt auch [Warum unser Tiny House nicht ständig umgebaut wird](/tiny-house/warum-unser-tiny-house-nicht-staendig-umgebaut-wird). ## Früh anfangen nimmt Druck raus So sind wir in diesen Aufräummodus gekommen. Und es war für uns viel einfacher, als wir gedacht haben. Wenn ich etwas mitgenommen habe, dann das: **Möglichst früh anfangen**. Möglichst früh damit beschäftigen. Dann hast du genug Zeit – und bist nicht plötzlich kurz vor dem Umzug und fragst dich, was du jetzt alles weggeben sollst. --- ## Tiny House: eine Armlänge bis nach draussen - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/tiny-house-eine-armlaenge-bis-nach-draussen/ - Datum: 18. August 2026 - Tags: tiny house, Tiny House Alltag, Jahreszeiten, Tiny House Schweiz, nachhaltigkeit - Zusammenfassung: Seit bald vier Jahren sagen wir, wir seien im Tiny House der Natur näher. Warum eigentlich? Die Antwort ist banaler, als wir dachten — und hat mit Distanz zu tun. ## Die Frage, die im Tiny House immer kommt Wenn Besuch da ist, kommt sie irgendwann. Manchmal beim Kaffee, manchmal schon in der Türe, wenn die Schuhe noch nicht ausgezogen sind: **Und, wie gefällt es euch?** Seit bald vier Jahren wohnen wir in unserem Tiny House KOKOMO, und wir antworten jedes Mal ungefähr dasselbe. Gut. Sehr gut sogar. Und dann kommt der Satz, den wir nie richtig erklären konnten: Wir sind hier irgendwie der Natur viel näher. Das Gefühl war von Anfang an da. Nicht als Erkenntnis, eher als Grundrauschen. Aber warum genau, das konnten wir nie sagen. Es blieb bei diesem «irgendwie», das man Leuten hinwirft, wenn man es selbst nicht besser weiss. Für eine Antwort, die wir seit vier Jahren geben, ist das ein bisschen dünn. ## Eine Armlänge, mehr ist es nicht Die Antwort ist vermutlich viel banaler, als wir gedacht haben. Sie ist uns beim Abwaschen aufgefallen, was irgendwie passend ist. Egal wo im Haus wir stehen: Wir schauen nach draussen. Überall sind Fenster. Im Bad, in der Küche, im Wohnraum, im Büro, über dem Bett. Und jetzt kommt der Einwand, den wir uns selbst gemacht haben: Das haben andere Häuser auch. Fenster sind keine Erfindung von Kleinwohnformen. Wohnungen haben Fenster, Einfamilienhäuser haben mehr davon, und manche haben ganze Glasfronten, gegen die unsere Scheiben ziemlich bescheiden aussehen. Der Unterschied ist nicht die Anzahl. Der Unterschied ist die **Distanz**. In einer durchschnittlichen Wohnung kannst du dich mitten in den Raum stellen und bist fünf, sechs Meter vom nächsten Fenster entfernt. Du siehst dann vielleicht ein Stück Himmel und die Dachkante vom Nachbarn. Draussen ist etwas, zu dem du hingehen musst. Auf 36 Quadratmetern geht das gar nicht. Es gibt bei uns keinen einzigen Punkt, an dem wir weiter als eine Armlänge vom Glas weg sind. Draussen ist kein Ausblick, den man sich holt. Draussen ist einfach da, ständig, in jedem Raum, von jeder Position aus. ## Ein Rundgang in fünf Fenstern Am deutlichsten wird es, wenn man das Haus einmal durchgeht. Im **Bad** stehen wir beim Zähneputzen und schauen ins Grüne. Kein Milchglas, kein Lichtschacht, kein Ventilator, der surrend so tut, als wäre er frische Luft. In der **Küche** ist der Blick nach draussen der Standardblick. Abwaschen, Gemüse rüsten, warten bis das Wasser kocht — man schaut ja irgendwo hin, und bei uns ist das immer das Wetter. Im **Wohnraum** sitzen wir mit der Birke vor der Nase. Wir wissen mittlerweile ziemlich genau, wann sie ihre Kätzchen abwirft, wann die ersten Blätter kommen und wann sie [mitten im Hochsommer beschliesst, ein paar davon fallen zu lassen](/tiny-house/wenn-die-birke-im-hochsommer-blaetter-verliert). Und im **Büro** sind es die [Bullaugen](/glossar#bullaugenfenster). Sie lassen sich nicht öffnen und sind für Sichtschutz eine mittlere Katastrophe — aber sie werfen den ganzen Tag wandernde Lichtkreise in den Raum, und man merkt am Winkel, wie spät es ist. Am deutlichsten wird die Sache aber in der **Schlafnische**. Das Fenster liegt dort direkt über dem Bett. Wir müssen uns nicht aufsetzen, um zu sehen, was für ein Tag wird — es genügt, die Augen aufzumachen. Und wenn es nachts regnet, hört man es nicht durch die Wand, sondern eine Handbreit über sich. Fünf Räume, fünf Blicke. Und keiner davon ist weiter weg als eine ausgestreckte Hand. ## Der Waschtag richtet sich nach dem Wetter Es bleibt nicht beim Schauen. Das ist der Teil, den wir lange unterschätzt haben. Wir waschen die Wäsche, wenn die Sonne scheint. Nicht aus Prinzip, sondern weil sie draussen dann schneller trocknet und der [Strom vom Dach ohnehin gerade da ist](/tiny-house/weniger-ist-machbar-stromverbrauch-im-tiny-house). Wenn es tagelang regnet, wächst der Korb — und wir warten einfach. Dasselbe beim Heizen: Wird es draussen kalt, legen wir Holz nach. Es gibt keinen Thermostaten, der das erledigt, während wir nichts merken. Und im Sommer machen wir morgens alles auf und mittags alles zu, weil das die einzige Klimaanlage ist, die wir haben. Der Alltag richtet sich nach draussen. Das klingt nach Einschränkung, fühlt sich aber überhaupt nicht so an. Es fühlt sich an, als würde man mitbekommen, was los ist. ## Wir kriegen die Jahreszeiten mit Über vier Jahre summiert sich das zu etwas, das wir vorher nicht kannten. Wir verpassen nichts mehr. Wir sehen, wann der erste Nebel im Feld hängt. Wir sehen den Tag, an dem die Birke von einem Moment auf den anderen grün wird. Wir sehen, wie das Licht im Oktober flacher wird, weil es ab drei Uhr durch die Bullaugen bis an die hintere Wand reicht. Früher wusste man vom Wetter das, was einem der Weg zum Auto verraten hat. Jetzt ist es einfach die Kulisse, vor der der ganze Tag abläuft. ## Und, wie gefällt es uns? Geplant war das nie. Beim Grundriss ging es um Stauraum, Wegführung und darum, dass sich [36 Quadratmeter nicht klein anfühlen](/tiny-house/tiny-house-einrichten-worauf-du-achten-solltest). Dass am Ende jeder Quadratmeter am Fenster liegt, ist keine Naturverbundenheits-Strategie, sondern eine Nebenwirkung von wenig Fläche. Aber es ist die schönste Nebenwirkung, die wir kennen. Für das Gefühl gibt es sogar ein Fachwort — [Biophilie](/glossar#biophilie) —, aber das klingt nach deutlich mehr Absicht, als wir hatten. Wenn uns das nächste Mal jemand fragt, wie es uns gefällt, sagen wir also wahrscheinlich immer noch: gut, wir sind der Natur näher. Aber falls jemand nachfragt, haben wir jetzt wenigstens eine Antwort. Es ist keine Philosophie. Es ist eine Armlänge. --- ## Baubewilligung fürs Tiny House: unser Weg zum Ja - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/baubewilligung-fuers-tiny-house-unser-weg-zum-ja/ - Datum: 24. Juli 2026 - Tags: tiny house, Schweiz, Tiny House Schweiz, Baurecht, wohnwagon - Zusammenfassung: Wie wir unser 36-m²-Tiny-House in der Schweiz bewilligt bekommen haben — vom ersten Nein per Mail bis zur Baubewilligung in sechs Wochen. Was wirklich half: reden. Kaum eine Frage bekommen wir so oft wie diese: «Darf man so ein Tiny House in der Schweiz überhaupt hinstellen?» Die kurze Antwort: Es ist kompliziert — und trotzdem machbar. Wie es bei uns gelaufen ist, erzählen wir hier. Nicht als Rechtsberatung, sondern als das, was wir selbst erlebt haben auf dem Weg zu unseren 36 m². ## Es gibt keine Schablone — und trotzdem geht es Das Erste, was du wissen solltest: Für kleine Wohnformen gibt es in der Schweiz bis heute weder eine eigene gesetzliche Definition noch eine standardisierte [Baubewilligung](/glossar#baubewilligung). Jedes Projekt wird einzeln beurteilt — von der jeweiligen Gemeinde, nach ihrem Ermessen. Das klingt erst mal entmutigend, ist es aber nicht. Es bedeutet vor allem eins: Es kommt darauf an, wie du kommunizierst. Wer das Gespräch sucht, hat deutlich bessere Karten als wer auf einen klaren Paragrafen hofft. ## Vom Nein zum Ja Unser erster Versuch war bequem — und ging gründlich daneben. Wir schickten der [Bauverwaltung](/glossar#bauverwaltung) eine E-Mail mit einem Screenshot aus Google Maps und der Frage, ob das wohl ginge. Die Antwort: ein klares Nein. Dann haben wir es anders gemacht. Gemeinsam mit der Besitzerin des Grundstücks sind wir persönlich auf der Bauverwaltung vorbeigegangen. Und plötzlich war die Dynamik eine ganz andere. Aus dem Nein wurde ein grundsätzliches Ja — verbunden mit einer überraschenden Auflage: Wir sollten nicht ein Haus realisieren, sondern gleich drei. Der Unterschied lag nicht an neuen Argumenten. Er lag daran, dass wir auf einmal ein Gesicht und eine Vision waren statt ein anonymer Screenshot. ## Auflagen sind verhandelbar Drei Häuser statt einem — das war für uns schlicht nicht machbar. Statt aufzugeben, sind wir mit ersten Plänen noch einmal hingegangen. Und das Gespräch war konstruktiv: Es ging der Gemeinde gar nicht um drei fertige Häuser, sondern um das übergeordnete Konzept — um die Frage, ob die Fläche später einmal sinnvoll verdichtet werden könnte. Am Ende stand ein pragmatischer Kompromiss: Die zwei zusätzlichen Häuser mussten wir nur auf den Plänen einzeichnen, um die Möglichkeit zu dokumentieren. Gebaut werden mussten sie nicht. Auch ein zweites Thema klärte sich im Gespräch — die Räder unseres fahrbaren Hauses sollten einfach verkleidet werden. Die Lehre daraus: Eine Auflage ist selten das letzte Wort. Frag nach, was wirklich dahintersteht. ## Das Vor-Ort-Treffen, das Knoten löste Den grössten Sprung brachte ein Termin direkt auf dem Grundstück — mit der Bauverwaltung und den Verantwortlichen für Wasser und Strom. Was am Konferenztisch kompliziert wirkt, klärt sich im Gelände oft in Minuten. So war es auch bei unserer [Stromautarkie](/glossar#stromautarkie). Der Stromverantwortliche war zunächst skeptisch — vor Ort, mit Blick auf die konkrete Situation, akzeptierte er am Ende unsere Lösung: weitgehend autark, mit einem Anschluss beim Nachbarn als Backup. Gerade [Erschliessungsfragen](/glossar#erschliessung) lassen sich draussen einfach besser besprechen. ## Was du selbst machen kannst — und was nicht Ein gutes Stück des Papierkrams kannst du selbst erledigen. Wir haben die Formulare selbst ausgefüllt, den Grundbuchauszug und den Katasterplan besorgt — und sogar die [Bauvisiere selbst gestellt](/tiny-house/bauvisiere-selber-stellen-lohnt-sich-das). Das spart Geld, und du verstehst dein eigenes Projekt danach deutlich besser. Bei einem Punkt würden wir aber nicht sparen: bei den Plänen und Zeichnungen. Saubere, professionelle Unterlagen machen einen riesigen Unterschied. Bleistiftskizzen erschweren das Verfahren nur — wie genau wir unser [Baugesuch zusammengestellt](/tiny-house/baugesuch-und-bauvisiere) haben, haben wir separat aufgeschrieben. ## Unsere drei wichtigsten Erkenntnisse - **Persönliche Begegnung schlägt jede E-Mail.** Behörden öffnen sich, wenn sie das Gesicht und die Idee dahinter kennen. - **Sei kreativ bei Auflagen.** Ein zweites Gespräch lohnt sich fast immer — meist geht es ums Konzept, nicht um die wörtliche Umsetzung. - **Vor-Ort-Treffen lösen das Komplizierte.** Was auf Papier hängt, klärt sich im Gelände. ## Fazit: Papierkram, Pläne — und ein gutes Gespräch Unser Baugesuch haben wir am Ende persönlich eingereicht und uns aufrichtig bedankt. Die Baubewilligung kam danach innerhalb von sechs Wochen. Ein Tiny House in der Schweiz zu bewilligen ist keine romantische Social-Media-Fantasie — aber auch kein Ding der Unmöglichkeit. Es ist Papierkram, es sind Pläne, und es ist vor allem ein gutes Gespräch zur richtigen Zeit. Wenn du bereit bist, hinzugehen und zu reden, stehen deine Chancen besser, als du denkst. Bei uns hat es [funktioniert](/tiny-house/wir-haben-es-geschafft). --- ## Warum unser Tiny House nicht ständig umgebaut wird - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/warum-unser-tiny-house-nicht-staendig-umgebaut-wird/ - Datum: 16. Juli 2026 - Tags: tiny house, Tiny House Alltag, Tiny House Schweiz, wohnwagon, nachhaltigkeit - Zusammenfassung: Umbau-Möbel wie der Tisch, der zum Bett wird, klingen genial. Nach drei Jahren im Wohnwagon wissen wir: Gutes Tiny-House-Design ist nutzbar statt umbaubar. Wenn man online nach Tiny-House-Design sucht, landet man schnell bei den immer gleichen Wundermöbeln: der Tisch, der zum Bett wird, die Treppe voller Schubladen, das Sofa, das nachts zur Schlafkoje klappt. Clever sieht das aus. Aber nach über drei Jahren im Wohnwagon sind wir zu einer anderen Überzeugung gekommen: **Ein gutes Tiny House misst sich nicht daran, wie viel man daran umbauen kann — sondern daran, wie wenig man es muss.** Hier sind die sieben Prinzipien, nach denen wir unser Zuhause beurteilen. ## 1. Nutzbar schlägt umbaubar Der Gedanke hinter Verwandlungsmöbeln ist verführerisch: ein Raum, viele Funktionen. In der Realität heisst das aber, dass du jeden Abend erst umbauen musst, bevor du müde sein darfst. Ein Bett, das erst ein Tisch war, lädt nicht zum spontanen Hinlegen ein. Und ein Tisch, auf dem noch das halbe Abendessen steht, wird nicht so schnell zum Bett. Bei uns ist **ein Bett ein Bett und ein Tisch ein Tisch**. Das klingt banal, ist aber der grösste Komfortgewinn im Alltag. Die besten Lösungen im Tiny House sind die, die einfach da sind und funktionieren — ohne Handgriff, ohne Mechanik, ohne Nachdenken. ## 2. Licht und Weite statt mehr Quadratmeter Ein kleiner Raum fühlt sich nicht klein an, wenn das Auge Platz hat. Grosse Fenster, freie Sichtachsen bis nach draussen, helle Oberflächen: Das macht mehr aus als jeder zusätzliche Quadratmeter. Unser Wohnwagon hat Fenster an den richtigen Stellen, und genau deshalb wirkt er grösser, als er auf dem Papier ist. Wir schauen beim Kaffee ins Grüne statt auf eine Wand — und das verändert, wie gross sich ein Zuhause anfühlt. ## 3. Stauraum, der nicht im Weg steht Stauraum ist im Tiny House Gold wert — aber nur, wenn du auch rankommst. Stauraum, den du erst freiräumen musst, um ihn zu nutzen, ist keiner. Was zählt, ist **fester Stauraum an den Stellen, wo die Dinge gebraucht werden**: - offene Ablagen für das, was täglich in Gebrauch ist - geschlossene Fächer für den Rest, damit es ruhig aussieht - nichts, was man zum Öffnen erst wegräumen muss Weniger Kisten stapeln, mehr feste Plätze — das ist unser Massstab. ## 4. Drinnen hört nicht an der Türe auf Der grösste Hebel für kleines Wohnen liegt draussen. Eine Sitzecke vor der Türe, ein Vordach, ein Stück Garten: Das ist im Sommer unser zweites Wohnzimmer. Plötzlich sind die paar Quadratmeter drinnen gar nicht mehr die ganze Wohnfläche. Wer ein Tiny House plant, sollte den Aussenraum von Anfang an mitdenken — nicht als Zugabe, sondern als vollwertigen Teil des Zuhauses. ## 5. Für den Alltag über Jahre bauen, nicht für den ersten Eindruck Vieles, was auf Fotos beeindruckt, nervt nach drei Wochen — das gehört zur [weniger glamourösen Seite des Tiny-House-Lebens](/tiny-house/die-wahrheit-hinter-dem-tiny-house-ein-augenoeffner-fuer-traeumende). Der Klappmechanismus, den man täglich bedient. Die Leiter zum Hochbett, die mit 60 keine Freude mehr macht. **Gutes Design hält dem Alltag stand, nicht nur dem ersten Blick.** Wir haben uns bei jeder Entscheidung gefragt: Wollen wir das auch noch in fünf Jahren jeden Tag machen? Diese Frage sortiert erstaunlich viele clevere Ideen aus. ## 6. Autark gedacht, nicht nachgerüstet Photovoltaik, [Regenwassernutzung](/tiny-house/mit-1000-litern-regenwasser-durch-den-hitzesommer-2025), Wärme: Das gehört bei einem Tiny House ins Design — nicht als Deko obendrauf, sondern als Teil des Grundrisses. Wo die Technik sitzt, wie die Leitungen laufen, wo die Batterie ihren Platz hat: Das entscheidet man am besten früh. Bei uns läuft die [Autarkie](/tiny-house/spannende-zahlen-zur-autarkie) im Hintergrund mit, statt den Wohnraum zu belegen. Das geht nur, wenn man sie von Beginn an einplant — nachrüsten ist immer der mühsamere Weg. ## 7. Gute Planung schlägt jeden cleveren Trick Am Ende kommt fast alles auf diesen Punkt zurück. Ein Grundriss, der von Anfang an durchdacht ist, braucht keine Klappmechanismen, um zu funktionieren — bei uns hat sich [die Form über Monate gefunden](/tiny-house/wie-uns-die-form-gefunden-hat), nicht über Nacht. Die Ruhe entsteht **vor** dem Bau, am Zeichentisch — nicht danach, mit immer mehr Verwandlungsmöbeln, die die fehlende Planung kaschieren sollen. ## Unser Fazit Wir wollten kein Möbel-Tetris, sondern ein Zuhause. Ein Tiny House ist klein genug, dass jeder tägliche Handgriff zählt — und genau deshalb sind uns Lösungen lieber, die einfach funktionieren, als solche, die man erst in Betrieb nehmen muss. Cleveres Design erkennt man nicht daran, wie viel es kann, wenn man es umbaut, sondern daran, wie gut es sich anfühlt, wenn man gar nichts tut. --- ## Tiny House einrichten: was sich auf 36 m² bewährt hat - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/tiny-house-einrichten-worauf-du-achten-solltest/ - Datum: 10. Juli 2026 - Tags: einrichtung, platz, wohnideen, möbel, tiny house - Zusammenfassung: Nach Jahren auf 36 m² wissen wir, welche Einrichtung im Tiny House wirklich funktioniert: fix statt faltbar, Höhe statt Fläche und nur die Möbel, die den Alltag tragen. Als wir unser Tiny House eingerichtet haben, war der Platz von Anfang an begrenzt — aber unsere Ansprüche an den Alltag nicht. Wir haben uns keine Regeln gesetzt und auch nicht nach den cleversten Pinterest-Lösungen gesucht. Stattdessen haben wir überlegt, was uns wirklich wichtig ist: eine Einrichtung, die funktioniert. Ohne Stress, ohne ständiges Umräumen. Hier teilen wir mit dir, was sich auf 36 m² über die Jahre bewährt hat — vielleicht hilft es dir beim Planen deines eigenen Tiny Houses. ## Erst der Alltag, dann die Möbel Bevor wir auch nur ein einziges Möbelstück ausgesucht haben, haben wir uns gefragt: Welche Abläufe brauchen wir jeden Tag? Wann stört uns was? Wann sind wir gleichzeitig zu Hause und gehen uns auf die Nerven, wenn der Raum es nicht hergibt? Diese Fragen waren am Ende wichtiger als jeder Einrichtungstrend. Denn ein Möbelstück kann noch so durchdacht aussehen — wenn es deinen Alltag nicht trägt, steht es dir im Weg. Unser Tipp: Plane vom Tagesablauf her, nicht vom Katalog. ## Fix statt faltbar — warum wir kaum etwas umbauen Eines war uns von Anfang an wichtig: Wir wollten nicht ständig Möbel verschieben, nur um durch den Tag zu kommen. Kein Tisch, der erst aus der Wand geklappt werden muss, bevor du essen kannst. Kein Bett, das sich erst aus einem Sofa verwandeln muss. Kein Schreibtisch, der gleichzeitig Küche sein soll. Bei uns steht deshalb fast alles fest an seinem Platz: - Der **Esstisch** steht immer bereit, mit zwei festen Stühlen. - Das **Bett** ist fix eingebaut — kein Hochbett, keine Klappkonstruktion. - Der **Schreibtisch** ist ein vollwertiger Arbeitsplatz und bleibt, wo er ist. Klappmöbel wirken auf dem Papier clever, aber im Alltag nerven die kleinen Handgriffe irgendwann. Wer abends müde ist, will kein Bett aufbauen. Plane deine Möbel lieber so, dass sie dauerhaft nutzbar sind. ## Höhe statt Fläche: Stauraum auf den zweiten Blick Auf 36 m² ist der Boden schnell verplant. Was bleibt, ist die Höhe. Wir haben gelernt, **vertikal zu denken**: Regale bis unter die Decke, Haken an Wänden, Stauraum unter der Sitzbank und unter dem Bett. Tote Ecken, die sonst niemand nutzt, werden so zu echtem Stauraum. Auch an der Wand lässt sich mehr holen, als man denkt — zum Beispiel mit einer [hängenden Kleiderstange](/tiny-house/haengende-kleiderstange-mehr-platz-mehr-ordnung), die Platz schafft, ohne den Boden zu blockieren. Die Faustregel bei uns: Bevor etwas auf den Boden kommt, prüfen wir, ob es nicht auch nach oben geht. ## Zonen statt Wände — Erker, Schiebetür und Rückzugsorte Unser Tiny House hat einen Wohnbereich und einen [Erker](/glossar#erker). Genau dieser Erker ist unser Homeoffice, vom Wohnbereich mit einer Schiebetür getrennt. Das ist Gold wert: Eine Person kann arbeiten, während die andere im Wohnbereich entspannt oder telefoniert — ohne sich gegenseitig zu stören. Auch unser Bett steht in diesem abgetrennten Bereich, der gleichzeitig als Ankleide dient. Weil wir oft nicht zur selben Zeit aufstehen oder ins Bett gehen, ist diese Trennung für uns ideal. Du brauchst dafür keine zusätzlichen Wände — eine Schiebetür oder eine bewusst gesetzte Nische macht aus einem offenen Raum mehrere Zonen. ## Licht, Spiegel, helle Flächen — damit klein nicht eng wirkt Ein kleiner Raum muss sich nicht klein anfühlen. Den grössten Unterschied macht für uns das Licht. Grosse Fenster, freie Blickachsen nach draussen und helle Oberflächen lassen die 36 m² viel weiter wirken, als sie sind. Unsere Chill-Ecke — ein fest eingebautes Sofa in der Rundung am Ende des Wohnbereichs — lebt genau davon: bequeme Kissen, viel Tageslicht und der Blick ins Grüne. Wenn das Auge nach draussen wandern kann, hört der Raum nicht an der Wand auf. Helle Töne und der gezielte Einsatz von Spiegeln verstärken diesen Effekt zusätzlich. ## Nur das Richtige mitgenommen Als wir ins Tiny House gezogen sind, haben wir aus unserem alten Zuhause bewusst nur wenig mitgenommen. Nicht aus Prinzip, sondern weil das meiste schlicht nicht mehr gepasst hätte. Geblieben sind die Stücke, die wirklich zählen. Etwas davon ist rein praktisch: ein schlichter **IKEA-Schreibtisch**, der seinen Job einfach macht und bis heute tut. Und dann ist da Sibylles **Sideboard**, das sie schon immer hatte. Es ist nicht „tiny-optimiert", aber es gehört zu uns — und genau deshalb durfte es mit. Nicht alles im Tiny House muss neu und perfekt auf den Quadratmeter geplant sein. Manchmal ist das Vertraute mehr wert als die cleverste Speziallösung. ## Fazit: weniger, aber das Richtige Es lohnt sich, sehr genau zu überlegen, wie du auf wenig Platz leben willst. Welche Abläufe brauchst du täglich? Was stört dich? Was brauchst du wirklich? Wer hier ehrlich plant, spart sich später jeden Tag ein bisschen Energie — das ist die eigentliche Kunst beim [Leben mit weniger](/tiny-house/weniger-ist-mehr-im-tiny-house). Hol dir Inspiration, wo du kannst — aber arbeite mit einem Hersteller zusammen, der mitdenkt. Jemand, der nur „Ja" sagt, hilft dir nicht weiter. Du brauchst jemanden, der hinterfragt und auch mal sagt: So wird das nichts. --- ## Trockentrenntoilette im Tiny House: 3 Jahre Erfahrung - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/trockentrenntoilette-im-tiny-house/ - Datum: 2. Juli 2026 - Tags: tiny house, nachhaltigkeit, autarkie, Tiny House Alltag, wohnwagon - Zusammenfassung: Nach über 3 Jahren Trockentrenntoilette im Tiny House erzählen wir, was anfangs ungewohnt war, wie der Alltag wirklich läuft und warum wir sie nicht mehr hergeben. Es gibt Themen, über die spricht man nicht so gerne. Die Toilette gehört definitiv dazu. Und genau deshalb schreiben wir diesen Post. Kaum etwas rund ums Tiny House beschäftigt die Leute so sehr wie die Frage, wie wir eigentlich unsere «Geschäfte» erledigen. Gäste fragen es, Fremde im Internet fragen es, und auch unsere Eltern haben es anfangs etwas ungläubig gefragt. Seit wir [in unser Tiny House eingezogen sind](/tiny-house/wir-leben-im-tiny-house), leben wir mit einer **Trockentrenntoilette** — und es wird Zeit, dass wir darüber reden. ## Was ist eigentlich eine Trockentrenntoilette? Eine Trockentrenntoilette — manchmal auch [Komposttoilette](/glossar#komposttoiletten) genannt — funktioniert ohne Wasser. Das Prinzip ist simpel, aber genial: **Flüssiges und Festes wird von Anfang an getrennt.** Ein speziell geformter Einsatz im vorderen Bereich leitet den Urin in die Kanalistation, während feste Hinterlassenschaften in einen Behälter dahinter fallen — und direkt mit **Einstreumaterial** (zum Beispiel Sägespäne, Kokoserde oder Bioklo-Granulat) abgedeckt werden. Warum diese Trennung? Gerüche entstehen hauptsächlich dann, wenn Urin und Fäkalien zusammenkommen und miteinander reagieren. Wer trennt, hat kaum Geruch. Klingt fast zu gut, um wahr zu sein — ist aber so. ## Die erste Überwindung Als wir das erste Mal eine Trockentrenntoilette in natura gesehen haben, war unser erster Gedanke «Och nein, wirklich?». Und als wir dann selbst eingezogen sind, hat es ein, zwei Tage gedauert, bis sich das Ganze «normal» angefühlt hat. Das Komischste war gar nicht die Toilette selbst — es war das **Loslassen der Gewohnheit**. Wir sind alle aufgewachsen mit dem beruhigenden Rauschen des Spülwassers. Dieses «weg, erledigt, nicht mehr mein Problem» fehlt am Anfang tatsächlich ein bisschen. Und die Gäste? «Äh, wie funktioniert das jetzt genau?» ist die häufigste Reaktion, gefolgt von einem leicht unsicheren Blick Richtung Badezimmer. Wir geben jedem eine kurze Einführung — und danach läuft es meistens problemlos. Die meisten sind hinterher sogar beeindruckt. ## Der Alltag mit der Trockentrenntoilette Der tägliche Aufwand ist kleiner als man denkt. Das Einzige, was man nach jedem Besuch tut: **eine kleine Schaufel Einstreumaterial** drüberstreuen. Fertig. Dauert fünf Sekunden. Was regelmässig anfällt: - **Urinkammer leeren:** in der Schweiz muss man an die Kanalisation angeschlossen sein. Unsere Separett Villa hat keine Urinkammer und fliesst daher direkt in die Kanalisation. - **Feststoffbehälter leeren:** deutlich seltener, bei uns etwa 7 Tage. Unsere Feststoffe kommen direkt in den normalen Abfall. Wir timen es so, dass das leeren und die Abholung von der Müllentsorgung zusammen kommen. Easy. - **Toilette reinigen:** wie jede normale Toilette, nichts Besonderes. Das Einstreumaterial kaufen wir jeweils zwei Pack. Wir haben verschiedenes ausprobiert und sind bei **normalen Sägespänen** gelandet — sie saugt gut, riecht angenehm und ist günstig. ## Die Schattenseiten — und die positiven Überraschungen Wir wollen nichts schönreden, also der Reihe nach. **Was schwieriger war als gedacht:** - Die Logistik bei Gästen, die länger bleiben. Mit mehr Personen füllt sich alles schneller — da muss man häufiger leeren. - Das gesellschaftliche Thema. Manche finden es eklig, bevor sie es überhaupt probiert haben. Das ist manchmal anstrengend. - Im Hochsommer kann es — wenn man zu lange wartet — tatsächlich etwas riechen. **Regelmässiges Leeren ist key.** **Was uns positiv überrascht hat:** - Es **riecht wirklich kaum.** Gäste bestätigen das regelmässig, leicht ungläubig. - Der [Wasserverbrauch](/tiny-house/unser-wasserverbrauch-im-tiny-house) sinkt spürbar — schliesslich braucht das Spülen einer konventionellen Toilette rund **6–9 Liter pro Nutzung**. - Wir produzieren potenziell wertvollen Kompost statt Abwasser. Das fühlt sich einfach richtig an. - Die Unabhängigkeit: keine Kanalisation nötig. Für ein [autarkes Tiny House](/tiny-house/spannende-zahlen-zur-autarkie) ist das **Gold wert**. ## Die häufigsten Fragen ### «Stinkt das nicht fürchterlich?» Nein. Wirklich. Solange Urin und Feststoffe getrennt bleiben und du regelmässig Einstreu verwendest, gibt es keine schlechten Gerüche. ### «Was mache ich, wenn ich krank bin?» Funktioniert genau gleich. Kein Unterschied. ### «Und wenn Gäste kommen — ist das nicht unangenehm?» Am Anfang braucht es eine kurze Erklärung. Danach ist es für die meisten völlig in Ordnung. Wir hatten noch niemanden, der danach ernsthaft ein Problem hatte. Aber ganz ehrlich, unser Besuch geht - so meinen wir - weniger auf das WC als sonst ;-) ### «Was passiert mit dem Kompost?» Er muss ausreichend lange reifen — mindestens ein Jahr, besser zwei. Danach ist er hygienisch unbedenklich und kann als Bodenverbesserer im Garten verwendet werden. Ob man das möchte, muss jede und jeder selbst entscheiden. ### «Kann man das wirklich dauerhaft machen?» Wir machen es seit über drei Jahren. Die Antwort lautet: **Ja.** ## Unser Fazit nach über 3 Jahren Würden wir es wieder so machen? **Ohne Zögern.** Die Trockentrenntoilette ist eines dieser Dinge, die in der Theorie komisch klingen und im Alltag einfach funktionieren. Sie passt perfekt zu unserem Anspruch, [autark und ressourcenschonend zu leben](/glossar#autarkie). Wir sparen Wasser, produzieren kein Abwasser und schliessen einen kleinen Kreislauf — vom «Abfall» zum Dünger. Ist es immer bequem? Nicht immer. Das Einstreumaterial nachgekauft werden, und ja, manchmal erklärt man das System zum zehnten Mal. Aber das ist ein fairer Preis für das, was wir dafür gewinnen. Wer ein Tiny House plant und noch zögert: Gib der Trockentrenntoilette eine echte Chance. Am besten eine Woche lang — danach weisst du, ob es zu dir passt. Bei uns hat es gepasst. --- ## 38 Grad draussen, 29 drinnen: Dämmung im Hitzetest - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/38-grad-draussen-29-drinnen-daemmung-im-hitzetest/ - Datum: 28. Juni 2026 - Tags: tiny house, Tiny House Alltag, nachhaltigkeit, Jahreszeiten, wohnwagon - Zusammenfassung: Fast zwei Wochen Hitzewelle, bis 38 Grad — warum unser Tiny House kühl blieb und die Schafwoll-Dämmung im Sommer so wichtig ist wie im Winter. Heute, am 28. Juni 2026, neigt sich eine fast zweiwöchige Hitzewelle dem Ende zu. Bis zu 38 Grad zeigte das Thermometer in den letzten Tagen — die Art von Hitze, bei der man am liebsten gar nichts mehr tut. Und immer wieder dieselbe Annahme von aussen: Bei euch im kleinen Holzhaus muss es ja unerträglich heiss sein. ## Die Frage, die uns dieser Tage ständig begegnet Wir kennen diese Frage gut. Im Winter werden wir gefragt, ob wir denn nicht frieren. Im Sommer, ob wir nicht schmoren. Ein Tiny House, so die verbreitete Vorstellung, sei im Winter eine Kühlbox und im Sommer ein Backofen. Diese Hitzewelle war für uns deshalb auch eine Art Test. Knapp 36 Quadratmeter, viel Holz, grosse Fenster — auf dem Papier klingt das nach idealen Bedingungen, um sich aufzuheizen. Die Realität sah anders aus. ## Wie warm es bei uns wirklich wurde Während draussen die 38-Grad-Marke fiel, blieben wir drinnen tagsüber meistens bei knapp **29 Grad**. Nicht kühl im Sinne einer klimatisierten Wohnung, aber angenehm genug, um den Tag zu überstehen und zu arbeiten. Noch eindrücklicher war die Nacht. Sobald die Aussentemperatur sank, ging es bei uns drinnen zuverlässig zurück auf rund **22 Grad**. Wir konnten gut schlafen, ohne uns hin und her zu wälzen. Das Spannende dabei: An vielen dieser Tage war unser Tiny House schlicht der **kühlste Ort**, den wir kannten. Wer von draussen hereinkam, spürte den Unterschied sofort. ## Warum die Dämmung den Unterschied macht Der Schlüssel liegt in der Hülle. Unser Wohnwagon ist mit **Schafswolle** gedämmt — ein Material, das wir vor allem aus dem Winter schätzen gelernt haben, wenn es die Wärme im Haus hält. Wie dieser Aufbau entstanden ist, haben wir [beim Bau dokumentiert](/tiny-house/wohnwagon-100-im-bau). Im Sommer arbeitet dieselbe Dämmung in die andere Richtung. Sie bremst die Hitze, die von aussen hereindrängt, und sorgt dafür, dass sich die Innentemperatur nur langsam und gedämpft verändert. Eine gute Dämmung ist also keine reine Winterversicherung — sie wirkt in **beide Richtungen**. Genau das wird beim Thema Tiny House oft unterschätzt. Im Winter haben wir [gelernt, wie viel die Hülle ausmacht](/tiny-house/sonne-im-tank-holz-im-griff-so-war-unser-dritter-winter-auf-36m). Diese Hitzewelle hat uns dieselbe Lektion noch einmal gezeigt, nur mit umgekehrten Vorzeichen. ## Was wir trotzdem tun (und lassen) Die Dämmung allein macht aber nicht alles. Ein paar einfache Routinen helfen mit: - **Früh und nachts lüften:** In den kühlen Stunden öffnen wir alles und holen die Nachtluft herein. - **Tagsüber zu:** Sobald es draussen wärmer ist als drinnen, bleiben Fenster und Türen geschlossen — sonst holt man sich die Hitze ins Haus. - **Plissees runter:** Mehr Beschattung haben wir gar nicht. Wo die Sonne auf die Fenster drückt, ziehen wir die Plissees herunter — das genügt. Zwei Dinge nehmen uns zusätzlich Arbeit ab, ganz ohne unser Zutun. Das Dach unseres Erkers ist **begrünt**, und auf dem Hauptdach stehen unsere **Solarpanels**. Beide halten einen Teil der direkten Sonne vom Dach fern, bevor die Wärme überhaupt bis zur Dämmung vordringt. So muss die Hülle gar nicht erst gegen die volle Mittagssonne ankämpfen. Eine Klimaanlage haben wir nicht — und vermisst haben wir sie auch diesmal nicht. Schon im [Hitzesommer 2025](/tiny-house/mit-1000-litern-regenwasser-durch-den-hitzesommer-2025) sind wir gut durchgekommen, damals lag der Fokus mehr auf dem Wasser. ## Unser Fazit Diese zwei Wochen haben bestätigt, was wir längst vermutet hatten: Eine gute Hülle ist die beste Investition in den Wohnkomfort — sommers wie winters. Sie spart Energie, sie spart Technik, und sie macht den Alltag bei Extremwetter einfach entspannter. Wenn uns also das nächste Mal jemand fragt, ob es bei uns drinnen nicht unerträglich heiss sei, fällt die Antwort leicht: nein. Im Gegenteil — komm rein, hier ist es kühl. --- ## Sommer im Glas: Wenn Reste zu Genuss werden - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/sommer-im-glas-wenn-reste-zu-genuss-werden/ - Datum: 20. Juni 2026 - Tags: nachhaltigkeit, Tiny House Alltag, minimalismus, Jahreszeiten, tiny house - Zusammenfassung: Erdbeertee aus Strünken, Minz-Eistee ohne Zucker, frischer Orangenmost – drei Sommergetränke, die zeigen: Mit wenig entsteht viel Genuss. Der Sommer ist angekommen. Nicht nur gefühlt, sondern ganz konkret: auf dem Thermometer, auf der Terrasse, in der Luft. Und mit ihm die Frage, die uns jedes Jahr beschäftigt: Wie trinkt man eigentlich so, dass es sich nach mehr anfühlt als «nur» Wasser – ohne dabei auf Fertiggetränke oder Zucker zurückzugreifen? Die Antwort kam dieses Jahr in Form einer Schüssel Erdbeeren. ## Stammkunden beim Nachbarn Diese Saison hatten wir besonders viele Erdbeeren im Haus. Unser Nachbar betreibt einen kleinen Hofladen und verkauft dort seine eigenen, frisch geernteten Erdbeeren – und wir sind dort so etwas wie Stammkunden. Man könnte auch sagen: hoffnungslose Fälle. Kaum sind die ersten Körbe draussen, sind wir dabei. Das Schöne daran: Man weiss, woher die Früchte kommen. Keine langen Transportwege, keine unbekannte Herkunft – einfach frische Erdbeeren vom Feld nebenan. ## Was macht man mit Erdbeer-Strünken? Beim Rüsten wanderten die Strünke – also die grünen Kelche mit dem kleinen Stück Frucht dran – automatisch Richtung Kompost. Bis ein kurzes YouTube-Video von [Die Lifehackerin](https://www.youtube.com/shorts/0khFHSsCHzE) eine andere Idee lieferte: **Erdbeertee aus Strünken selber machen.** Genau dem, was wir gerade wegwerfen wollten. Die Idee war so simpel, dass wir uns fragten, warum wir nicht schon früher darauf gekommen waren. ## Erdbeertee aus Strünken selber machen: Das rosa Wunder Die Strünke landeten im kleinen Topf. Wasser drauf, kurz aufgekocht, dann bei niedriger Hitze ziehen lassen – vielleicht zehn Minuten. Was dann passierte, war fast magisch: Das Wasser färbte sich zartrosa, fast wie ein heller Rosé. Dazu ein guter Spritzer frischer Zitronensaft. Fertig. Ein Tee, der nicht nur wunderschön aussah, sondern auch herrlich fein nach Erdbeere schmeckte. **Kein Zucker nötig.** Die natürliche Süsse der Strünke und die leichte Säure der Zitrone ergänzen sich so gut, dass man nichts vermisst. Warm ein Genuss, abgekühlt auf Eis noch besser. Und das Schönste: Diese «Abfälle» wären sonst einfach im Kompost gelandet. Stattdessen wurden sie zu unserem Lieblingsgetränk dieser Saison. ## Der Eistee der Landfrauen – auf unsere Art An einem heissen Nachmittag wollten wir etwas Kaltes – aber bitte keinen Fertigeistee aus der Flasche. Ein Rezept vom Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband auf [Swissmilk](https://www.swissmilk.ch/de/rezepte-kochideen/rezepte/KO2020_SBLV_48/gespritztes-apfel-minze-getraenk/) überzeugte uns: gespritztes Apfel-Minze-Getränk, ganz ohne Zucker. Frische Minze hatten wir griffbereit. Also los. Die Zubereitung ist denkbar einfach: - Pfefferminzblätter mit kochendem Wasser übergiessen, 3–4 Minuten ziehen lassen - Tee vollständig auskühlen lassen - Mit Apfelsaft, Mineralwasser und einem Spritzer Zitronensaft auffüllen Was dabei entsteht, ist ein **zuckerfreier Eistee**, der sich nach echter Erfrischung anfühlt – nicht nach Kompromiss. Genau das, was wir gesucht hatten: mehr als Wasser, weniger als Aufwand. ## Der Orangenmost: Abgeschaut auf der Wanderung Den dritten Drink des Tages haben wir uns nicht selbst ausgedacht – er ist uns schon länger bekannt. Wer in der Zentralschweiz wandert, kennt ihn vielleicht: An manchem Kiosk oder Berggasthaus gibt es einen frischen Orangenmost zu kaufen, der einen auf den letzten Kilometern wieder auf Kurs bringt. Wir wollten ihn einfach selbst machen. Im Kühlschrank: ein Rest Apfelsaft. Auf dem Tisch: eine Orange. Und die Zitrone vom Erdbeertee lag noch griffbereit. **Apfelsaft, frischer Orangensaft, ein Spritzer Zitrone.** Alles in den Krug, frisch ausgepresst, kurz umgerührt. Das Resultat: herrlich fruchtig, leicht säuerlich, erfrischend – und genauso gut wie das Original. Rustikal, echt, unverfälscht. Und entstanden aus dem, was sowieso da war. ## Was wir daraus mitgenommen haben Drei Getränke, ein Nachmittag, kaum Aufwand – und kein Gramm Zucker. Was uns dieser Sommertag gezeigt hat: **Man braucht weniger, als man denkt**, um den Alltag ein bisschen schöner zu machen. Nicht «nur» Wasser trinken muss nicht bedeuten, auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Es reicht, zweimal hinzuschauen – was liegt noch da? Was wäre sonst im Abfall gelandet? Das Tiny-House-Leben schärft diesen Blick. Wenn der Platz klein ist und man bewusster einkauft, entsteht fast automatisch eine andere Haltung gegenüber Lebensmitteln. Wie wir das [im Alltag mit weniger auskommen](/tiny-house/weniger-ist-mehr-im-tiny-house) gelernt haben, beschreiben wir auch in diesem Post. Die Erdbeer-Strünke vom Hofladen nebenan waren vielleicht das beste Beispiel: Was wie Abfall aussieht, kann der schönste Teil des Tages werden. --- ## Bist du bereit fürs Tiny House? Unser neues Quiz - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/bist-du-bereit-fuers-tiny-house-unser-neues-quiz/ - Datum: 10. Juni 2026 - Tags: tiny house, Tiny House Schweiz, Tiny House Alltag, nachhaltigkeit, autarkie - Zusammenfassung: Seit Jahren werden wir gefragt, ob man fürs Tiny-House-Leben gemacht ist. Jetzt gibt es bei uns ein kleines Quiz mit 12 Fragen, das dir bei der Selbsteinschätzung hilft. Als wir mit dem Tiny-House-Leben anfingen, wurden wir oft gefragt, ob wir uns das auch wirklich gut überlegt hätten. Ob wir dafür gemacht seien, auf so wenig Raum zu leben. Heute, nach Jahren im kleinen Haus, kommt diese Frage kaum noch. Geblieben sind die vielen Gespräche mit Menschen, die selbst mit dem Gedanken spielen. Bei einigen konnten wir uns das Tiny-House-Leben sofort vorstellen — bei anderen, ganz ohne Wertung, eher weniger. ## Bereit ist nicht bei allen gleich Was uns dabei klar wurde: Ob jemand bereit ist, hat wenig mit Schwärmerei über das süsse kleine Haus im Grünen zu tun. Tiny-House-Leben ist auch kein Persönlichkeitstyp, den man hat oder nicht hat. Es ist eine Summe aus vielen kleinen Alltagsdingen — und genau die kann man ganz gut durchspielen, bevor man den grossen Schritt wagt. Ein paar gute Fragen bringen einen dabei oft weiter als jede Pinterest-Pinnwand. In den letzten Jahren haben wir selbst gemerkt, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sein können — und wie wenig das mit dem ersten Bauchgefühl zu tun hat. Manche, die felsenfest überzeugt waren, hätten im Tiny House wohl gehadert. Andere, die zögerten, würden vermutlich aufblühen. ## Darum haben wir ein Quiz gebaut Also haben wir genau das gemacht: ein kleines Quiz mit zwölf Fragen rund ums Tiny-House-Leben, das du in ein paar Minuten durchklickst. Es geht dabei nicht darum, dich zu etwas zu überreden. Es geht darum, dass du für dich selbst ein Gefühl dafür bekommst, wo du gerade stehst — und welche Themen vielleicht noch etwas Aufmerksamkeit brauchen. ## Worum es geht: 12 Fragen, 6 Themen Die Fragen decken die Bereiche ab, die im Alltag wirklich zählen — nicht die schönen Bilder, sondern das, woran es im echten Leben hängt: - **Konsum & Ausmisten:** Wie viel von deinem Zeug brauchst du wirklich? - **Platz:** Was passiert mit deinen Hobbys, wenn der Stauraum schrumpft? - **Handwerk:** Wie wohl fühlst du dich mit Bohrmaschine und Säge? - **Stellplatz:** Wie gehst du damit um, dass die Suche dauern kann? - **Finanzen:** Hast du die Kosten im Blick — auch die ungewohnten? - **Autarkie im Alltag:** Begrenztes Wasser, begrenzter Strom, im Winter mal kühler. Und nun? Pro Frage wählst du aus mehreren Antworten — von „läuft" bis „daran muss ich noch arbeiten". ## Dein Ergebnis — und was es bedeutet Am Ende bekommst du eine von drei Einschätzungen: - 🌱 **Noch nicht startklar** - 🚀 **Auf gutem Weg** - 🏡 **Bereit fürs Tiny House** Und keine Sorge: Ein 🌱 heisst nicht, dass das Tiny House nichts für dich ist. Es heisst nur, dass ein paar Themen noch dran sind. Zu jedem Bereich verlinken wir dir deshalb einen passenden Beitrag von uns — etwa zum [Ausmisten und Entrümpeln](/tiny-house/18-tipps-zum-ausmisten-und-entruempeln) oder zur [Tiny-House-Checkliste](/tiny-house/die-tiny-house-checkliste-so-wird-der-weg-weniger-steil). So ist das Ergebnis weniger ein Urteil als ein Startpunkt. ## Jetzt bist du dran Viel mehr müssen wir gar nicht erklären — am besten probierst du es einfach aus. Es dauert nur ein paar Minuten, und vielleicht überrascht dich deine eigene Antwort. 👉 Hier geht's zum [Tiny-House-Test](/tiny-house-test). Und wenn du danach tiefer einsteigen willst, ob der Traum wirklich zu deinem Leben passt: Wir haben unsere eigenen Illusionen und Aha-Momente in [Die Wahrheit hinter dem Tiny House](/tiny-house/die-wahrheit-hinter-dem-tiny-house-ein-augenoeffner-fuer-traeumende) aufgeschrieben. --- ## Wenn die Birke alles in Gelb taucht - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wenn-die-birke-alles-in-gelb-taucht/ - Datum: 19. April 2026 - Tags: Jahreszeiten, Tiny House Alltag, tiny house, nachhaltigkeit, Tiny House Schweiz - Zusammenfassung: Kätzchen auf der Terrasse, Pollen auf allem – jedes Jahr dasselbe Schauspiel. Was die Birke da eigentlich treibt, und warum wir trotzdem froh sind, wenn es vorbei ist. ## Es hat wieder angefangen Wir öffnen morgens die Türe, und da sind sie wieder. Kleine, braune Würstchen überall. Auf der Terrasse, auf dem Gartentisch, in den Schuhen, die wir gestern Abend draussen stehen gelassen haben. Die männlichen Blütenkätzchen unserer Birke haben sich über Nacht verabschiedet — und zwar auf allem. Der Boden rund ums KOKOMO sieht aus wie nach einem Konfettiregen in Braun. Und dann ist da noch der Pollen. Ein gelblicher Film liegt auf allem: auf dem Autodach, auf der Fensterbank, auf dem Tisch einfach überall. «Es sieht aus wie gelber Schnee», sagt Sibylle. Willkommen im Birken-Frühling. ## Was da gerade überall herumliegt Die langen, hängenden Würstchen heissen offiziell **männliche Blütenkätzchen** — auf Deutsch also ungefähr das, was sie aussehen wie. Die Birke (Betula pendula) gehört zu den Windbestäubern, und das erklärt den ganzen Aufwand. Jedes dieser Kätzchen ist ein Träger von Tausenden winziger Blüten, die alle dasselbe Ziel haben: so viel Pollen wie möglich in die Luft abgeben. Eine einzige Birke produziert pro Frühling **mehrere Milliarden Pollenkörner**. Eine Milliarde. Das ist keine Übertreibung, das ist einfach Botanik. Die Kätzchen hängen bereits seit dem Winter an der Birke — klein, fest verschlossen, wartend. Sobald die Temperaturen im März und April steigen, öffnen sie sich, strecken sich aus, und legen los. Nach ein bis zwei Wochen ist die Pollenabgabe abgeschlossen, und dann fallen sie — in grossen Mengen, genau dann, wenn man frisch die Terrasse gefegt hat. ## Wozu das ganze gelbe Chaos? Windbestäubung klingt ineffizient. Und das ist sie eigentlich auch — deshalb kompensiert die Birke mit schlichter Masse. Der Pollen muss irgendwie zu den **weiblichen Kätzchen** gelangen, die viel kleiner, unauffälliger und aufrecht an denselben Ästen sitzen. Die sind nicht gelb, fallen nicht ab und machen keinen Lärm. Sie warten einfach. Wenn die Befruchtung klappt, entwickeln sich daraus im Laufe des Sommers die geflügelten Birkensamen — die winzigen, hellen Flocken, die dann wiederum im Wind davonfliegen. Aber das ist eine [ganz eigene Geschichte](/tiny-house/wenn-die-birke-im-hochsommer-blaetter-verliert). Was viele nicht wissen: **Birkenblüten gehören zu den wichtigsten frühen Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten** — besonders in Jahren, wo Obstbäume noch nicht blühen. Die Birke ist einer der ersten Pollenlieferanten des Jahres. Für das Ökosystem ist das Gold wert. Für Birken-Allergiker ist es das genaue Gegenteil davon. ## Was wir dabei täglich erleben Wir wohnen auf 36 m² direkt neben zwei stattlichen Birke. Die Natur ist bei uns nicht etwas, das man am Wochenende besucht — sie ist einfach da, immer. Meistens ist das wunderschön. In den zwei bis drei Wochen der Birkenblüte ist es...intensiv. **Jeden Morgen** liegt eine neue Schicht Kätzchen auf der Terrasse. Wir wischen, und Minuten Später sieht es wieder gleich aus. Das Auto hat eine gelbliche Patina bekommen, die sich beim ersten Regen in klebrige Streifen verwandelt. Wer ein Fenster offen lässt, putzt danach die Fensterbank. Michi hat begonnen, den Pollen auf dem Terrassentisch zu beobachten. An ruhigen Tagen liegt er in kleinen Häufchen. An windigen Tagen sieht man förmlich, wie er sich in der Luft verteilt — feine gelbe Wolken, die aus der Baumkrone aufsteigen. Faszinierend und absurd gleichzeitig. Wir persönlich sind keine starken Birken-Allergiker — aber wir kennen genug Menschen, für die diese Wochen jedes Jahr eine echte Belastung sind. Man unterschätzt schnell, wie viel Pollen tatsächlich in der Luft ist, bis man sieht, was sich über Nacht auf allem ablagert. Ein paar Dinge, die uns das Leben in dieser Zeit leichter machen: - **Früh am Morgen lüften** — vor allem an windarmen Tagen, wenn der Pollenflug noch gering ist - **Wischen statt blasen**: Den Kätzchen-Teppich mit einem feuchten Besen aufnehmen, nicht mit dem Laubbläser (haben wir eh keinen) verteilen - **Geduld** — nach einem guten Regen ist der Spuk grösstenteils vorbei ## Wenn es vorbei ist Die Birkenblüte dauert je nach Witterung zwei bis drei Wochen. Bei warmem, trockenem Wetter geht es schneller — und intensiver. Kühle, feuchte Phasen bremsen den Pollenflug. Wenn der erste richtige Regen kommt, sieht man auf dem Boden kleine gelbe Pfützen. Die Kätzchen kleben zusammen, die Terrasse riecht nach nassem Holz, und irgendwie ist dann auch alles gut. Die Birke hat getan, was sie tun musste. Und wir? Wir freuen uns über das frische Grün, das danach kommt. Über das sanfte Rauschen der Blätter, wenn der Wind durch die Krone geht. Im Sommer lieben wir unsere Birke bedingungslos. Im April teilen wir sie halt — mit Pollen, Kätzchen und einem gelben Film auf allem. --- ## Wohnwagon hat die Kurve gekriegt - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wohnwagon-hat-die-kurve-gekriegt/ - Datum: 17. April 2026 - Tags: wohnwagon, tiny house, nachhaltigkeit, sanierung, Tiny House Schweiz - Zusammenfassung: Vier Monate nach dem Sanierungsverfahren ist klar: Wohnwagon hat es geschafft. Was wir dabei gefühlt haben – und was uns das über unsere Lebensform lehrt. Es war ein grauer Dezemberabend, als ich den Browser öffnete und die Meldung sah. «WW Wohnwagon GmbH — Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung.» Ich las den Satz zweimal. Dann noch einmal. Unser Haus heisst KOKOMO. Es ist ein Wohnwagon. Und der Hersteller dieses Hauses befand sich plötzlich in einem Sanierungsverfahren. [Wir haben damals darüber geschrieben](/tiny-house/wohnwagon-in-der-sanierung-was-bedeutet-das-f-r-uns-als-tiny-house-bewohner) — sachlich, einordnend, mit dem Versuch, Panik zu vermeiden. Weder bei uns selbst noch bei anderen Tiny-House-Begeisterten. Denn nüchtern betrachtet: Ein gebautes Haus bleibt ein gebautes Haus, egal was mit dem Hersteller passiert. Aber nüchtern betrachtet ist eben nicht dasselbe wie innerlich ruhig. ## Der Moment, als die Meldung kam Dezember 2025. Draussen war es kalt, die Holzheizung lief auf Hochtouren, und KOKOMO zeigte mal wieder, warum wir uns für dieses Leben entschieden haben. Warm, gemütlich, ruhig. Und dann dieser Nachrichtenanstos. Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn der Hersteller deines Zuhauses in wirtschaftliche Schieflage gerät. Nicht so bedrohlich wie ein Brand oder ein Hochwasser. Eher so ein leises, diffuses «Hmm.» Wie wenn du erfährst, dass die Bäckerei, deren Brot du seit Jahren liebst, plötzlich Probleme hat. Du weisst, dass das Brot zu Hause noch gut ist. Aber trotzdem. Wohnwagon hatte in den Jahren davor stark gewachsen, gebaut, investiert. Dann kam die Baukrise in Österreich — und mit ihr schwacher Auftragseingang, Verzögerungen, ein ausgefallener Sublieferant. Theresa Mai von Wohnwagon hatte damals klar kommuniziert: *«So leicht geben wir nicht auf!»* Das hat uns ehrlich gesagt Mut gemacht. ## Vier Monate Stille — und ein waches Auge Was macht man, wenn man wartet? Man schaut hin. Gelegentlich, nicht obsessiv. Wir haben die Website gecheckt. Gelesen, was andere in der Tiny-House-Community berichteten. Beobachtet, ob Wohnwagon weiter kommuniziert, weiter baut, weiter sichtbar ist. Und ja: Sie waren weiterhin aktiv. Projekte, Beiträge, Präsenz. Kein Rückzug, kein Schweigen. Das war beruhigend. Gleichzeitig haben wir gemerkt: **Unser Alltag in KOKOMO lief einfach weiter.** Die Solaranlage produzierte Strom. Das Regenwassersystem funktionierte. Die Holzheizung wärmte uns durch den Winter. Kein einziger Aspekt unseres Tiny-House-Lebens hatte sich verändert, weil ein Unternehmen in Österreich ein Sanierungsverfahren durchlief. Das klingt trivial — aber es hat uns noch einmal bewusst gemacht, wie unabhängig wir im **Tiny House** wohnen. ## Die gute Nachricht: Das Wohnwagon Sanierungsverfahren ist abgeschlossen Mitte April 2026. Ich scrolle durch die Nachrichten und bleibe an einem Artikel hängen. [«Wie Wohnwagon die Sanierung meisterte.»](https://brutkasten.com/artikel/wohnwagon-sanierung-interview-lothar-stadler) *Meisterte.* Vergangenheitsform. Das Sanierungsverfahren ist abgeschlossen. Ich musste kurz innehalten. **Wohnwagon hat die Kurve gekriegt.** Geschäftsführer Lothar Stadler beschreibt es so: *«Ein Schritt zurück für den Weg nach vorne.»* Kein schönfärberischer Satz — sondern einer, der nach echter Arbeit klingt. Nach Entscheidungen, die wahrscheinlich nicht alle einfach waren. Nach einem Team, das nicht aufgegeben hat. Und wir? Wir haben uns gefreut. Aufrichtig. ## Was uns das über Wohnwagon — und uns selbst — lehrt Man könnte sagen: «Na und? Das ist deren Problem, nicht eures.» Aber so funktioniert das nicht, wenn man in einer Community lebt, die von einer gemeinsamen Idee zusammengehalten wird. Wohnwagon ist nicht einfach ein Hersteller. Sie waren für viele — auch für uns — der Beweis, dass **nachhaltiges, autarkes Wohnen in Europa machbar und qualitativ hochwertig sein kann.** Wenn ein solches Unternehmen scheitert, ist das kein gutes Signal für die gesamte Bewegung. Wenn es durchkommt, schon. Und vielleicht ist das die eigentliche Lektion: Die Tiny-House-Bewegung ist nicht fragil. Sie ist kleinteilig, dezentral, anpassungsfähig. Genau wie das Leben, das wir darin führen. ## Fazit: Unser Haus steht. Wohnwagon auch. KOKOMO steht noch. Wird weiter stehen. Und Wohnwagon steht — nach einem turbulenten Jahr — ebenfalls noch. Wir wünschen dem Team in Gutenstein alles Gute für den Weg nach vorne. Es braucht mutige Unternehmen, die zeigen, dass nachhaltiges Bauen kein Nischenphänomen bleiben muss. Wohnwagon ist eines davon. Und wenn uns jemand fragt, ob wir heute noch einmal einen Wohnwagon kaufen würden? Wir würden wieder KOKOMO sagen. --- ## Kompost im Tiny House: Mit Würmern zum Gold - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/kompost-im-tiny-house-mit-wuermern-zum-gold/ - Datum: 5. April 2026 - Tags: nachhaltigkeit, garten, kompost, Tiny House Alltag, minimalismus - Zusammenfassung: Seit 3,5 Jahren kompostieren wir mit Kompostwürmern — ganz entspannt und ohne grossen Aufwand. Was wir gelernt haben und warum eine Wurmkiste auch ohne Garten funktioniert. Gemüseschalen, Kaffeesatz, welke Salatblätter. Alles wandert bei uns in eine grosse Kiste im Garten — und irgendwann kommt unten wunderbare, dunkle Erde heraus. Kein Zutun, kein Aufwand, kein schlechtes Gewissen mehr beim Wegwerfen von Küchenabfällen. So in etwa läuft unser Kompost seit 3,5 Jahren. Und es ist eines der einfachsten, befriedigendsten Dinge, die wir hier auf unserem KOKOMO-Grundstück eingerichtet haben. ## 3,5 Jahre Kompost — und wir machen fast nichts Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Aber genau so ist es. Wir werfen rein, was anfällt, und lassen die Natur ihren Job machen. Kein regelmässiges Umschichten, kein Messen von Feuchtigkeit, kein Schichten von «Braun und Grün» nach Lehrbuch. Natürlich könnte man das alles tun. Es gibt Menschen, die ihren Kompost mit echter Leidenschaft betreiben — und die Ergebnisse sind vermutlich noch besser. Für uns aber gilt: **Gut genug ist gut genug.** Der Kompost funktioniert, das Gemüse wird zu Erde, und das fühlt sich richtig an. ## Der Start: 500 Würmer und eine Portion Vertrauen Am Anfang war da ein leerer Kompostbehälter und die Frage: Reicht es, einfach Abfälle reinzuwerfen? Theoretisch ja. Aber wir wollten dem Ganzen einen Schub geben. Im ersten Jahr haben wir deshalb **500 Kompostwürmer** bestellt und in den Kompost gesetzt. Im zweiten Jahr nochmals 500 — weil wir einfach das Gefühl hatten, dass mehr hilft. Seither haben wir keine einzige neue Portion Würmer zugekauft. Und weisst du was? Die Würmer haben sich längst selbst um die Personalplanung gekümmert. Sie vermehren sich prächtig, wenn die Bedingungen stimmen. Heute wimmelt es im Kompost nur so vor Leben — ohne unser Zutun. ## Kompostwurm vs. Regenwurm: Nicht dasselbe Tier Das ist ein Punkt, der viele überrascht: Die Würmer im Kompost sind **nicht** die gleichen wie die im Gartenboden. Der klassische **Regenwurm** (*Lumbricus terrestris*) lebt tief im Boden, gräbt Gänge und verbessert die Bodenstruktur. Er ist ein Einzelgänger, der weite Strecken zurücklegt und keine grossen Mengen organisches Material auf einmal verarbeitet. Der **Kompostwurm** hingegen — meist *Eisenia fetida*, auch «Roter Wurm» oder «Mistwurm» genannt — ist ein echter Spezialist: - Er lebt **in der oberen Schicht** von verrottendem Material, nicht im tiefen Boden - Er frisst **grosse Mengen** organisches Material und verarbeitet es sehr schnell - Er liebt **feuchte, warme Bedingungen** (ideal 15–25 Grad) - Er vermehrt sich **deutlich schneller** als der Regenwurm - Er bildet gerne **Kolonien** — je mehr, desto besser «Kompostwürmer sind sozusagen die Profis für organische Küchenschlacht-Überreste» — so hat es uns mal jemand erklärt, und das trifft es ziemlich gut. Der Regenwurm ist also der stille Bodenverbesserer, der Kompostwurm der fleissige Abfallverwerter. Beide sind wertvoll, aber für einen Kompost braucht es den richtigen. ## Unser Kompost heute: Simpel und gut genug Was kommt rein? Praktisch alle pflanzlichen Küchenabfälle: - Gemüse- und Obstschalen - Kaffeesatz und Teebeutel (ohne Plastik) - Salatblätter, Kräuterreste - Eierschalen (zerkleinert) - Gartenabfälle wie Rasenschnitt oder Laub Was kommt **nicht** rein: Fleisch, Fisch, gekochte Speisen, Zitrusschalen in grossen Mengen und alles Behandelte. Nicht weil wir es genau studiert haben — sondern weil es einfach Sinn ergibt. Unten im Behälter entnehmen wir gelegentlich fertige Komposterde und geben sie in die Beete. Dunkel, krümelig, wunderbar. **Unser Gemüse wächst darin prächtig** — und irgendwie schliesst sich da ein Kreis, der uns jedes Mal ein bisschen zufrieden macht. ## Kein Garten? Kein Problem: Die Wurmkiste Was, wenn man keinen Garten hat? Keine Terrasse, kein Grundstück — nur eine Wohnung? Dann kommt die **Wurmkiste** ins Spiel. Und nein, das ist keine schräge Idee für Hardcore-Ökos. Es ist eine elegante, geruchsarme Lösung, die in einer normalen Küche oder auf dem Balkon funktioniert. Eine Wurmkiste ist im Prinzip ein gestapeltes System aus Behältern — meist zwei bis drei Etagen: 1. **Unterste Etage:** Auffangbehälter für den «Wurmtee» — eine nährstoffreiche Flüssigkeit, die als Flüssigdünger für Zimmerpflanzen genutzt werden kann 2. **Mittlere Etage:** Die aktive Zone, in der die Würmer arbeiten und Küchenabfälle fressen 3. **Obere Etage:** Hier kommen frische Abfälle rein Die Würmer wandern von selbst nach oben, sobald unten alles verwertet ist. Man entnimmt die fertige Erde und füllt oben nach. Das ist alles. Richtig betrieben riecht eine Wurmkiste nach **Waldboden** — erdig und angenehm, nicht unangenehm. Wichtig ist: nicht zu viel auf einmal einfüllen, auf ausreichend Feuchtigkeit achten und darauf, dass es nicht zu kalt wird (unter 10 Grad mögen Kompostwürmer nicht besonders). Für alle, die in einer Wohnung leben und trotzdem keine Lebensmittelabfälle in den Kehricht werfen möchten: Die Wurmkiste ist eine wirklich gute Option. ## Fazit: Klein, leise, wirkungsvoll Unser Kompost ist kein Vorzeigeprojekt. Er ist nicht Instagram-tauglich, nicht nach jeder Methode optimiert, und wir könnten mit etwas mehr Aufwand sicher noch bessere Resultate erzielen. Aber er funktioniert. Seit 3,5 Jahren, zuverlässig, still im Hintergrund. Unsere Küchenabfälle werden zu Erde, die Erde nährt den Garten, der Garten nährt uns. **Das ist Kreislaufwirtschaft im kleinsten Massstab** — und genau das fühlt sich für uns nach Tiny-House-Leben an. --- ## Hängende Kleiderstange: mehr Platz, mehr Ordnung - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/haengende-kleiderstange-mehr-platz-mehr-ordnung/ - Datum: 30. März 2026 - Tags: tiny house, minimalismus, Tiny House Alltag, homeoffice, einrichtung - Zusammenfassung: Weg mit dem Kleidergestell, her mit der hängenden Stange! Wie wir mit wenig Aufwand mehr Platz und sogar einen flexiblen Homeoffice-Platz gewonnen haben. Manchmal braucht es nur eine kleine Idee, um einen grossen Unterschied zu machen. Bei uns war es eine Stange. Genauer gesagt: eine **hängende Kleiderstange** — und die hat einiges verändert. ## Das Problem mit dem Gestell Wer ein Tiny House kennt, weiss: Jeder Zentimeter zählt. Wir hatten bisher ein klassisches Kleidergestell, wie man es in jedem Möbelhaus findet. Praktisch? Ja, irgendwie. Aber auch sperrig, klobig und vor allem eines: **eine echte Platzverschwendung**. Das Gestell stand da, die Kleider hingen drauf — und der Raum darunter? Wurde so halbherzig mit Körben bestückt, die nie so richtig ordentlich aussahen. Ausserdem war das ganze Ding irgendwie… im Weg. Man lief daran vorbei, nicht daran entlang. ## Die Idee: einfach hängen lassen Die Lösung kam, wie so oft, aus einer konkreten Not heraus. Wir brauchen manchmal einen zweiten Arbeitsplatz — und wer schon mal versucht hat, einen grossen Screen flexibel auf- und abzubauen, weiss, dass das ein bisschen Planung braucht. Irgendwann fragte Michi: «Was wäre, wenn wir die Kleiderstange einfach an die Decke hängen?» Klingt simpel. Ist es auch. Aber der Gedanke dahinter war clever: **Der Platz darunter wäre komplett frei** — für was auch immer wir brauchen. ## Die Installation: einfacher als gedacht Wir haben nicht lange gezögert. Das Gestell kam weg, und an die Decke kamen zwei stabile Haken mit einer Holzstange dazwischen. Mehr braucht es im Grunde nicht. Was wir verwendet haben: - Zwei **Deckenhaken** (ausreichend tragfähig für Kleider) - Eine **Holzstange** in passender Länge - Etwas Seil oder Metallkette zum Einhängen — je nach Geschmack Die Montage hat keine Stunde gedauert. Kein grosses Werkzeug, keine komplizierten Bohrlöcher, keine halbe Demontage des halben Hauses. Und das Ergebnis sieht dabei noch besser aus als das alte Gestell — **luftiger, aufgeräumter, irgendwie bewusster**. ## Der flexible Homeoffice-Platz darunter Wir haben zwar beide einen fixen Arbeitsplatz — Michi sitzt im Büro am Schreibtisch, alles permanent eingerichtet. Aber manchmal braucht es eben einen zweiten Platz. Und der zweite Platz ist bei uns der **Esstisch**. Das Problem dabei: Nach dem Homeoffice soll der Esstisch wieder Esstisch sein. Der Screen muss also weg. Und genau hier kommt die hängende Kleiderstange ins Spiel. Direkt daneben hängt sie — und der Platz darunter ist der perfekte **temporäre Stauplatz** für den grossen Monitor. Rausnehmen, anschliessen, arbeiten. Fertig. Versorgen — und der Esstisch ist wieder Esstisch. So einfach kann Flexibilität sein. ## Fazit: Hängen ist das neue Stehen Manchmal ist die beste Einrichtungslösung nicht die teuerste oder aufwändigste — sondern die, bei der man einfach mal umdenkt. **Von horizontal zu vertikal. Vom Gestell zur Stange. Vom verstopften Boden zur freien Fläche.** Wir würden den Wechsel sofort wieder machen. Eigentlich fragen wir uns, warum wir nicht früher auf die Idee gekommen sind. Falls du also auch ein Kleidergestell hast, das du nie so richtig magst — vielleicht ist eine Decke in deiner Nähe die bessere Lösung. --- ## Baugesuch für ein Tiny House: Was steckt dahinter? - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/baugesuch-fuer-ein-tiny-house-was-steckt-dahinter/ - Datum: 24. März 2026 - Tags: tiny house, baugesuch, Tiny House Schweiz, schweiz, baubewilligung - Zusammenfassung: Ein Baugesuch für ein Tiny House – was braucht es wirklich? Wir zeigen, was dahintersteckt, was du selber machen kannst und wo Hilfe sinnvoll ist. Ein Baugesuch klingt nach Amtsstuben, Paragrafen und endlos vielen Formularen. Und ja — ein bisschen stimmt das auch. Aber es ist längst nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussieht. Zumindest dann nicht, wenn man weiss, was einen erwartet. Wir haben das alles selbst durchgemacht. In unserem Post [«Baugesuch und Bauvisiere»](https://www.kokomo.house/tiny-house/baugesuch-und-bauvisiere/) haben wir schon aufgelistet, welche Dokumente wir damals einreichen mussten. Heute gehen wir einen Schritt weiter: Was steckt hinter all diesen Unterlagen? Was kann man selber machen — und wo holt man sich besser Unterstützung? Die kurze Antwort vorweg: **Es ist möglich, ein Baugesuch komplett selber einzureichen.** Aber ob das sinnvoll ist, hängt stark von einer einzigen Sache ab — der Gemeinde. ## Zuerst: Der Gang zur Gemeinde Bevor du auch nur ein einziges Dokument zusammenstellst, empfehlen wir dir eines: **Geh zur Bauverwaltung und frag nach.** Das klingt banal, ist aber wahrscheinlich der wichtigste Schritt überhaupt. Ein kurzes Gespräch mit der zuständigen Person kann dir Wochen an Arbeit und einige Nerven sparen. Du erfährst, was die Gemeinde konkret erwartet, ob es besondere Auflagen für deine Parzelle gibt und wie formell das Gesuch sein muss. Fragen, die du dort stellen kannst: - Was muss das Baugesuch für unser Projekt beinhalten? - Gibt es ein gemeindeeigenes Formular? - Welche Pläne werden verlangt — und in welchem Massstab? - Gibt es Besonderheiten für unsere Parzelle (Überschwemmungsgebiet, Näherrechte, Erschliessung)? - Reichen handgezeichnete Pläne, oder müssen es CAD-Zeichnungen sein? «Die Gemeinde kann und darf einiges selbst entscheiden» — das haben wir in unserem Prozess deutlich gespürt. Wer fragt, ist klar im Vorteil. ## Was gehört in ein Baugesuch? Die gute Nachricht: Es gibt Grundelemente, die fast überall gefragt sind. Die schlechte Nachricht: Was genau verlangt wird, unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde, von Parzelle zu Parzelle und von Kanton zu Kanton. Hier eine Übersicht der häufigsten Unterlagen — und was dahintersteckt: **Formulare & administrative Dokumente** - **Baugesuchformular der Gemeinde** — Das eigentliche Gesuch. Meist ein einfaches Formular, das die Gemeinde zur Verfügung stellt. Gibt's oft als PDF zum Download. - **Grundbuchauszug** — Zeigt, wem die Parzelle gehört und ob es Dienstbarkeiten oder Näherbaurechte gibt. Kann beim Grundbuchamt bestellt werden. - **Flächennutzungsziffer & Parkplatznachweis** — Berechnung, wie viel der Parzelle bebaut wird, und Nachweis, dass genug Parkplätze vorhanden sind. **Pläne & zeichnerische Unterlagen** - **Situationsplan / Katasterplan (beglaubigt)** — Zeigt die Parzelle mit ihren genauen Massen. Bestellbar beim kantonalen Amt für Geoinformation. - **Grundriss** — Der Plan deines Hauses von oben. Bei uns hat das Kollektiv Winzig den Wohnwagon-Grundriss gezeichnet. - **Schnitte (Längs- & Querschnitt)** — Zeigt das Haus von der Seite, mit Höhenangaben. Wichtig für die Beurteilung der Gebäudehöhe. - **Fassadenplan** — Alle Aussenansichten des Hauses. Zeigt Materialien und Fenster. - **Umgebungsplan / Situationsschnitt** — Wie das Haus in das Grundstück und die Umgebung eingebettet ist, mit Höhenkoten. - **Bauvisierplan** — Der Plan für die Bauvisiere (die Markierungsstangen auf dem Grundstück), der zeigt, wo genau das Haus stehen wird. **Nachweise & Spezialunterlagen** - **Energienachweis** — Bei uns war das ein 32-seitiges Dokument. Es zeigt, dass das Haus die energetischen Anforderungen erfüllt. Oft komplex — hier ist Fachwissen gefragt. - **Hochwasserschutznachweis** — Nur nötig, wenn die Parzelle in einer Gefahrenzone liegt. - **Konformitätserklärung Erdbebensicherheit** — Bestätigung, dass das Gebäude erdbebensicher gebaut wird. - **Formular Solaranlage** — Wenn du eine PV-Anlage installierst, was bei einem autarken Tiny House fast immer der Fall ist. Das tönt nach viel — und das ist es auch. Aber: Viele dieser Unterlagen bestellst du einfach beim zuständigen Amt. Du füllst sie nicht selber aus, du besorgst sie. ## Was kann man selber machen? Mehr als man denkt. Hier eine ehrliche Liste der Dinge, die wir selber erledigt haben — oder die man gut selber erledigen kann: - **Baugesuchformular ausfüllen** — Das ist wirklich kein Hexenwerk. Sorgfältig lesen, ausfüllen, fertig. - **Grundbuchauszug bestellen** — Geht meist online oder per Post beim kantonalen Grundbuchamt. - **Katasterplan bestellen** — Beim kantonalen Amt für Geoinformation, ebenfalls unkompliziert. - **Flächennutzungsziffer berechnen** — Mit einem einfachen Taschenrechner und dem Katasterplan machbar. - **Formular Solaranlage ausfüllen** — Standardformular, gut zu erledigen. - **Abklärungen mit der Gemeinde führen** — Telefonate, E-Mails, Gespräche vor Ort. Das geht jeder selber. - **Bauvisiere stellen** — Ja, das ist möglich! Wir haben es selber gemacht, mit einem erfahrenen Freund und dem nötigen Werkzeug. In etwa 2.5 Stunden standen alle 10 Stangen. **Der Zeitaufwand sollte nicht unterschätzt werden.** Wir haben viele Stunden investiert, um alles zu organisieren, nachzufragen und zusammenzustellen. Aber: Es ist machbar. ## Wo lohnt sich Hilfe von Profis? Die Pläne. Da liegt der Knackpunkt. Grundriss, Schnitte, Fassadenplan, Umgebungsplan — das sind technische Zeichnungen, die in einem bestimmten Massstab und mit korrekten Massen erstellt werden müssen. Wir haben dafür das [Kollektiv Winzig](https://www.kollektiv-winzig.ch/) beigezogen, die sich auf Tiny Houses spezialisiert haben. Eine sehr gute Entscheidung, wie wir fanden. Ein weiteres Beispiel, wo Hilfe wirklich sinnvoll ist: der **Energienachweis**. Bei uns waren das 32 Seiten. Das ist kein Formular, das man mal eben ausfüllt — das erfordert Fachwissen über Dämmwerte, U-Werte und Energiestandards. Und dann gibt es noch die juristische Seite: Gibt es Einsprachen von Nachbarn? Stimmt die Zonenkonformität wirklich? Hier kann ein Architekt oder eine spezialisierte Person frühzeitig Probleme erkennen. Wichtig zu wissen: **Handgezeichnete Pläne sind in der Schweiz grundsätzlich erlaubt.** Wir haben in andere Baugesuche Einblick nehmen dürfen, bei denen die Pläne von Hand gezeichnet waren. Alles ist möglich — aber auch hier gilt: zuerst bei der Gemeinde nachfragen, was akzeptiert wird. ## Der Faktor Gemeinde: Alles ist möglich, nichts ist sicher Das ist die ehrlichste Aussage, die wir machen können: **Die Gemeinde entscheidet mit.** Manche Gemeinden sind pragmatisch und unkompliziert. Sie freuen sich über jeden, der das Gespräch sucht, und helfen gerne weiter. Andere sind formeller, erwarten präzise CAD-Pläne und kennen kein Pardon bei fehlenden Unterlagen. Aus unserer Erfahrung: Je früher du den Kontakt mit der Bauverwaltung aufnimmst und je offener du kommunizierst, desto besser. In Muhen haben wir erlebt, wie wichtig es war, persönlich vorstellig zu werden — einmal sogar in Begleitung der Grundstücksbesitzerin. Das hat Missverständnisse aus dem Weg geräumt, die uns sonst teuer zu stehen gekommen wären. ## Unser Fazit: Selber machen ist möglich — aber lies zuerst die Gemeinde Ja, du kannst ein Baugesuch für ein Tiny House selber einreichen. Vor allem wenn du: - Zeit und Geduld mitbringst - frühzeitig das Gespräch mit der Gemeinde suchst - die Pläne entweder selber zeichnen kannst oder jemanden kennst, der das tut - bereit bist, Unterlagen zu beschaffen und Formulare sorgfältig auszufüllen Wenn du hingegen schnell, sicher und mit möglichst wenig Hin und Her durch den Prozess willst — dann ist ein spezialisierter Architekt oder ein Büro wie das Kollektiv Winzig sein Geld wert. Nicht weil es ohne nicht ginge, sondern weil du weisst, dass die Unterlagen stimmen. Wir würden es beim nächsten Mal ähnlich machen: die Pläne und den Energienachweis von Profis erstellen lassen, den Rest selber erledigen. Das spart Kosten und gibt trotzdem das Gefühl, wirklich dabei zu sein — und das Projekt wirklich zu verstehen. Wie das bei uns schlussendlich ausgegangen ist und wie wir die Baubewilligung erhalten haben, liest du in unserem Post [«Wir haben es geschafft!»](https://www.kokomo.house/tiny-house/wir-haben-es-geschafft/). --- ## Bauvisiere selber stellen — lohnt sich das? - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/bauvisiere-selber-stellen-lohnt-sich-das/ - Datum: 22. März 2026 - Tags: tiny house, schweiz, baubewilligung, Tiny House Schweiz, bauvorbereitung - Zusammenfassung: Bauvisiere selber stellen statt Profi beauftragen — für unser Tiny House haben wir genau das gemacht. Offerten bis CHF 1200 und wie es wirklich lief. Endlich war es so weit: Das Baugesuch war eingereicht, die Unterlagen komplett — und als nächstes stand eine Aufgabe an, die wir vorher noch nie gemacht hatten: **Bauvisiere selber stellen**. Für viele vielleicht nur ein bürokratischer Schritt, für uns war es das erste Mal, dass unser Tiny House auf dem Grundstück sichtbar wurde. Zumindest in Form von ein paar langen Holzstangen. ## Was ist ein Bauvisier — und wozu braucht man es? Ein **Bauvisier** ist eine temporäre Markierung auf dem Grundstück, die zeigt, wo und wie hoch das geplante Gebäude stehen wird. In der Schweiz ist das bei praktisch jedem Bauprojekt Pflicht — auch bei einem Tiny House. Die Stangen bleiben während der **öffentlichen Auflagefrist** des Baugesuchs stehen, damit Nachbarn und Behörden sich ein Bild vom Vorhaben machen können. Kurz gesagt: Kein Bauvisier, kein Baugesuch. So einfach ist das. ## Selber machen oder Profi beauftragen? Wir hatten uns vorgängig zwei Offerten eingeholt. Die lagen zwischen **CHF 700 und CHF 1'200** — für ein paar Holzstangen, die ein paar Wochen stehen und dann wieder weg sind. Das hat uns zu denken gegeben. Den entscheidenden Tipp bekamen wir aus der Community: Jemand aus dem Verein [Kleinwohnformen](https://www.kleinwohnformen.ch/) hatte die Bauvisiere für sein Haus in Muhen ebenfalls selbst gestellt. Wenn die das können, können wir das auch, dachten wir. Und wer sich gerade mit dem Thema **Baugesuch Tiny House** beschäftigt, weiss: Man sucht überall, wo man Kosten sparen kann. ## Was wir gebraucht haben Für unser Haus brauchten wir **10 Stangen** mit einer Höhe zwischen 3.32 m und 3.34 m. Was wir sonst noch dabei hatten: - Den **Bauvisierplan** (Teil des Baugesuchs) - Werkzeug zum Einschlagen und Ausrichten der Pfähle - Und die wichtigste Zutat: **Urs** Urs ist Gartenbauer, Allrounder und guter Freund. Er hat die Visiere vorbereitet, das nötige Werkzeug mitgebracht — und vor allem eine Menge Erfahrung. Ohne ihn wäre das Ganze wohl deutlich länger gegangen. ## Der Aufbau — 2.5 Stunden und 10 Stangen später Am 18. März 2022 war es soweit. Mit einem guten Plan und einem noch besseren Startpunkt ging es los. Das Kniffligste beim Bauvisiere stellen ist das **korrekte Vermessen und Ausrichten** der Stangen. Die Masse müssen stimmen, die Positionen auch — und das auf einem Grundstück, das noch keine klaren Referenzpunkte hat. Wir hatten Glück: Unser Ausgangspunkt war fast perfekt, was vieles vereinfachte. «Ich war mehrheitlich der Zudiener» — das muss ich zugeben. Urs hat den Grossteil der handwerklichen Arbeit übernommen, während ich Stangen angereicht und gelegentlich den Hammer geschwungen habe. Nach etwas mehr als **2.5 Stunden** standen alle 10 Stangen. Fertig. Was ich mir danach natürlich nicht nehmen lassen konnte: mich schon mal an die Stelle zu legen, wo später unser Schlafzimmer sein würde. Einfach so, um zu spüren, dass es wirklich passiert. ## Unser Fazit — und ein paar Tipps Ja, es ist möglich, Bauvisiere selbst zu stellen. Und ja, es lohnt sich — zumindest wenn man ein paar Dinge beachtet: - **Hol dir Unterstützung** von jemandem mit Erfahrung. Alleine ist es machbar, aber mühsam. - **Werkzeug ist entscheidend.** Ohne das richtige Equipment dauert es deutlich länger. - **Der Bauvisierplan muss sauber sein.** Er ist die Grundlage für alles — ohne guten Plan kein gutes Ergebnis. - **Einsparpotenzial: CHF 700–1200.** Das ist Geld, das woanders besser aufgehoben ist. Die Bauvisiere waren für uns übrigens einer der ersten greifbaren Momente des ganzen Projekts — nach Monaten der Planung und Bürokratie plötzlich etwas Physisches auf dem Grundstück. Wer mehr über den Weg zur [Baubewilligung](/wir-haben-es-geschafft) oder den [weiteren Baufortschritt](/wohnwagon-100-im-bau) lesen möchte, findet bei uns noch mehr dazu. Wer den Aufwand nicht scheut und jemanden mit Know-how an der Seite hat, kann das problemlos selbst machen. Wir würden es jederzeit wieder so tun. --- ## Tadelakt in der Dusche: Unser Fazit nach 3,5 Jahren - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/tadelakt-in-der-dusche-unser-fazit-nach-3-5-jahren/ - Datum: 20. März 2026 - Tags: tiny house, wohnwagon, Tiny House Alltag, nachhaltigkeit, tadelakt - Zusammenfassung: Seit 3,5 Jahren duschen wir täglich in unserer Tadelakt-Dusche. Was steckt hinter diesem uralten Putz — und wie hält er sich im Tiny-House-Alltag? Es gibt Entscheidungen beim Hausbau, über die man lange nachdenkt. Und dann gibt es welche, die sich einfach richtig anfühlen — von Anfang an. Die Tadelakt-Dusche war für uns so eine Entscheidung. Heute, gut 3,5 Jahre nach unserem Einzug in KOKOMO, können wir sagen: **Wir bereuen es keinen einzigen Tag.** Aber der Reihe nach. ## Ein Putz mit Geschichte: Woher kommt Tadelakt? Tadelakt ist kein Trend. Es ist ein Handwerk, das seit **Jahrhunderten in Marokko** praktiziert wird — genauer gesagt in der Region rund um Marrakesch, wo ein besonders geeigneter Kalk gewonnen wird. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie «einreiben» oder «kneten» — und beschreibt damit genau das, was bei der Verarbeitung passiert. Traditionell wurde Tadelakt in **Hammams, Palästen und Moscheen** verwendet. Also überall dort, wo Wasser, Wärme und Würde aufeinandertreffen. Der Putz wird aus gebranntem Kalk angemischt, in mehreren Schichten aufgetragen und dann mit einem glatten Stein poliert — stundenlang, von Hand. Abschliessend wird er mit schwarzer Seife (Savon beldi) behandelt, die dem Kalk seine wasserabweisenden Eigenschaften verleiht. Was diesen Putz handwerklich so besonders macht: **Es gibt keine Fugen.** Die gesamte Fläche ist aus einem Guss, eine einzige lebendige Oberfläche mit leichten Farbvariationen, die je nach Lichteinfall anders wirkt. Kein Industrieprodukt der Welt kann diesen Charakter imitieren. ## Warum wir uns für Tadelakt entschieden haben Als wir mit Wohnwagon unseren Wohnwagon #100 geplant haben, war die Dusche ein Thema, das uns beschäftigt hat. Tiny House bedeutet: wenig Platz, also muss jeder Quadratzentimeter stimmen — optisch und praktisch. Fliesen kamen für uns nie wirklich in Frage. **Fugen bedeuten Schimmelrisiko**, und gerade in einer kleinen Dusche, die täglich benutzt wird, wollten wir das nicht. Ausserdem: Fliesen fühlen sich kalt an — im wahrsten Sinne. Tadelakt hingegen wirkt warm, lebendig, natürlich. Dazu kommt der Aspekt der Nachhaltigkeit. Kalk ist ein **natürlicher, mineralischer Baustoff** ohne synthetische Zusätze. Das passte perfekt zu unserem Anspruch, so naturnah wie möglich zu bauen und zu leben. «Als wir das erste Mal die fertige Dusche gesehen haben, war uns klar: Das ist genau das, was wir wollten» — dieser Moment ist uns noch heute präsent. ## Die ersten Monate: gut informiert von Anfang an Tadelakt vergibt keine Nachlässigkeit — das wussten wir. Deshalb haben wir uns **vor dem Einzug sorgfältig informiert**: Was darf in diese Dusche, was nicht? Welche Reinigungsmittel sind erlaubt? Wie oft muss nachgepflegt werden? Wohnwagon hat uns dabei nicht allein gelassen. Wir bekamen klare Hinweise: - **Keine sauren Reiniger** — Kalk und Säure vertragen sich nicht - **Keine aggressiven Schwämme oder Scheuermittel** - Regelmässig mit schwarzer Seife nachbehandeln, um die Wasserabweisung zu erhalten - Nach dem Duschen kurz lüften und die Oberfläche trocknen lassen Diese Hinweise haben wir von Anfang an befolgt. Und es hat sich gelohnt. ## Was nach 3,5 Jahren noch top ist Der offensichtlichste Punkt zuerst: **Die Dusche sieht noch immer wunderschön aus.** Die Oberfläche ist glatt, die Farbe gleichmässig, der Charakter des Materials ist unverändert präsent. Keine abgeplatzten Stellen, keine Verfärbungen, die uns stören würden. Was uns täglich freut: - **Keine Fugen.** Wirklich: das ist Gold wert. Kein Schimmelputzen, kein Nachversiegeln, keine schwarzen Ränder. - Die **Haptik** ist einzigartig — weich, fast seidig, angenehm unter den Händen. - Das **Licht** spielt wunderschön auf der Oberfläche — je nach Tageszeit wirkt die Dusche anders. - Das gute Gefühl, täglich mit einem **natürlichen, handwerklich gefertigten Material** in Berührung zu kommen. Tadelakt altert ausserdem mit Würde. Kleine Gebrauchsspuren verleihen ihm Charakter, anstatt es zu ruinieren. ## Was Tadelakt nicht so einfach macht Wir wollen ehrlich sein: Tadelakt ist kein «stell es auf und vergiss es»-Material. Es hat **Eigenheiten, die man kennen und respektieren muss**. Das Grösste davon ist das Wasser selbst. **Hartes Wasser mit viel Kalk** kann auf Dauer Ablagerungen hinterlassen, die sichtbar werden. In der Schweiz — und bei uns im Speziellen — ist das Wasser je nach Region sehr kalkhaltig. Hier braucht es etwas Aufmerksamkeit und regelmässige Pflege. Ausserdem ist Tadelakt **kein Material für Menschen, die nie ans Putzen denken wollen**. Es braucht eine bewusste Pflegeroutine. Nicht stundenlang, aber konsequent. Wer das nicht mag, ist mit Fliesen vielleicht besser bedient — auch wenn uns das ein bisschen wehtut zu sagen. Und schliesslich: Die **Verarbeitung ist anspruchsvoll**. Tadelakt muss von erfahrenen Handwerkern aufgetragen werden. Das spiegelt sich im Preis wider. ## Unsere Pflegeroutine heute Nach 3,5 Jahren haben wir eine Routine gefunden, die funktioniert — ohne grossen Aufwand: - **Nach jedem Duschen:** Oberfläche kurz mit einem weichen Tuch oder einem Fensterwischer abziehen, damit kein Wasser steht - **Wöchentlich:** Die Dusche mit **verdünnter schwarzer Seife** (Savon beldi) reinigen — das pflegt gleichzeitig - **Keine Reinigungsmittel aus dem Supermarkt** — wir bleiben konsequent bei der schwarzen Seife - **Alle paar Monate:** Ein Hauch Olivenöl oder spezielles Tadelakt-Pflegeöl einmassieren, um den Glanz zu erhalten Das klingt nach mehr, als es ist. In der Praxis ist es eine Gewohnheit, die sich in wenigen Minuten erledigt. ## Fazit: Würden wir es wieder so machen? **Ja. Ohne zu zögern.** Tadelakt ist nicht die einfachste Wahl für eine Dusche. Aber es ist für uns die richtige. Es passt zu unserem Haus, zu unserem Anspruch an natürliche Materialien — und ehrlich gesagt auch zu uns. Wir schätzen Dinge, die Handwerk, Geschichte und Funktion in sich vereinen. Für wen eignet sich Tadelakt? Für alle, die bereit sind, sich kurz zu informieren, eine kleine Pflegeroutine zu pflegen und dafür täglich in einer Dusche zu stehen, die sich anfühlt wie ein kleines Hammam in den eigenen vier Wänden — oder in unserem Fall: auf 35 Quadratmetern. Habt ihr Fragen zu unserer Tadelakt-Dusche? Schreibt uns — wir beantworten sie gerne! --- ## Unser Gasbackofen-Drama: von Kohle-Pizza zu Glück - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/unser-gasbackofen-drama-von-kohle-pizza-zu-glueck/ - Datum: 14. März 2026 - Tags: tiny house, wohnwagon, Tiny House Alltag, schweiz, autarkie - Zusammenfassung: Unser Gas-Einbaubackofen im Tiny House war erst defekt, dann verbogen und zickig. Nach langer Suche fanden wir endlich Ersatz – und backen heute wieder regelmässig. Wir haben im Tiny House so ein paar Dinge, die uns jedes Mal kurz daran erinnern, dass wir nicht in einer 08/15-Wohnung leben. Der Gasbackofen gehört definitiv dazu. Am Anfang klang das alles ziemlich romantisch. Backen mit Gas. Unabhängiger sein. Nicht jedes Mal überlegen müssen, ob die Batterie gerade Lust auf 2000 Watt hat. Und ganz ehrlich: Ein Ofen ist im Alltag einfach so ein stiller Held. Erst wenn er fehlt, merkst du, wie oft du ihn eigentlich brauchst. ## Der erste Ofen: kurz da, schnell tot Als wir im September 2022 in unser Wohnwagon-Tiny House eingezogen sind, war der Einbau-Gasbackofen schon drin. Wir waren happy, haben das Ding angefeuert und dachten: Läuft. Tat es aber nicht lange. Nach kurzer Zeit war der Ofen defekt. So richtig defekt. Nicht «hm, er heizt ein bisschen langsam», sondern «er macht, was er will». Zum Glück lief das über Garantie, und Wohnwagon hat uns einen neuen organisiert. Wir waren erleichtert. Problem gelöst, dachten wir. ## Der zweite Ofen: als wäre er vom Lastwagen gefallen Der Ersatz kam an und wir standen davor wie vor einem schlechten Witz. Das Gehäuse war verbogen, als hätte jemand beim Transport entschieden, dass ein Backofen auch als Paketstütze taugt. Michi hat ihn angeschaut, dann uns angeschaut, dann den Hammer geholt. «Das kann doch nicht wahr sein», haben wir beide gesagt. Und dann haben wir tatsächlich mit sanfter Gewalt versucht, das Ding wieder in eine Form zu bringen, die man guten Gewissens in eine Küchenzeile schieben kann. Spoiler: Wenn du ein Gerät zuerst mit dem Hammer überreden musst, ist die Chance klein, dass es danach einwandfrei funktioniert. ## Die Pizza, die zur Rauchbombe wurde Wir haben den Ofen eingebaut, angeschlossen und ehrlich gesagt: Wir wollten einfach wieder normal backen. Also Pizza rein. Und dann kam dieser Moment, den wir heute fast schon lustig finden. Fast. Unsere erste Pizza war innerhalb kurzer Zeit mehr **Kohle als Pizza**. Dazu Rauch. Viel Rauch. Tiny House Rauch. Wenn du in einem Tiny House Rauch hast, dann hast du nicht «ein bisschen Rauch in der Küche». Dann hast du Rauch im Bett, im Bad, im Kleiderschrank und gefühlt auch in der Zahnbuerste. Wir standen da, Fenster auf, Türe auf, und einer von uns fächelte mit einem Schneidebrett herum. «Das hätten wir nie gedacht», haben wir gelacht, aber eher so ein leicht hysterisches Lachen. Und ja: Wir müssen es zugeben. Vielleicht lag ein Teil auch an uns. Wir hatten den Ofen einfach eingebaut, ohne die Gas-Konfiguration zu überprüfen. Welche Düse drin ist, ob das wirklich zu unserem Gas passt, ob der Druck stimmt – wir haben es damals zu locker genommen. ## Das Feuer geht aus – ausser du lässt die Türe offen Nach dem Pizza-Desaster war aber nicht einfach wieder alles gut. Der Ofen hatte eine neue Spezialität: Das Feuer ging immer wieder aus. Nicht immer. Nicht vorhersehbar. Einfach so. Und irgendwann merkten wir: Wenn wir die Backofentüre einen Spalt offen liessen, blieb der Brenner eher an. Also sassen wir da, wie zwei Bodyguards vor einem sehr empfindlichen Promi-Ofen, und haben ihn beobachtet. - Türe leicht offen? - Brenner noch an? - Wird es zu heiss? - Wird es zu schwarz? Irgendwann hatten wir schlicht keinen Bock mehr. ## Backpause: weil man nicht wegen allem kämpfen muss Wir haben das Backen für eine ganze Weile sein lassen. Nicht, weil wir keine Lust auf Brot, Kuchen oder Auflauf hatten. Sondern weil wir keine Lust mehr hatten, uns um einen Backofen zu kümmern, der sich wie ein launischer Mitbewohner benimmt. Und das war auch eine kleine Tiny-House-Lektion: Du darfst Dinge auch mal liegen lassen. Nicht alles muss sofort optimiert und gelöst werden. ## Die Suche in der Schweiz: Gas-Einbauöfen? Gibt’s nicht. Irgendwann kam der Moment, wo wir wieder Lust auf Ofengerichte hatten. Und da standen wir vor dem nächsten Problem: In der Schweiz findest du praktisch keinen gasbetriebenen Einbau-Backofen. Wir haben: - Gerätelieferanten angefragt - uns durch Online-Shops geklickt - Stunden mit Recherche verbracht Erfolglos. Auf ein paar spanischen und italienischen Webseiten tauchten solche Öfen auf, aber das war uns zu heikel. Und dann, endlich, fanden wir einen deutschen Hersteller, der noch zwei gasbetriebene Einbauöfen im Sortiment hatte. Also bestellten wir. ## Der dritte Ofen: diesmal machen wir es richtig Als der neue Ofen ankam, waren wir fast schon ehrfürchtig. Keine Dellen. Keine verbogenen Bleche. Kein Hammer-Einsatz. Und diesmal wollten wir nicht wieder auf gut Glück starten. Wir haben uns informiert, was eingestellt werden muss: Gasdüse, Gasart, all diese Details, die man beim ersten Mal so charmant ignorieren kann. Der erste Test sollte kein emotionaler Grossverlust werden. Keine selbstgemachte Pizza. Keine stundenlange Focaccia. Wir kauften tiefgefrorene Sachen zum Aufbacken. Günstig. Und wenn’s schief geht: nicht tragisch, weil eh nicht mega lecker. Wir setzten uns vor den Ofen, wie ins Kino. Gas an. Blick auf den Brenner. Warten. Kontrollieren. Und dann passierte etwas sehr Ungewohntes: Es klappte. ## Heute: nicht perfekt, aber wieder unser Ofen Je länger wir den Gasbackofen nutzen, desto besser kommen wir zurecht. Es ist nicht ganz so komfortabel wie ein Strombackofen. Die Hitze ist anders, das Timing ist manchmal etwas sensibler, und wir sind am Anfang sicher öfter am Kontrollieren. Aber es funktioniert. Und wir merken erst jetzt so richtig, wie sehr wir den Ofen vermisst haben. Wir backen wieder relativ oft und viel. Brot. Aufläufe. Gemüse. Manchmal auch einfach nur etwas Warmes, das nach Zuhause riecht. ## Unser Fazit: Technik kann nerven, aber sie darf auch wieder Freunde werden Wenn wir etwas gelernt haben, dann das: - **Gasgeräte brauchen mehr Aufmerksamkeit** als man denkt, vor allem bei Konfiguration und Sicherheit. - Nicht jeder Ersatz ist automatisch eine Lösung. - Und manchmal ist es okay, eine Pause zu machen, statt sich in ein Problem zu verbeissen. Heute sind wir froh, dass wir den dritten Anlauf gemacht haben. Nicht, weil jetzt alles perfekt ist, sondern weil wir wieder backen können, ohne dass unser Tiny House zur Räucherkammer wird. Und wenn wir jetzt den Ofen einschalten, sagen wir manchmal aus Spass: «Bitte benimm dich.» Bis jetzt klappt’s erstaunlich gut. --- ## Unser Wohnmobil ist weg – und plötzlich ist alles offen - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/unser-wohnmobil-ist-weg-und-ploetzlich-ist-alles-offen/ - Datum: 9. März 2026 - Tags: Tiny House Alltag, minimalismus, schweiz, nachhaltigkeit, autarkie - Zusammenfassung: Wir haben unser 20-jähriges Wohnmobil verkauft: Rost, Bremsen, Stossdämpfer – zu viel. Nach dem Schock fühlen wir wieder Freiheit und suchen neu, was wir wirklich brauchen. Es gibt diese Entscheidungen, die sich anfühlen wie ein Pflaster abziehen. Du weisst, es muss sein. Aber du zögerst trotzdem. Bei uns hiess dieses Pflaster: Wohnmobil verkaufen. Wir haben unser Wohnmobil 2018 gekauft – vier Jahre bevor wir im September 2022 ins Tiny House gezogen sind. Damals war es nicht einfach ein Fahrzeug. Es war ein Versprechen. Ein mobiles «Wir probieren das jetzt einfach»-Gefühl. Ein bisschen Unabhängigkeit auf Rädern. Und, rückblickend, auch der Startschuss für unser Tiny-House-Denken: weniger Zeug, mehr draussen, mehr unterwegs. ## 2018: Der Moment, als alles anfing zu rollen Wir erinnern uns noch gut an die ersten Fahrten. Dieses leichte Kribbeln, wenn du den Schlüssel drehst und plötzlich das Zuhause mitfährt. Das Wohnmobil war nicht perfekt, aber es war unseres. Wir haben darin gekocht, obwohl die Pfanne immer genau dann klapperte, wenn wir dachten, jetzt sei endlich Ruhe. Wir haben bei Regen Brandy-Dog gespielt und so getan, als wäre das Trommeln auf dem Dach «romantisch». Und wir haben gemerkt: Uns reicht wenig. «So haben wir das erlebt: Je kleiner der Raum, desto klarer wird, was wirklich zählt.» ## Die Realität nach 20 Jahren: Rost frisst Romantik Irgendwann kippt so eine Liebesgeschichte. Nicht mit einem grossen Knall, eher mit einem schleichenden «Hmm… das wird jetzt aber teuer». Das Wohnmobil war inzwischen 20 Jahre alt. Und es hat sich nicht nur alt angefühlt, es war es auch. Da war **Rost**, und zwar nicht der «ein bisschen Flugrost, das kriegen wir hin»-Rost, sondern der «das ist strukturell nicht mehr lustig»-Rost. Dann kamen die Themen, die man bei einem Fahrzeug gerne verdrängt, bis sie dich einholen: - Bremsen, die nicht einfach nur «mal gemacht werden müssten» - Stossdämpfer, die eher nach Wellenreiten als nach Fahrkomfort klangen - das ständige Gefühl, dass als Nächstes wieder etwas auftaucht Wir haben gerechnet, diskutiert, wieder gerechnet. Und irgendwann stand dieser Satz im Raum, den niemand gerne sagt: «Das ist alles in allem zu viel für uns.» ## Verkaufstag: Zwischen Erleichterung und Herzklopfen Der Tag, an dem wir es verkauft haben, war komisch. Praktisch gesehen war es logisch. Emotional gesehen war es… na ja, wie wenn du eine Tür schliesst, von der du dachtest, sie bleibt für immer offen. Als der Käufer vom Hof fuhr, haben wir uns kurz angeschaut. Ein paar Sekunden lang war da nur Stille... Dann kam der erste Schock: Was machen wir jetzt ohne unsere Campingausflüge? Wir haben dieses Unterwegssein geliebt. Dieses «Heute hier, morgen dort». Das spontane Losfahren. Der Moment, wenn du morgens die Türe öffnest und nicht weisst, wie der Tag riecht. Und trotzdem: Mit jedem Meter, den das Wohnmobil weiter weg war, kam auch ein kleines bisschen Erleichterung zurück. Keine Reparaturlisten mehr. Kein «hoffentlich hält es noch bis…». Kein latenter Stress. ## Nach dem Schock: Die Welt wird wieder rosiger Ein paar Tage später hat sich etwas verändert. Nicht dramatisch, eher leise. Wir haben gemerkt: Wir trauern nicht nur einem Fahrzeug nach. Wir trauern einem Gefühl nach. Und genau da wurde es spannend. Denn das Gefühl – Freiheit, Einfachheit, draussen sein – hängt nicht zwingend an einem 7-Meter-Kasten mit Rostproblemen. Es hängt daran, wie wir unterwegs sein wollen. Eines ist für uns inzwischen klar: **Wir werden sicher kein Wohnmobil mehr kaufen.** Nicht, weil wir plötzlich Camping doof finden. Sondern weil wir gemerkt haben, dass wir diese Art von «zweitem Haushalt auf Rädern» nicht mehr wollen. ## Was jetzt? Wir lassen die Lücke bewusst offen Aktuell ist vieles offen. Und das ist ungewohnt, aber auch irgendwie gut. Vielleicht wird es irgendwann ein Camper-Van. Einer, den du auch als Alltagsauto nutzen kannst. Einer, der nicht nur herumsteht und Versicherungsprämien sammelt, sondern wirklich in unser Leben passt. Oder vielleicht merken wir, dass wir gar kein eigenes Setup mehr brauchen. Seit wir im Tiny House leben, hat sich unser Blick auf Besitz verändert. Früher hätten wir wahrscheinlich sofort nach Ersatz gesucht (Anmerk. d. Red: Michi hätte auch am liebsten). Heute denken wir eher: Was brauchen wir wirklich – und wie oft? Damit wir nicht aus Nostalgie etwas kaufen, das am Ende mehr Arbeit als Freude macht, versuchen wir es diesmal so: - Wir geben uns Zeit und beobachten ein paar Monate lang, was uns wirklich fehlt. - Wir sammeln Situationen: Wann hätten wir ein Fahrzeug gebraucht, und wofür genau? - Wir sprechen offen darüber, was uns am Campen gefehlt hat: das Draussensein oder das «eigene Bett dabei»? Und ja, wir fragen uns auch: Wie viel Freiheit kaufen wir uns – und wie viel Verpflichtung gleich mit? ## Frage an dich: Wie würdest du vorgehen? Wenn du an unserer Stelle wärst – wie würdest du entscheiden? Würdest du erst mal nichts kaufen und schauen, was sich im Alltag wirklich zeigt? Oder würdest du direkt nach einer pragmatischen Lösung suchen, zum Beispiel einem Camper-Van, der auch im Alltag Sinn macht? Schreib uns gern, wie du das machen würdest. Wir finden es gerade mega spannend, von anderen zu hören, wie sie Mobilität und Freiheit lösen – ohne dass es gleich wieder ein riesiges Projekt wird. ## Unser Fazit: Weniger Besitz, mehr Klarheit Im ersten Moment hat sich der Verkauf angefühlt wie ein Verlust. Jetzt merken wir: Es ist auch ein Schritt Richtung Leichtigkeit. Wir behalten die schönen Erinnerungen. Und wir nehmen mit, was uns das Wohnmobil eigentlich beigebracht hat: Dass wir mit wenig auskommen. Dass unterwegs sein nicht an ein bestimmtes Objekt gebunden ist. Und dass Entscheidungen manchmal erst weh tun müssen, bevor sie wieder Luft machen. Was als Nächstes kommt, wissen wir noch nicht. Aber wir wissen, dass wir es diesmal bewusster angehen. Und irgendwie fühlt sich genau das schon wieder nach Freiheit an. --- ## Frühlingsputz im Tiny House: Ein Mythos? - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/fruehlingsputz-im-tiny-house-ein-mythos/ - Datum: 5. März 2026 - Tags: tiny house, minimalismus, Frühlingsputz, nachhaltigkeit, Tiny House Alltag - Zusammenfassung: Im Tiny House braucht es keinen grossen Frühlingsputz. Mit wenig Besitz und regelmässiger Pflege bleibt alles sauber. Ein paar Tipps für den Alltag. ### Der Mythos vom Frühlingsputz Der Frühling klopft an die Tür, die Vögel zwitschern und die Blumen spriessen. Es ist die Jahreszeit, in der viele den Drang verspüren, ihre vier Wände gründlich zu reinigen. Doch was ist, wenn man in einem Tiny House lebt? Braucht es da überhaupt einen Frühlingsputz? Die Antwort ist: nicht wirklich. Lass uns dir erzählen, warum. ### Weniger Besitz, weniger Arbeit Eines der grössten Vorteile eines Tiny Houses ist der begrenzte Platz. Das klingt vielleicht nach einem Nachteil, aber wir sehen es als Segen. Mit weniger Raum kommt weniger Besitz, und mit weniger Besitz kommt weniger Unordnung. Unser Lebensstil erfordert es, dass wir nur das behalten, was wir wirklich brauchen und lieben. Das reduziert den Reinigungsaufwand erheblich. Wenn du durch die Regale und Schränke in unserem kleinen Zuhause schaust, wirst du schnell feststellen, dass sie nicht überquellen. Alles hat seinen Platz und nichts ist im Überfluss vorhanden. Das macht den Frühjahrsputz eigentlich überflüssig. ### Regelmässige Pflege statt grosser Aufräumaktion Anstatt einmal im Jahr einen riesigen Putzmarathon zu starten, setzen wir auf regelmässige Pflege. Unsere Regel lautet: „Ein bisschen jeden Tag hält das Chaos fern.“ Das bedeutet, dass wir täglich ein paar Minuten investieren, um aufzuräumen und sauber zu machen. Die Fenster putzen wir, wenn sie es nötig haben, nicht nur im Frühling. Dadurch bleibt alles stets in einem Zustand, in dem wir uns wohlfühlen. Und das beste daran? Es fühlt sich nie nach einer lästigen Pflicht an. ### Der Charme der Einfachheit Minimalismus hat uns gelehrt, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das hat nicht nur unser Zuhause, sondern auch unser Leben bereichert. Weniger Zeug bedeutet mehr Freiheit und mehr Zeit für die Dinge, die wirklich zählen. Ein grosser Frühlingsputz mag für manche ein befreiendes Ritual sein, für uns ist es eine Erinnerung daran, dass Einfachheit der Schlüssel zu einem glücklichen Leben ist. Unser Tiny House zeigt uns jeden Tag, dass wir nicht viel brauchen, um glücklich und zufrieden zu sein. ### Unsere Tipps für den Alltag - **Weniger ist mehr:** Überlege dir bei jedem neuen Gegenstand, ob du ihn wirklich brauchst oder ob er nur Platz wegnimmt. - **Regelmässigkeit statt Einmalaktion:** Kleine, regelmässige Aufräumaktionen sind effektiver als ein grosser Frühlingsputz. - **Fokus auf Qualität:** Investiere in hochwertige Gegenstände, die lange halten und dir Freude bereiten. - **Flexibilität bewahren:** Räume und Gegenstände sollten flexibel einsetzbar sein und mehrere Funktionen erfüllen. ### Fazit: Frühjahrsputz? Nie gehört! Für uns ist der Frühlingsputz ein Mythos. In unserem Tiny House leben wir nach dem Motto: Weniger ist mehr. Ein minimalistischer Lebensstil reduziert nicht nur den Reinigungsaufwand, sondern schenkt uns auch mehr Zeit und Freiheit. Und das ist letztlich der wahre Wert des Lebens in einem Tiny House. Wir hoffen, dass dich unsere Erfahrungen inspirieren, vielleicht auch ein wenig minimalistischer zu leben. Und wer weiss, vielleicht gehörst du bald auch zu denjenigen, die den Frühjahrsputz getrost ignorieren können. --- ## Gäste im Tiny House – geht das überhaupt? - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/gaeste-im-tiny-house-geht-das-ueberhaupt/ - Datum: 4. März 2026 - Tags: Tiny House Alltag, bewusstes wohnen, minimalismus, Real Talk, tiny house - Zusammenfassung: Wo schlafen Gäste auf 36 Quadratmetern? Wie oft kommt das vor? Und braucht man wirklich ein Gästezimmer? Ehrliche Antworten aus unserem Tiny-House-Alltag. «Und wenn Besuch kommt – wo schlafen die dann?» Diese Frage gehört zu den absoluten Klassikern, die wir hören, sobald jemand erfährt, dass wir auf 36 Quadratmetern leben. Meistens schwingt ein ungläubiges Lächeln mit. Verständlich. Also reden wir mal darüber. ## Ja, es geht – theoretisch und praktisch Fangen wir mit den Fakten an: Zwei Gäste könnten bei uns übernachten. Das Sofa lässt sich ausziehen, und mit ein bisschen Tetris-Talent wird aus unserem Wohnbereich ein gemütlicher Schlafplatz. Decken, Kissen, fertig. Technisch gesehen ist das kein Problem. Aber – und jetzt kommt der ehrliche Teil – wie oft passiert das tatsächlich? Selten. Und das hat weniger mit dem Platz zu tun als mit uns. ## Je älter man wird, desto seltener schläft jemand auf deinem Sofa Das klingt vielleicht unromantisch, aber es ist die Wahrheit: Mit den Jahren verändern sich Besuche. Früher, in der WG-Zeit, hat man nach einem Abend einfach irgendwo gepennt. Heute trinkt man gemütlich zusammen einen Wein und fährt dann wieder nach Hause. Das hat mit dem Tiny House rein gar nichts zu tun. Das ist einfach das Leben. Unsere Freunde und Familie haben ihre eigenen Betten, ihre eigenen Routinen. Und mal ehrlich: Wir geniessen es auch, abends zu zweit unsere Ruhe zu haben. ## Braucht man ein Gästezimmer? Nein. Wir haben uns am Anfang tatsächlich Gedanken gemacht, ob der fehlende Platz für Gäste ein Problem wird. Nach über drei Jahren können wir sagen: überhaupt nicht. Ein Gästezimmer, das 360 Tage im Jahr leer steht, ist in einem normalen Haus schon fragwürdig. In einem Tiny House wäre es absurd. Was wir stattdessen haben: ein Sofa, das im Notfall zum Bett wird. Das reicht. Für die zwei, drei Mal im Jahr, wo es wirklich vorkommt. ## Was Besuche bei uns wirklich ausmacht Viel spannender als die Schlaffrage ist, was passiert, wenn Gäste tagsüber vorbeikommen. Denn das kommt regelmässig vor – und es ist jedes Mal schön. Die Reaktionen beim ersten Besuch sind immer ähnlich: Staunen, Neugier, und dann dieser Moment, in dem jemand sagt: «Es ist viel grösser, als ich dachte.» Oder: «Es fühlt sich gar nicht eng an.» Wir müssen dann immer ein bisschen schmunzeln. Meistens sitzen wir draussen. Auf der Terrasse, im Garten, am kleinen Tisch. Gerade im Frühling und Sommer ist das perfekt. Bei schlechtem Wetter geht es drinnen – und ja, dann ist es kuschelig. Aber nicht unangenehm. ## Was wir gelernt haben Besuch im Tiny House hat uns etwas Wichtiges gezeigt: Man braucht keinen grossen Raum, um eine gute Zeit miteinander zu haben. Eigentlich braucht man nur einen Tisch, etwas zu trinken und gute Gespräche. Und falls doch mal jemand über Nacht bleibt? Dann funktioniert das. Nicht in einem separaten Gästezimmer mit eigenem Bad und Handtuchset. Sondern auf einem ausgezogenen Sofa, mit einer Tasse Kaffee am nächsten Morgen und dem Blick ins Grüne. Das ist mehr als genug. --- ## Sonne im Tank, Holz im Griff: So war unser dritter Winter auf 36m² - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/sonne-im-tank-holz-im-griff-so-war-unser-dritter-winter-auf-36m/ - Datum: 1. März 2026 - Tags: Tiny House Schweiz, Stromautarkie, Wintererfahrung, Solarstrom, Heizen im Tiny House - Zusammenfassung: 60 Tage am Netz, ein stromfressender Radiator und ganz viel Februar-Nebel: Warum wir trotz 113 kWh Fremdstrom glücklich mit unserer Winterbilanz sind. Hast du es auch gespürt? Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen, die nicht nur die Nase kitzeln, sondern auch endlich wieder richtig Power für unser Haus bringen. Der dritte Winter in unserem [KOKOMO House](https://www.kokomo.house) in Muhen ist offiziell Geschichte, und wir ziehen zufrieden – und wie immer ehrlich – Bilanz. Es ist ein schönes Gefühl zu merken, dass wir keine Neulinge mehr sind. Mittlerweile wissen wir genau, wie unser Haus atmet und wie viel Energie wir wirklich brauchen. [cite_start]Das tägliche Einfeuern des [wassergeführten Holzofens](https://www.kokomo.house/tiny-house/innovative-heizung-in-unserem-tiny-house) gehört aktuell der Vergangenheit an. Dank der zunehmenden Sonnenstunden liefert unsere [Solaranlage](https://dashboard.kokomo.ch) wieder genug Überschuss für den Tauchsieder im Wasserspeicher. Das bedeutet: warmes Wasser und ein wohlig warmer Raum, ganz ohne dass wir abends den Ofen anwerfen müssen. ## Real Talk: Unsere Strom-Bilanz Wir haben es in früheren Beiträgen schon erwähnt: In den ganz dunklen Wintermonaten hilft uns unser Nachbar mit einer Steckdose aus, da wir keinen festen Anschluss ans Gemeindestromnetz haben. Diesen Winter waren wir insgesamt an **60 Tagen** auf diesen "Landstrom" angewiesen: * **23.11.2025 – 17.1.2026:** 55 Tage * **23.1.2026 – 25.1.2026:** 2 Tage * **29.1.2026 – 1.2.2026:** 3 Tage Insgesamt haben wir **113 kWh** bezogen. Das klingt im ersten Moment nach viel für ein [Leben auf 36m²](https://www.kokomo.house/tiny-house/unser-leben-im-tiny-house-zwei-jahre-spaeter-neu), hat aber einen einfachen Grund: Über Weihnachten und Neujahr waren wir eine Woche weg. Damit die Leitungen nicht einfrieren, lief in dieser Zeit ein Stromradiator. Das hat die Statistik ordentlich nach oben getrieben. Seit Februar sind wir über alles gesehen wieder stromautark. Aber der Februar hatte es in sich: Er war nebeltechnisch extrem hartnäckig. Diese graue Suppe hat uns gezwungen, doch nochmals kurzzeitig ans Grid zu gehen. Aber hey, das gehört zum [Leben mit den Jahreszeiten](https://www.kokomo.house/tiny-house/unser-leben-im-tiny-house-zwei-jahre-spaeter-neu) dazu! ## Licht statt Vordach Oft werden wir gefragt: «Fehlt euch eigentlich kein Vordach bei der Eingangstüre?» Klar, wenn es mal richtig schifft, wäre es kurzzeitig praktisch. Aber weisst du was? Wir sind noch immer froh, dass wir keines haben. Ein Vordach würde uns wertvolles Tageslicht stehlen, das gerade in den dunklen Monaten so wichtig für das Gemüt ist. Und seien wir ehrlich: Es regnet ja nicht ständig. Für uns gewinnt das Licht jedes Mal gegen die paar Regentropfen. ## Wäsche und Luftfeuchtigkeit Ein grosses Thema im Tiny House ist oft die Feuchtigkeit. Wir haben das mittlerweile gut im Griff. Wäsche trocknen wir, wann immer es geht, draussen – auch im Winter. Wenn sie abends noch klamm ist, kommt sie rein, aber das «Gröbste» ist dann bereits draussen verdunstet. So schleppen wir nicht unnötig viel Feuchtigkeit ins Haus. Kombiniert mit unserem eisernen Rhythmus – dreimal täglich stosslüften – haben wir absolut keine Probleme. Auch wenn das Lüften bei Minusgraden Überwindung kostet, es lohnt sich! ## Die Holzreserve passt Nach drei Jahren haben wir den Dreh beim Heizen raus. [cite_start]Wir verbrauchen pro Winter etwa **1,5 Ster Holz**. In diesem Jahr gab uns die Erfahrung eine grosse Gelassenheit: Wir wussten genau, dass unser Vorrat reicht. Kein Zittern, ob wir mitten im Februar noch eine Express-Holzlieferung organisieren müssen. Diese Sicherheit macht den Winter im Tiny House deutlich entspannter. Jetzt freuen wir uns riesig darauf, dass es draussen wieder heller und freundlicher wird. Der [Garten](https://www.kokomo.house/tiny-house/mit-1000-litern-regenwasser-durch-den-hitzesommer-2025) wartet schon auf uns! Wie hast du den Winter überstanden? Musstest du auch gegen den Nebel ankämpfen? Schreib es uns in die Kommentare! --- ## Tiny House oder Wäscherei? Wenn Bettwäsche den Raum übernimmt - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/tiny-house-oder-waescherei/ - Datum: 22. Dezember 2025 - Tags: Tiny House Alltag, Wäsche waschen, Winter im Tiny House, Real Talk, Raumklima - Zusammenfassung: Draussen Nebel, drinnen Zeltlager: Wir zeigen euch ungeschönt, was passiert, wenn man auf 36 Quadratmetern Bettwäsche waschen muss und warum Lüften dabei überlebenswichtig ist. **Kennt ihr diese perfekten Instagram-Bilder von Tiny Houses? Alles ist aufgeräumt, minimalistisch und an seinem Platz. Tja, und dann gibt es den echten Alltag. Und der sieht an einem nebligen Dezembermorgen im Aargau manchmal so aus, als hätten wir unser Wohnzimmer in eine professionelle Wäscherei verwandelt.** Heute Morgen stand nämlich Bettwäsche waschen auf dem Programm. Ein eigentlich banaler Vorgang, der auf 36m² aber schnell zum raumfüllenden Ereignis wird. ## Der Kampf gegen den Nebel Normalerweise lieben wir es, unsere Wäsche draussen an der frischen Luft zu trocknen. Unser Aussenbereich ist für uns wie ein erweitertes Wohnzimmer. Aber wer den Schweizer Winter kennt, weiss: Wenn der Hochnebel in Muhen hängt und die Temperaturen sinken, wird die Wäsche draussen eher steif gefroren als trocken. Also musste die Wäsche rein. Und wenn man kompakt lebt, bedeutet "rein" eben: mitten ins Leben. ## Zeltlager im Wohnbereich Wie ihr auf den Fotos seht, braucht es ein bisschen Kreativität, wenn grosse Leintücher und Bettbezüge trocknen müssen. Da werden Küchengriffe zu Wäscheleinen umfunktioniert und quer durch den Raum Leinen gespannt. Das Ergebnis? Unser Tiny House verwandelt sich für ein paar Stunden in eine riesige Stoff-Höhle. Man muss sich schon etwas ducken, um von der Küche zum Sofa zu kommen, und der visuelle Minimalismus macht kurz Pause. Aber wisst ihr was? Das ist völlig okay. Es spielt keine Rolle. Es gehört einfach dazu. Wir haben uns für dieses Leben entschieden, wohlwissend, dass es manchmal Improvisation erfordert. ## Wichtig: Das Raumklima im Blick behalten So gemütlich dieses "Zeltlager-Feeling" auch ist, technisch gesehen bringen wir damit gerade literweise Wasser in unseren Innenraum. In einem kleinen Volumen wie unserem Tiny House steigt die Luftfeuchtigkeit dadurch rasant an. Deshalb ist das A und O an solchen Tagen: **Lüften, Lüften, Lüften.** Und sonst halten wir uns selber an unsere Tipps für das trocknen der Wäsche im Haus: https://www.kokomo.house/tiny-house/waesche-trocknen-im-tiny-house-9-tipps Wir machen regelmässig Stosslüften (alle Fenster und Türen kurz ganz auf), damit die feuchte Luft raus und frische, trockene Winterluft rein kann. Unser Holzofen hilft dabei natürlich auch – er sorgt für eine trockene Strahlungswärme, die die Wäsche schneller trocknen lässt. Das Gute ist: Da wir unser Wasser im Winter mit dem Ofen erhitzen, haben wir an solchen Tagen sowieso meist Feuer gemacht, was das Trocknen beschleunigt. ## Fazit: Real Talk Das Leben im Tiny House bedeutet nicht, dass man auf frische Bettwäsche verzichten muss. Es bedeutet nur, dass man an Waschtagen etwas flexibler sein muss – und vielleicht den Hindernisparcours durch die nassen Laken als sportliche Betätigung sieht. Morgen ist alles wieder verräumt, und wir haben unser gewohntes KOKOMO zurück. Wie löst ihr das "Grossteil-Trocknen" im Winter? Habt ihr Geheimtipps oder sieht es bei euch heute ähnlich aus? --- ## Warum wir frieren müssen, um es warm zu haben - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/real-talk-im-winter-warum-wir-frieren-m-ssen-um-es-warm-zu-haben/ - Datum: 16. Dezember 2025 - Tags: Tiny House Schweiz, Winter im Tiny House, Holzofen, Heizen, Alltag, Real Talk, Wohnwagon, Minimalismus - Zusammenfassung: Zwischen wohliger Ofenwärme und dem notwendigen Übel des Stosslüftens – so erleben wir den ehrlichen Winteralltag auf unseren 36 Quadratmetern. Brrr, habt ihr es gemerkt? In ein paar Tagen ist offiziell Winter. Während wir im Sommer unser Leben quasi nach draussen verlagert haben und die Tür eigentlich immer offen stand, hat sich unser Radius nun deutlich auf unsere 36 Quadratmeter reduziert. Das bringt natürlich Veränderungen mit sich – wunderschöne, aber auch ein paar kalte Momente. ## Unser Herzstück: Der Ofen läuft heiss Die gute Nachricht zuerst: Wir frieren nicht! Unser Heizkonzept geht auch in diesem Winter wieder voll auf. Sobald es draussen ungemütlich wird, freuen wir uns riesig auf unser abendliches Ritual. Wir feuern unseren wassergeführten Stückholz-Ofen für etwa 2 bis 3 Stunden an. Es gibt kaum etwas Gemütlicheres, als mit einer Tasse Tee auf dem Sofa zu sitzen, in die Flammen zu schauen und zu spüren, wie sich die Wärme im ganzen Haus ausbreitet. Da wir unser Haus mit Schafwolle gedämmt haben, bleibt diese wohlige Wärme auch erstaunlich lange erhalten. Technisch gesehen läuft also alles wie am Schnürchen. ## Das leidige Thema mit der frischen Luft Aber hier kommt der "Real Talk", den wir euch versprochen haben: Ein kleines Haus, zwei Personen, Kochen, Duschen und Atmen – das sorgt für ordentlich Luftfeuchtigkeit. Damit wir kein Tropenhaus-Klima (und schlimmstenfalls Schimmel) züchten, ist konsequentes Lüften angesagt. Im Sommer ist das kein Thema, aber jetzt im Winter? Da kostet es schon ein bisschen Überwindung. Wir müssen mehrmals täglich "Stosslüften". Das heisst: Alle Fenster aufreissen, Durchzug machen und die kostbare warme Luft kurzzeitig gegen die knackig kalte Winterluft tauschen. Macht das Spass? Ehrlich gesagt: Nein. Gerade wenn man es sich gerade gemütlich gemacht hat, ist der Moment, in dem die kalte Luft hereinströmt, ziemlich unsympathisch. Aber es ist notwendig. Der Vorteil am kleinen Raum ist zum Glück, dass die Luft schnell ausgetauscht ist und sich der Raum dank der gespeicherten Wärme in den Wänden und Möbeln relativ zügig wieder aufheizt. ## Drinnen-Zeit ist Kuschel-Zeit Der grösste Unterschied zum Sommer ist aber tatsächlich, dass wir viel weniger rauskommen. Der Garten schläft, die Terrasse ist verwaist. Wir igeln uns ein. Das klingt vielleicht nach Lagerkoller, aber wir empfinden es als sehr entschleunigend. Wir rücken (wortwörtlich) näher zusammen, geniessen die Ruhe und das Knacken des Holzes im Ofen. Das Leben im Tiny House folgt eben noch stärker den Jahreszeiten als in einer grossen Wohnung oder einem herkömmlichen Haus. Wir leben jetzt im "Wintermodus": Weniger Action im Aussen, mehr Fokus auf das Innen. Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr Team "Winterspaziergang" oder Team "Ofenbank"? Und wie löst ihr das Lüftungs-Dilemma bei Minusgraden? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! `Titelbildcredits by Google Nano Banana` --- ## Wohnwagon in der Sanierung: Was bedeutet das für uns? - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wohnwagon-in-der-sanierung-was-bedeutet-das-f-r-uns-als-tiny-house-bewohner/ - Datum: 10. Dezember 2025 - Tags: tiny-house, wohnwagon, sanierung, insolvenz, nachhaltigkeit - Zusammenfassung: Die WW Wohnwagon GmbH befindet sich in einem Sanierungsverfahren. Was bedeutet das für bestehende Wohnwagon-Besitzer und die Tiny-House-Community? Update: 10.12.2025 - 20:30 Uhr Die WW Wohnwagon GmbH befindet sich in einem **Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung**. Diese Information wurde vom Gläubigerschutzverband **[AKV EUROPA](https://www.akv.at/akv-newsroom/presse/ww-wohnwagon-gmbh)** veröffentlicht – einer etablierten und verlässlichen Institution für Insolvenz- und Sanierungsfälle in Österreich. Das Verfahren zeigt, dass die wirtschaftliche Lage ernst ist, aber es handelt sich nicht um eine Auflösung, sondern um einen geregelten Sanierungsversuch. Gleichzeitig zeigen öffentlich zugängliche Firmendaten, dass die WW Wohnwagon GmbH weiterhin im österreichischen Firmenbuch eingetragen und als wirtschaftsaktiv geführt wird. Das Unternehmen kommuniziert nach wie vor Angebote und Projekte, was bestätigt, dass Wohnwagon trotz des Sanierungsverfahrens operativ tätig bleibt. > Wir haben uns in der Geschäftsführung bewusst für den Schritt der Sanierung in Eigenverwaltung entschieden. Wir möchten uns "gesund-schrumpfen". Ziel ist eine Neuaufstellung des Unternehmens. Wir wollen im Interesse der Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Partnern die Projekte weiterführen. Wir haben einen klaren Sanierungsplan - so leicht geben wir nicht auf! > Der Betrieb am Standort Gutenstein läuft weiter, sodass Aufträge und Lieferbeziehungen bestehen bleiben. > Zum Hintergrund: Wir sind über viele Jahre stark gewachsen und haben uns gut entwickelt. Aufgrund der aktuellen Baukrise kam es zu einem Umsatzrückgang, den das Team mit viel Innovationsgeist, Umstellung der Produktion und Einsatz gemeistert hatte. Leider belastet uns das schwierige Marktumfeld mit schwachem Auftragseingang, sowie Verzögerungen bei Projektrealisierungen. Gleichzeitige ist ein Sublieferant ausgefallen für den wir in die Verantwortung gehen mussten. Theresa Mai, Wohnwagon, 10.12.2025 ## Was bedeutet ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung? Ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung ermöglicht einem Unternehmen, sich unter gerichtlicher Aufsicht selbst zu restrukturieren. Das bedeutet: - Der Betrieb wird weitergeführt. - Die Geschäftsführung bleibt handlungsfähig, steht aber unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sanierungsverwalters. - Ziel ist ein Sanierungsplan, der die wirtschaftliche Stabilität wiederherstellen soll. Für Aussenstehende ist wichtig: Dieses Verfahren bedeutet **keinen sofortigen Stillstand**, sondern einen strukturierten Versuch, das Unternehmen weiterzuführen. ## Unsere persönliche Sicht als Wohnwagon-Besitzer Wir leben selbst in einem Wohnwagon-Haus. Dadurch betrifft uns die Meldung direkt – nicht nur als Beobachter, sondern als Teil einer Community, die nachhaltiges und reduziertes Wohnen lebt. Hier ist die nüchterne Einordnung: ### 1. Unser bestehendes Haus bleibt davon unberührt Ein bereits gebauter Wohnwagon ist ein eigenständiges Gebäude. Die wirtschaftliche Lage des Herstellers hat keinen Einfluss auf: - Nutzung und Wohnqualität - rechtliche Genehmigungen - Energie- oder Wassersysteme - alltägliche Instandhaltung ### 2. Offene Bau- oder Dienstleistungsaufträge könnten betroffen sein Wer gerade baut oder noch Leistungen erwartet, könnte Verzögerungen erleben. Für uns als bereits eingezogene Besitzer spielt das jedoch keine unmittelbare Rolle. ### 3. Wartung und Ersatzteile bleiben verfügbar Die meisten technischen Komponenten in einem Wohnwagon sind **nicht exklusiv**, sondern bestehen aus: - Standard-Solarsystemen - handelsüblichen Komponenten für Wasser, Wärme und Strom - Holzbau-Elementen, die von lokalen Handwerkern betreut werden können Damit bleibt die Wartung unabhängig von der Zukunft der WW Wohnwagon GmbH gesichert. ### 4. Die Community bleibt bestehen Die Tiny-House-Bewegung ist grösser als ein einzelner Hersteller. Austausch, Wissen und Unterstützung funktionieren weiterhin – egal, wie es wirtschaftlich mit Wohnwagon weitergeht. ## Was bedeutet das für die Zukunft? Nach aktuellem Stand gilt: - Wohnwagon ist weiterhin offiziell eingetragen und wirtschaftsaktiv. - Ein Sanierungsverfahren wurde eingeleitet, um das Unternehmen neu auszurichten. - Es gibt keine gegenteilige offizielle Information, die der AKV-Meldung widerspricht. Für bereits eingezogene Besitzer – wie uns – heisst das: - Unser Alltag im Tiny House geht unverändert weiter. - Die Funktionsfähigkeit des Hauses bleibt vollständig erhalten. - Wartung und Betrieb hängen nicht vom Hersteller ab. - Wir beobachten die Entwicklung, ohne dass sie unsere Wohnsituation beeinträchtigt. ## Fazit Die Sanierung von Wohnwagon ist eine relevante Nachricht – insbesondere für Menschen, die gerade ein Tiny-House-Projekt planen. Für bestehende Besitzer wie uns verändert sich jedoch wenig. Unser Haus steht, funktioniert und bleibt unser Ort für ein bewusstes, reduziertes Leben. Wir hoffen aber sehr, dass Wohnwagon wieder auf die Beine kommt und das vor allem auch die Angestellten ihren Lohn erhalten und im schlimmsten Fall, bald eine neue Beschäftigung finden. Die wirtschaftliche Lage eines Herstellers ändert nichts an der Grundidee, die uns zu dieser Lebensform geführt hat. --- ## Wie uns die Form gefunden hat - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wie-uns-die-form-gefunden-hat/ - Datum: 21. November 2025 - Tags: form, tiny house - Zusammenfassung: Wenn man an Tiny Houses denkt, hat man schnell ein bestimmtes Bild im Kopf: eine rechteckige Box auf Rädern, gerade Linien, klare Kanten, alles kompakt und effizient. Dieses Bild begegnete uns ständig... Wenn man an Tiny Houses denkt, hat man schnell ein bestimmtes Bild im Kopf: eine rechteckige Box auf Rädern, gerade Linien, klare Kanten, alles kompakt und effizient. Dieses Bild begegnete uns ständig, als wir anfingen, uns mit dem Thema zu beschäftigen. Doch manchmal ist es gerade das, was man nicht sucht, das am besten zu einem passt. ## Weniger Ecken – kein Standard Unser eigenes Tiny House ist dafür das beste Beispiel: Es trägt die Handschrift unseres Herstellers Wohnwagon, der sich bewusst von klassischen Bauformen verabschiedet und als Markenzeichen eine rundliche Form etabliert hat. Diese Rundungen verleihen unserem Haus ein ganz eigenes Gesicht. Von aussen wirkt es weich, organisch, beinahe verspielt – die Form fällt auf und lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Im Inneren jedoch merkt man schnell: Es ist nicht alles nur Ästhetik, jede Form bringt auch praktische Konsequenzen mit sich. Obwohl unsere Innenwände gerade sind und Regale problemlos Platz finden, kostet die Rundung dennoch etwas nutzbaren Raum. In den Ecken, die eigentlich keine Ecken sind, verlieren wir ein paar Zentimeter. Minimal zwar, doch wer ein Tiny House plant, weiss, dass jeder Zentimeter kostbar ist. Dennoch haben wir diese Rundungen nie bereut. Im Gegenteil – sie schenken uns etwas, das nicht messbar ist: Ein Gefühl, nicht in einer Box zu wohnen. Diese runde Form macht unser Zuhause optisch grösser und erzeugt gleichzeitig ein wohliges, gemütliches Ambiente. Gerade in einem kleinen Raum ist es faszinierend, wie eine scheinbar nebensächliche Designentscheidung das gesamte Raumgefühl verändert. Passend zu diesen Rundungen entschieden wir uns zudem für Bullaugen-Fenster. Sie unterstreichen perfekt die Formensprache unseres Hauses und sorgen für einzigartige Lichtspiele und Ausblicke. Zugegeben, Bullaugen bringen Herausforderungen mit sich: Sie lassen sich nicht öffnen, und wer Verdunklung oder Sichtschutz braucht, ist gezwungen, kreativ zu werden. (Unser Tipp aus eigener Erfahrung: Fertige Lösungen für runde Fenster sind rar, eine selbst genähte Stofflösung oder massgefertigte Rollos sind fast schon Pflicht.) Doch diese Herausforderungen nehmen wir gerne in Kauf, weil sie unserem Haus genau das gewisse Etwas verleihen, das wir gesucht haben. ## Das Runde zieht sich wie ein roter Faden durchs Haus Der schwarz-weisse Mosaikboden in der Dusche ist hat eine abgerundete From und bildet einen spannenden Kontrast zum restlichen Boden. Das Ende der Küchenzeile ist ebenfalls abgerundet, was nicht nur besser aussieht, sondern sich auch angenehmer im Alltag anfühlt – keine spitzen Ecken mehr, gegen die man sich stösst. Und selbst ein Regal in der Küche greift die runde Form auf: Es ist sanft geschwungen statt kantig, was wunderbar zum Gesamtbild passt. Diese kleinen Details machen das Haus nicht nur besonders, sondern auch harmonisch. Natürlich wissen wir, dass unsere Entscheidungen nicht universell passend sind. Für andere mag unsere Wahl der Rundungen und Bullaugen-Fenster vielleicht sogar völlig unsinnig erscheinen – und das ist absolut in Ordnung. Es gibt kein ideales Tiny House, keine perfekte Typologie, sondern immer nur individuelle Lösungen. Jedes Tiny House erzählt die Geschichte seiner Bewohner, ihre Vorlieben, Prioritäten und Eigenheiten. Deshalb rate ich jedem, der sich mit dem Gedanken an ein Tiny House trägt, sich bewusst mit Formen und Typologien auseinanderzusetzen und zu spüren, was wirklich zu einem passt. --- ## Mit 1000 Litern Regenwasser durch den Hitzesommer 2025 - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/mit-1000-litern-regenwasser-durch-den-hitzesommer-2025/ - Datum: 27. August 2025 - Tags: Regenwasser, Tiny House, Nachhaltigkeit, Autarkie, Garten - Zusammenfassung: Wie wir mit einem 1000-Liter-IBC-Tank den Sommer 2025 ohne zusätzliches Leitungswasser für den Garten überstanden haben. Mit 1000 Litern Regenwasser durch den Hitzesommer 2025 Im Frühling haben wir in unserem Tiny House KOKOMO ein bedeutendes Upgrade umgesetzt: Unser bisheriges 240-Liter-Holzfass für Regenwasser wurde durch einen 1000-Liter-IBC-Tank ersetzt (siehe ersten Blogpost). Nun, einige Monate später, ziehen wir Bilanz – und die fällt aeusserst positiv aus. Trotz eines extrem heissen und trockenen Sommers sind wir komplett mit gesammeltem Regenwasser ausgekommen. Kein Tropfen kostbares Trinkwasser war diesen Sommer für unseren Garten nötig. Unser neuer 1000-Liter-IBC-Regenwassertank neben dem Tiny House – ein unscheinbares Upgrade mit grosser Wirkung. ## Ein heisser, trockener Sommer – und trotzdem genug Wasser Der Sommer 2025 hatte es in sich: Bereits im Juni dominierte in der Schweiz sonnige Hitze und Trockenheit, unterbrochen nur von vereinzelten Wärmegewittern. Schon früh stand fest, dass dieser Juni deutlich zu warm ausfiel – im Flachland lagen die Temperaturen 2–3 °C über dem Schnitt. Solche Wetterbedingungen waren ein echter Haertetest für unser neues Regenwassersystem. Umso erfreulicher ist das Ergebnis: Unser 1000-Liter-Tank hat den Praxistest bestanden. Selbst in der längsten Trockenphase blieb genug Wasser für all unsere Pflanzen. Im besonders regenarmen Juni haben wir zwar sehr bewusst gegossen, doch auch dieser heisseste Monat bereitete dank der Reserven keine Probleme. In den darauffolgenden Wochen reichten schon einzelne Gewitter, um den Tank immer wieder ausreichend aufzufüllen. Damit konnten wir das gesamte Gartenbewaesserungswasser aus der Natur schöpfen – genau wie erhofft. Zur Einordnung: Bisher stammten etwa 80 % des Giesswassers in unserem Garten aus gesammeltem Regenwasser – in langen Trockenperioden mussten wir den Rest aus der Leitung ergänzen. Diesen Sommer hingegen lag der Anteil an Leitungswasser bei 0 %, was für uns ein kleiner Meilenstein in Sachen Autarkie ist. ## Wertvolles Trinkwasser gespart Der Erfolg unseres Regentanks zeigt deutlich den Nachhaltigkeitsgewinn: Jeder Liter Regenwasser, den wir nutzen, ist ein Liter Trinkwasser, der in heissen Zeiten eingespart wird. In der Schweiz verbraucht eine Person durchschnittlich etwa 140 Liter Trinkwasser pro Tag – davon fliessen allein rund 30–40 % durch die Toilettenspülung oder werden für Garten und Reinigung verwendet. Gerade im Sommer wird Wasser immer knapper und kostbarer. Naturschützer warnen, dass Wasser auch hierzulande zunehmend ein knappes Gut wird. In manchen trocken geplagten Regionen Deutschlands wurden Entnahmen aus Flüssen oder das Befüllen von Pools mit Leitungswasser verboten. Und ein Blick nach Europa zeigt ähnliche Entwicklungen: In einigen Gemeinden Südeuropas mussten diesen Sommer Gartenbewaesserung, Poolbefüllung und Autowäsche per Gesetz untersagt werden, um die Versorgung zu sichern. Vor diesem Hintergrund fühlen wir uns mit unserem Regenwassersystem gut aufgestellt. Jeder vermiedene Liter Leitungswasser zählt – nicht nur für den eigenen Geldbeutel, sondern vor allem für die Umwelt. Denn Trinkwasser ist ein aufwendig aufbereitetes Gut, das in Zeiten zunehmender Hitzewellen und Trockenperioden unter Druck gerät. Offizielle Berichte prognostizieren, dass neben der Hitze insbesondere die Risiken durch Sommertrockenheit in der Schweiz weiter zunehmen werden. Jede Massnahme, die unseren Trinkwasserverbrauch reduziert, leistet daher einen kleinen Beitrag zur Entlastung der Wasserversorgung und zum Ressourcenschutz. ## Learnings: einfache Massnahmen mit grosser Wirkung Unser Erfahrungsbericht zeigt: Mit einfachen Mitteln lässt sich viel erreichen. Der IBC-Tank, den wir gebraucht angeschafft haben, hat sich als kostengünstige und effektive Lösung erwiesen. Ein paar Punkte haben wir dabei gelernt und inzwischen umgesetzt, um die Anlage weiter zu optimieren: - **Überlauf und Sicherheit:** Bei starkem Regen war schnell klar, dass ein Überlaufschutz nötig ist. Eine simple Schlauchkonstruktion am oberen Ablauf verhindert nun, dass überschüssiges Wasser unkontrolliert über den Rand schwappt. So wird das Wasser gezielt vom Haus weggeleitet, und Pfützenbildung direkt am Tiny House vermieden. - **Abdeckung gegen Algen:** Schon nach wenigen sonnigen Tagen zeigte sich ein leichter Algenfilm im offenen Tank. Wir haben daraufhin zügig reagiert und den IBC-Container mit einer UV-lichtdichten Plane abgedeckt. Das hält das Wasser dunkel und kühl – Algen haben keine Chance mehr, und auch die Verdunstung wird reduziert. - **Tier- und Insektenschutz:** Die Abdeckung erfüllt noch einen weiteren Zweck: Sie stellt sicher, dass keine Tiere in den Tank fallen können. NABU-Expert\*innen empfehlen, Regentonnen stets abzudecken, damit kleine Tiere nicht hineinfallen und ertrinken und um Mücken keine Brutstaette zu bieten. Diesem Rat folgen wir natürlich gern – zum eigenen Nutzen und zum Schutz der Tierwelt. All diese Schritte sind relativ einfach umzusetzen, erhöhen aber die Effizienz und Nachhaltigkeit unseres Systems weiter. Der Tank bleibt sauber, das Wasser frisch und nutzbar, und wir verlieren keine unnötigen Mengen durch Verdunstung oder Überlaufen. ## Fazit: Kleine Änderung, grosse Wirkung Die Installation des 1000-Liter-Regenwassertanks war ein kleines DIY-Projekt – doch der Effekt ist enorm. Unser Tiny House hat damit einen weiteren Schritt in Richtung Selbstversorgung und Nachhaltigkeit gemacht. Ein ganzer Sommer ohne zusätzliches Leitungswasser für den Garten beweist, dass sogar in heissen, trockenen Jahren eine clevere Regenwassernutzung möglich ist. Das positive Ergebnis motiviert uns, diesen Weg fortzusetzen. Wir schauen nun noch bewusster auf unseren Wasserhaushalt und überlegen, wo wir künftig noch mehr Regenwasser nutzen können. Jede autarke Lösung, so klein sie auch sein mag, erhöht die Resilienz unseres Zuhauses. Und vielleicht inspiriert unser Erfahrungsbericht auch andere dazu, es uns gleichzutun: Regenwasser aufzufangen und sinnvoll einzusetzen – im Sinne der Natur und unserer Zukunft. --- ## Quellen und weiterführende Links - **MeteoSchweiz – Klimabulletin Juni 2025 (Übersicht):** Sehr warmer, sonniger und oft trockener Juni; deutliche positive Temperaturabweichung gegenüber 1991–2020. [Link](https://www.meteoschweiz.admin.ch/service-und-publikationen/publikationen/berichte-und-bulletins/climate-bulletins/klimabulletin-2025-6.html) - **MeteoSchweiz – Klimabulletin Juni 2025 (PDF):** Detailzahlen und Karten zu Temperaturabweichungen. [Link](https://www.meteoswiss.admin.ch/dam/jcr:c812c38d-9cef-4f5a-a709-3fd4524938e7/bulletin-monthly_2025_6_de.pdf) - **BAFU – Klima‑Risikoanalyse 2025:** Zunehmende Risiken durch Hitzewellen und **Sommertrockenheit** in der Schweiz. [Link](https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/fachinformationen/anpassung-klimawandel/klima-risikoanalyse-2025.html) - **SVGW – Wasserstatistik 2022:** Einordnung des Pro‑Kopf‑Verbrauchs in der Schweiz (rund 287 l/Tag). [Link](https://www.aquaetgas.ch/svgw-news/wasser/20240228_svgw-wasserstatistik-betriebsjahr-2022/) - **BAFU – Regenwasser richtig nutzen (Broschüre):** Möglichkeiten, Grenzen, Tipps und Checkliste. [Link](https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/wasser/publikationen-studien/publikationen-wasser/regenwasser-richtig-nutzen.html) - **Ausgangsartikel auf kokomo.house:** Regenwasser auffangen, Natur bewahren. [Link](https://www.kokomo.house/tiny-house/wasser-auffangen-natur-bewahren) --- ## KOKOMO im Tagesanzeiger - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/kokomo-im-tagesanzeiger/ - Datum: 16. August 2025 - Tags: Tagi, TinyHouse, Medien - Zusammenfassung: Es gibt einen kurzen Bericht über unser KOKOMO House im Tagi...nur zur Sicherheit: Die guten Jobs haben wir noch immer Im Tagi gibt es einen kleinen Bericht über unser KOKOKO: [https://www.tagesanzeiger.ch/wohnform-tiny-house-wie-die-minihaeuser-von-innen-aussehen-941447593291](https://www.tagesanzeiger.ch/wohnform-tiny-house-wie-die-minihaeuser-von-innen-aussehen-941447593291) ## Warum wir das teilen Tiny Houses sind für uns nicht nur ein Trend, sondern eine bewusste Entscheidung: weniger Besitz, klare Prioritäten, mehr Nähe zur Natur – und ein Zuhause, das genau zu unserem Alltag passt. ## Ein paar Eindrücke aus unserem Alltag - Raum im Kopf statt Quadratmeter: Auf kleinem Raum zählt jeder Handgriff – und das fühlt sich überraschend befreiend an. - Multifunktion statt Mehr: Möbel und Zonen haben mehrere Aufgaben. Das macht Routinen einfacher (und aufräumen schneller 😉). - Energie & Ressourcen: Kleinere Fläche = kleinerer Fussabdruck. Effizienz ist kein Extra, sondern Standard. ## Unser Fazit zum Beitrag Der Artikel zeigt schön, wie vielfältig Tiny Houses innen aussehen können – je nach Bedürfnissen, Budget und Standort. Für uns ist das eine Bestätigung: Tiny Living hat viele Gesichter, **aber eine gemeinsame Idee – bewusstes Wohnen**. Und ein Blick in die Kommentarspalte lohnt sich ebenfalls. --- ## Wenn die Birke im Hochsommer Blätter verliert - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wenn-die-birke-im-hochsommer-blaetter-verliert/ - Datum: 13. August 2025 - Tags: Jahreszeiten - Zusammenfassung: Ein früher Gruss vom Herbst: Warum wir im Tiny House den Wechsel der Jahreszeiten schneller spüren – zwischen Birkenblättern, Feuerwärme und Kühen auf der Weide. _Ein früher Gruss vom Herbst im Kokomo_ Die Sonne meint es gerade besonders gut. Es ist die heisseste Zeit des Jahres – und doch liegen die ersten gelben Blätter unserer Birke schon im Gras und auf der Terrasse. Ein leises Rascheln im Wind, ein unaufdringlicher Hinweis: Der Herbst klopft an. ## Nah am Draussen Im Tiny House ist die Schwelle zwischen drinnen und draussen nur eine Türe. Man spürt mehr. Die frische Morgenluft, die abends länger bleibende Wärme – und bald wieder die frühen Schatten. Hier, wo das Leben komprimiert ist, fallen kleine Veränderungen stärker auf. Ein Blatt mehr auf der Terrasse. Sibylle trinkt den ersten Kaffee draussen auf der schönen Holzbank in der Morgensonne. ## Sehnsucht nach Frühling – und Wärme vom Feuer Eigentlich hätten wir lieber gleich wieder Frühling. Aber wir mögen auch diese wohltuende Wärme, wenn das Feuer im Herd knistert – und eine Suppe auf dem Feuerherd statt der Ruedertaler Hofglace vom Hofladen nebenan. Was uns weniger gefällt: die langen Nächte. Im Sommer verblasst die Dunkelheit, im Herbst nimmt sie den Platz wieder ein. Hier, so nah an der Natur, merken wir das sofort – früher als anderswo. ## Unser kleines Paradies Bis es so weit ist, saugen wir die Gegenwart auf: das satte Grün der Wiese, das ruhige Kauen der Kühe nebenan, die langsamen Wolken über dem Dach. Es sind diese stillen Bilder, die den Tag erden. Ein Blick aus dem Fenster, ein kurzer Schritt vor die Türe, und die Welt ist da – unaufgeregt, freundlich, genug. ## Jetzt noch draussen geniessen Die Birke wird weiter flüstern, Blatt um Blatt. Und wir werden noch ein bisschen länger barfuss bleiben, auf der warmen Terrasse sitzen, den Abend auskosten. Der Herbst darf kommen. Heute aber ist Sommer – und wir sind hier. (Text wurde mithilfe von KI ins reine geschrieben) --- ## Wasser auffangen, Natur bewahren - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wasser-auffangen-natur-bewahren/ - Datum: 1. Juni 2025 - Tags: autarikei, wasser, garten - Zusammenfassung: Mit wenig Aufwand, etwas handwerklichem Geschick und einem gebrauchten IBC-Tank haben wir unser Regenwassersystem im Tiny House aufgerüstet. Gestern haben wir in unserem Tiny House Kokomo ein kleines, aber bedeutendes Upgrade umgesetzt: Der bisherige 240-Liter-Regenwassertank wurde durch einen 1000-Liter-IBC-Tank ersetzt. ### Warum der Wechsel? Mit dem bisherigen Fass kamen wir bei längeren Trockenperioden rasch an die Grenzen. Besonders im Sommer, wenn das gesammelte Regenwasser ausschliesslich für unseren Garten genutzt wird, war die Kapazität oft zu knapp. Der neue IBC-Tank bietet uns nun über viermal so viel Volumen – das bringt Unabhängigkeit und mehr Puffer für regenarme Wochen. Wir hoffen sehr, dass wir mit dem grösseren Tank jetzt stets genügend Wasser zur Verfügung haben werden. Da wir jedoch nur Wasser von unserem kleinen Dach "ernten", könnte es trotzdem knapp werden – wir sind gespannt, ob sich die Investition langfristig bewährt. ### So lief der Umbau Die Vorbereitung begann mit dem Setzen eines einfachen, aber stabilen Unterbaus. Als Fundament haben wir Gartenplatten auf einer Schicht aus feinem Kies verlegt. Darauf wurden Backsteine platziert, die dem vollen IBC-Tank – immerhin über eine Tonne Gewicht – genügend Stabilität bieten sollten. Anschliessend folgte der Anschluss an die bestehende Regenrinne: Mit einem selbstgebauten Verteiler fliessen nun zwei Fallrohre direkt in den Tank. Die Höhe ist so gewählt, dass man bequem Giesskannen befüllen kann. Was aktuell noch fehlt, ist ein Überlaufschutz. Momentan würde überschüssiges Wasser einfach oben über den Tankrand laufen. Mal schauen, was wir dort noch als einfache Lösung finden. Ausserdem planen wir, den Tank bald mit einer UV-dichten Plane abzudecken – so soll verhindert werden, dass sich im Wasser Algen bilden und alles grün wird. ### Nachhaltig, schlicht und effizient Der Umbau passt perfekt zu unserem minimalistischen Ansatz: Bestehende Materialien wurden weiterverwendet (z. B. Backsteine, Holzresten), und der Tank selbst ist ein gebrauchter IBC-Tank, der eine neue Aufgabe erhält. Zwar ist es schade, dass wir damit unser schönes altes Holzfass ersetzen mussten – der neue Tank besteht nun mal aus Kunststoff. Aber immerhin ist er occasion, und so geben wir ihm ein zweites Leben. ### Regenwasser: eine unterschätzte Ressource Was viele unterschätzen: Unmengen an wertvollem Regenwasser verschwinden ungenutzt in der Kanalisation – besonders in dicht bebauten Gebieten. Dabei liesse sich mit einfachen Mitteln ein grosser Teil auffangen und sinnvoll nutzen. Ein kleines Rechenbeispiel: Bei einem Dach mit 100 m² Fläche fallen pro Jahr bei durchschnittlich 1'000 mm Niederschlag rund 100'000 Liter Regenwasser an – also 100 Kubikmeter! Das entspricht etwa 100 vollen IBC-Tanks. Selbst wenn man nur einen Teil davon auffangen kann, wäre das eine beachtliche Menge für Garten, WC oder andere Anwendungen. Auch im Haushalt liesse sich Regenwasser sinnvoll nutzen. Allein für die WC-Spülung werden pro Person jährlich rund 13'000 bis 15'000 Liter Trinkwasser verwendet. Das entspricht etwa 35 bis 40 Litern pro Tag – Wasser, das problemlos durch Regenwasser ersetzt werden könnte. Ein spannender Einblick in die Wasserversorgung in der Schweiz wurde diese Woche auch in der SRF1-Sendung "Treffpunkt" gegeben. Unter dem Titel _Smart Water – oder geht Wasserversorgung auch intelligent?_ wurde diskutiert, wie sich die Wasserinfrastruktur intelligenter gestalten lässt und welche Herausforderungen auf uns zukommen. Die Sendung kann hier nachgehört werden: [SRF Treffpunkt: Smart Water](https://www.srf.ch/audio/treffpunkt/smart-water-oder-geht-wasserversorgung-auch-intelligent) Noch weiter gedacht hat das Projekt **Haus "Aqua" in Zofingen**, das komplett ohne Anschluss an das öffentliche Wassernetz auskommt. Ein faszinierender Einblick, wie Wasserautarkie in grösserem Massstab funktionieren kann – und ein inspirierender Blick in die Zukunft: {% youtube ruaIfBWJtIE %} ### Fazit Ein lohnendes Mini-Projekt mit grosser Wirkung. Unser Tiny House hat damit einen weiteren Schritt in Richtung Autarkie gemacht – und wir sind gespannt, wie sich das neue System im Alltag bewährt. 📸 Impressionen vom Umbau: **Quellen**: - Bundesamt für Umwelt BAFU: Durchschnittlicher Jahresniederschlag in der Schweiz, je nach Region zwischen 850 und 2'200 mm. Für das Beispiel wurde ein Mittelwert von 1'000 mm verwendet. ([Link](https://www.bafu.admin.ch)) - Faustformel: 1 mm Niederschlag auf 1 m² Dachfläche entspricht ca. 1 Liter Wasser. Diese einfache Umrechnung wird z. B. von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und verschiedenen Umweltbildungsstellen verwendet. - EnergieSchweiz / Eawag: Durchschnittlicher Wasserverbrauch in Schweizer Haushalten, WC-Spülung: 13'000–15'000 Liter pro Person und Jahr. ([Link](https://www.energieeffizienz.ch)) --- ## Weniger ist machbar: Unser Stromverbrauch im Tiny House - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/weniger-ist-machbar-stromverbrauch-im-tiny-house/ - Datum: 4. April 2025 - Tags: tiny house, nachhaltiges wohnen, strom, stromautark, solar - Zusammenfassung: In 2.5 Jahren nur 200 kWh vom Netz bezogen – dank Tiny House, Solarstrom und bewusstem Leben. ### 2.5 Jahre, 200 kWh – und was das über unser Leben erzählt Seit über zweieinhalb Jahren leben wir nun im Tiny House. Kompakt, reduziert – und überraschend energieeffizient. Der wohl eindrücklichste Beweis dafür: **Wir haben in dieser Zeit nur 200 Kilowattstunden Strom vom Netz bezogen.** Kein Zahlendreher. Das sind **80 kWh pro Jahr**, umgerechnet gerade einmal **6.6 kWh pro Monat**. Zum Vergleich: Ein typischer Zwei-Personen-Haushalt in einer Wohnung verbraucht laut [EKZ](https://www.ekz.ch/de/privatkunden/strom/stromverbrauch/stromverbrauch-vergleichen.html) jährlich zwischen **1'100 und 3'300 kWh**, in einem Einfamilienhaus sogar **2'000 bis 5'000 kWh**. Unser Strombedarf liegt also bei unter **10 %** eines durchschnittlichen Haushalts. Aber was bedeutet 6.6 kWh eigentlich in der Praxis? Damit könnte man: - rund **11 Waschladungen bei 40 °C** durchführen, - etwa **vier warme Mahlzeiten auf einem Elektroherd** zubereiten, - oder den **Laptop rund 200-mal aufladen**. Oder anders gesagt: Mit unserem gesamten jährlichen Strombezug von **80 kWh** könnte man in einem durchschnittlichen Haushalt: - **133-mal waschen**, - **53 warme Mahlzeiten kochen**, - oder einen **65-Zoll-Fernseher vier Stunden täglich für ca. 200 Tage betreiben**. Das zeigt eindrücklich, wie wenig Energie wir tatsächlich von extern benötigen – und wie viel man mit dieser Menge Strom in einem gewöhnlichen Alltag bereits tun kann. ### Minimalismus trifft Strombewusstsein Was auf den ersten Blick nach Verzicht klingt, fühlt sich für uns längst nicht mehr so an. Unser Alltag ist ganz normal: Wir nutzen unsere Laptops, laden unsere Handys, der Kühlschrank läuft durchgehend – wie in jedem anderen Haushalt. Auch WLAN und Licht gehören zum täglichen Leben. Der entscheidende Unterschied? Wir kochen und backen mit Gas, was allein schon einen enormen Stromverbrauch einspart. ### Unser Weg zur Autarkie – mit Einschränkungen Unser niedriges Verbrauchsprofil ist kein Zufall. Es ist das Resultat bewusster Entscheidungen: Wir haben unsere eigene **Solaranlage mit Speicher**, mit der wir im Jahr **2024 insgesamt 1’318 kWh Strom selbst produziert** haben – bei einem Verbrauch von **1’200 kWh**. Auf den ersten Blick klingt das nach völliger Autarkie. Doch in der Realität ist es etwas differenzierter: Im Sommer erzeugen wir deutlich mehr Strom, als wir verbrauchen – im Winter hingegen reicht die Sonneneinstrahlung oft nicht aus, um unseren Bedarf zu decken. **Den externen Strom beziehen wir hauptsächlich in der Zeit von Mitte Oktober bis Anfang Januar** – also während der dunkelsten Monate. In dieser Zeit ist unser Speicher schnell leer, und die Produktion der Solarpanels geht gegen Null. Das heisst: **Über das ganze Jahr betrachtet haben wir zwar einen Überschuss produziert, waren aber nicht durchgehend unabhängig vom Netz.** Trotzdem ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir einen grossen Teil unseres Energiebedarfs selbst decken – mit Sonne direkt vom Dach. Und noch besser: **Im Sommer nutzen wir den Stromüberschuss zusätzlich zur Warmwasseraufbereitung** – das macht unsere Energie-Nutzung nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger. ### Der Blick über den Tellerrand Laut EKZ verursachen spezielle Installationen wie **Elektroboiler** oder **Elektroheizungen** jährlich **750 bis 1'000 kWh pro Person** bzw. bis zu **15’000 kWh pro Haushalt**. Durch den Verzicht auf solche Systeme sparen wir ein Vielfaches unseres gesamten Jahresverbrauchs. Das zeigt: Ein bewusst gestalteter Haushalt – ob klein oder gross – hat enormes Potenzial zur Reduktion von Energieverbrauch, ohne dass man auf ein angenehmes Leben verzichten muss. ### Fazit: Weniger ist machbar – und fühlt sich gut an **200 kWh Netzbezug in 2.5 Jahren** – das ist nicht Magie, sondern Haltung. Unser Tiny House zeigt, wie ein moderner Lebensstil mit einem Minimum an Energiebedarf möglich ist. Es geht nicht um Verzicht, sondern um bewusste Gestaltung. Und genau das macht diesen Lebensstil so wertvoll. --- ## Wasserverbrauch in einem Jahr - Die Zahlen - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wasserverbrauch-im-2024---immer-wieder-spannend/ - Datum: 26. Februar 2025 - Tags: wasser, verbrauch, ressourcen sparen - Zusammenfassung: Jeden Januar hält bei uns eine besondere Rechnung Einzug: die Wasser- und Abwasserabrechnung. Jeden Januar hält bei uns eine besondere Rechnung Einzug: die Wasser- und Abwasserabrechnung. Das ist für uns noch ungewohnt, denn in früheren Mietwohnungen war Wasser einfach in den Nebenkosten enthalten – ohne dass wir eine detaillierte Übersicht über unseren tatsächlichen Verbrauch hatten. Jetzt ist das anders: Wir sehen genau, wie viel Wasser wir benötigen, und unser Ergebnis überrascht uns selbst. ## Die Zahlen im Detail - **Gesamtverbrauch im Januar:** 24 m³ - **Kosten:** ca. 220 Franken (das entspricht rund 9,17 Franken pro m³) - **Personen im Haushalt:** 2 - **Gesamtverbrauch pro Person und Jahr:** 12 m³ = **12'000 Liter** - **Durchschnittlicher Verbrauch pro Person und Tag:** **ca. 33 Liter** Vergleicht man das mit dem schweizerischen Durchschnitt von **140 Litern pro Tag pro Person** [(Quelle)](https://www.energie-umwelt.ch/wassersparen/den-eigenen-wasserverbrauch-einschaetzen), zeigt sich: **Wir verbrauchen weniger als ein Viertel davon.** ## Warum unser Verbrauch so niedrig ist Unser bewusster Umgang mit Wasser ist kein Zufall. Wir haben unser Zuhause so konzipiert, dass Wasser nicht unnötig verschwendet wird: ✅ **Trockentrenntoilette:** Kein Wasser für die Toilettenspülung – das macht einen enormen Unterschied. ✅ **Kurzes Duschen:** Wir achten darauf, so wenig Wasser wie möglich zu verbrauchen, ohne auf Komfort zu verzichten. ✅ **Effizienter Abwasch:** Wasser wird sparsam eingesetzt – kein unnötiges Laufenlassen des Wassers. ✅ **Regenwassernutzung im Garten:** Rund **80 % des Wassers**, das wir für Pflanzen verwenden, stammt aus gesammeltem Regenwasser. ## Geht da noch mehr? Wohl kaum! Oft, wenn es um Nachhaltigkeit geht, stellt sich die Frage: **Kann man noch sparsamer leben?** In unserem Fall ist die Antwort: **Nicht wirklich.** Unser Wasserverbrauch ist bereits extrem niedrig, ohne dass wir das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen. Die spannende Erkenntnis ist, dass ein minimalistischer Wasserverbrauch nicht automatisch mit weniger Lebensqualität einhergeht – es geht vor allem darum, bewusster zu handeln und nachhaltige Lösungen zu nutzen. **Habt ihr schon einmal euren Wasserverbrauch überprüft? Gibt es noch Potenzial zum Sparen?** Schreibt uns eure Gedanken in die Kommentare! 💧😊 --- ## Die Tiny House Checkliste – So wird der Weg weniger steil - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/die-tiny-house-checkliste-so-wird-der-weg-weniger-steil/ - Datum: 21. Februar 2025 - Tags: checkliste, grundstück, planung, finanzen - Zusammenfassung: Mit dieser Checkliste möchten wir dich auf dem Weg zu deinem eigenen Tiny House begleiten. Unsere Tipps und Tricks basieren auf eigenen Erfahrungen, die wir in den letzten zwei Jahren gesammelt haben. Mit dieser Checkliste möchten wir dich auf dem Weg zu deinem eigenen Tiny House begleiten. Unsere Tipps und Tricks basieren auf eigenen Erfahrungen, die wir in den letzten zwei Jahren gesammelt haben. Diese Checkliste richtet sich an alle, die noch am Anfang ihres Tiny-House-Projekts stehen. ## Alles beginnt mit dem **WARUM**! Warum möchtest du in ein Tiny House ziehen? Welche Erwartungen hast du an das Leben darin? Bevor du mit der Planung beginnst, solltest du diese Fragen für dich beantworten. Besprich sie mit Familie, Freunden und Bekannten – eine neue Lebensweise betrifft oft nicht nur dich allein. Der Austausch hilft dir, deine Vorstellungen zu konkretisieren. ## **Reduzieren – weniger ist mehr** Wenn du mit all deinen Sachen ins Tiny House einziehen möchtest, ist es zu spät. Starte am besten jetzt mit dem Reduzieren! Trenne dich von Dingen, die du nicht mehr benötigst oder die dich nicht glücklich machen. Das ist ein herausfordernder Prozess, doch sobald du einmal angefangen hast, wird es einfacher. **Wichtig:** Du brauchst keinen Aufräum- oder Ordnungsspezialisten, aber ein Marie-Kondo-Buch kann eine gute Inspiration sein. ## **Kosten – Tiny Houses sind nicht billig** Ein Tiny House kostet – und zwar nicht wenig. Ein modernes, bewilligtes Tiny House in der Schweiz beginnt bei rund **CHF 70'000**, kann je nach Standard, Nachhaltigkeit und Autarkie aber auch **CHF 200'000 oder mehr** kosten. Falls du dein Tiny House selbst baust, solltest du mit mindestens **CHF 50'000** rechnen – dazu kommt jedoch eine Menge an Zeit und Arbeit. > „Das erste Haus baut man für seinen Feind, das zweite für einen Freund und das dritte für sich selbst.“ **Wichtig:** Ziehe nicht in ein Tiny House, nur weil du glaubst, es sei besonders günstig. Es ist keine Billiglösung, sondern eine bewusste Entscheidung für eine kompaktere Lebensweise. ## **Finanzen – realistisch planen** Ein Thema, über das man ungern spricht, das aber essenziell ist. Die meisten Banken vergeben **keine Hypothek** für Tiny Houses, wenn du kein eigenes Grundstück besitzt. Mach eine ehrliche Bestandsaufnahme: - Wie viel Erspartes hast du? - Wie viel davon bist du bereit zu investieren? **Wichtig:** Falls dein Eigenkapital nicht ausreicht, überlege, ob private Finanzierungsmöglichkeiten infrage kommen. Familie oder Freunde könnten dich eventuell unterstützen – spreche offen über deine Pläne und dein „Warum“. ## **Plane dein Haus grob** Wie gross soll dein Tiny House sein? Welche Ausstattung brauchst du wirklich? YouTube und Social Media können inspirierend sein, aber bedenke: - In der Schweiz gibt es **kalte Winter – Isolierung & Heizkonzepte sind wichtig.** - Die Baugesetze sind streng – **prüfe, was erlaubt ist.** Es gibt Anbieter, die **Planungsworkshops** anbieten. Sie sind zwar nicht kostenlos, aber eine wertvolle Investition – selbst wenn du dort später nicht kaufst. **Wichtig:** Die Grösse deines Hauses bestimmt auch das Grundstück, das du später benötigst. Plane also mit Bedacht. ## **Haus kaufen oder Grundstück zuerst?** Die Erfahrung zeigt: **Wer sein Tiny House bereits bestellt hat, kommt bei der Grundstückssuche schneller voran.** Viele Anbieter haben Wartezeiten von **6 bis 24 Monaten**, bis das Haus geliefert wird – nutze diese Zeit, um dein Grundstück zu finden. Die Grundstückssuche ist nicht einfach: - Kleine Bauzonen-Grundstücke sind **sehr rar**. - Landwirtschaftszone ist **(fast) unmöglich**. - Mieten statt Kaufen? Noch schwieriger. **Wichtig:** Sei kreativ und aktiv bei der Suche – das Grundstück wird dir nicht auf dem Silbertablett präsentiert. ## **Bauplanung & Baubewilligung – bürokratische Hürden** In der Schweiz gibt es **2'148 Gemeinden**, also auch **2'148 Bauämter** mit eigenen Regelungen. Tiny Houses sind für viele Behörden **Neuland** – sei auf **detaillierte Abklärungen und Bürokratie** vorbereitet. Ein Architekt kann helfen, die **notwendigen Pläne** zu erstellen. Zudem solltest du dich mit Themen wie **Erdbebensicherheit, Hochwasserschutz & lokalen Bauvorschriften** auseinandersetzen. **Wichtig:** Vor der offiziellen Einreichung des Baugesuchs lohnt sich ein persönliches Gespräch mit der Bauverwaltung – **ein guter erster Eindruck kann helfen**. ## **Grundstück vorbereiten** Herzlichen Glückwunsch! - **Baubewilligung ✅** - **Haus bestellt ✅** - **Grundstück gefunden ✅** Jetzt geht es an die Infrastruktur: - **Kanalisation, Wasser & Strom** müssen vorbereitet werden. - **Ein Fundament oder Schraubfundamente** müssen gesetzt werden. Falls du Kosten sparen möchtest, kannst du selbst mithelfen – jedoch immer unter Anleitung von Fachkräften. **Wichtig:** Organisiere Handwerker **frühzeitig** und hole dir mehrere Offerten ein. Empfehlungen von Familie & Freunden sind oft wertvoll. ## **Einzug – dein Tiny House kommt!** Der grosse Tag ist da – dein Tiny House wird geliefert! Doch es gibt viele Faktoren, die zusammenspielen müssen: - Der **Tieflader mit dem Haus** muss pünktlich sein. - Der **Kran** muss bereitstehen. - Die **Fundamente** müssen korrekt gesetzt sein. Nicht alles wird planmässig laufen – sei vorbereitet und behalte einen Plan B im Hinterkopf. **Wichtig:** Versuche, den Moment zu geniessen – **es ist der Start in dein neues Leben!** ## **Einleben – das Abenteuer beginnt** Dein Tiny House ist nun dein Zuhause! Aber: Ein neues Leben bedeutet **neue Routinen**. - **Stromautark?** Dann spielt das Wetter plötzlich eine grosse Rolle. - **Heizen mit Holz?** Dann muss das Timing stimmen. - **Kochen mit Gas?** Dann geht auch mal eine Pizza schief. **Wichtig:** Gib dir Zeit! Veränderungen brauchen Eingewöhnung. Vernetze dich mit anderen Tiny-House-Besitzern – z. B. im **[Verein Kleinwohnformen](https://www.kleinwohnformen.ch)** oder auf Stammtischen. --- ## Unser Leben im Tiny House: Zwei Jahre später - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/unser-leben-im-tiny-house-zwei-jahre-spaeter/ - Datum: 27. Januar 2025 - Tags: tiny house, nachhaltiges wohnen, minimalismus, stromautark, leben auf kleinem raum - Zusammenfassung: Unsere Erfahrungen nach zwei Jahren im Tiny House KOKOMO: Nachhaltig und autark leben auf begrenztem Raum, mit technischen Innovationen und bewusster Ressourcennutzung. Am 17. September 2022 sind wir offiziell in unser Tiny House KOKOMO eingezogen. Nach 2.5 Wintern und zwei Sommern können wir sagen, dass wir keine Neulinge mehr sind und nun mit einem realistischen Blick auf die letzten zwei Jahre zurückblicken. In diesem Beitrag möchten wir ehrlich über unsere ersten zwei Jahre im Tiny House berichten. ## Leben auf kleinem Raum Wir leben auf 36m², oder 18m² pro Person. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Schweizer Bürger bewohnt 46m². Unser Haus steht auf einem 250m² grossen gemieteten Grundstück. Für unseren Wohnwagon, haben wir CHF 220'000.00 bezahlt. Das entspricht CHF 6'100.00 pro Quadratmeter Wohnfläche. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 kostete ein Quadratmeter Wohnfläche für ein neues Einfamilienhaus etwa CHF 2'500.00 - 4'000.00 (in der Schweiz), was bedeutet, dass wir gut und gerne das Dreifache bezahlt haben. Hinzu kommen noch Transport, Erschliessung und Vorbereitungsarbeiten, die zusammen etwa CHF 35'000.00 ausmachten, sowie Planungskosten von ca. CHF 10'000.00. Dazu kamen unzählige Stunden Eigenleistung für Planung, Baugesuch, Transport/Kran, Erschliessung usw. Und natürlich musste auch das Grundstück gefunden werden – ein Marathon, kein Sprint. Trotz der hohen Kosten konnten wir einen Teil selbst finanzieren, benötigten aber auch Unterstützung von Familie und Freunden. Ohne diese Hilfe hätten wir unseren Traum nicht verwirklichen können. ## Technische Ausstattung und Nachhaltigkeit Natürlich gibt es im Vergleich zu einem herkömmlichen Einfamilienhaus einige Unterschiede in der Ausstattung. Auf unserem Dach haben wir eine Solaranlage installiert, mit der wir von Mitte Januar bis Mitte November stromautark leben. Mehr Details zu unserer Solaranlage findest du hier im Dashboard: [https://dashboard.kokomo.ch](https://dashboard.kokomo.ch). In den dunklen Wintermonaten brauchen wir teilweise die Hilfe unseres Nachbarn, der uns erlaubt, eine Steckdose auf seiner Terrasse zu nutzen, um den fehlenden Strom zu beziehen. Im September 2024 waren wir in diesem Jahr zu 97.21% stromautark. Wie du siehst, haben wir keinen Anschluss ans Gemeindestromnetz. Im Sommer erwärmen wir unser Wasser mit dem Überschuss der Solaranlage, im Winter mit einem wassergeführten Stückholz-Ofen. Unser Wasserspeicher fasst 300 Liter, womit wir auch die Radiatoren im Haus beheizen. So bleibt es warm, selbst wenn der Ofen nicht brennt. Im Winter heizen wir einmal täglich, am liebsten abends, weil es so gemütlich ist. Ebenfalls speziell ist, dass unsere Waschmaschine relativ wenig Strom verbraucht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass wir das Heisswasser direkt aus dem Speicher in die Waschmaschine umleiten. Wenn wir also bei 40 Grad waschen, zieht die Maschine 40 Grad warmes Wasser aus dem Speicher, anstatt es selbst zu erhitzen. Eine tolle Sache und sehr stromsparend. Im Gegensatz zu den meisten Haushalten besitzen wir weder einen Geschirrspüler noch ein TV-Gerät. Neben dem fehlenden Stromanschluss haben wir auch keinen TV-, Internet- oder Telefonanschluss. Wenn wir fernsehen, dann auf einem Notebook, und telefoniert wird mit dem Smartphone. Natürlich haben wir WLAN im Haus, das über eine mobile SIM-Karte und einen entsprechenden Router bereitgestellt wird. Dies benötigen wir, um jederzeit den Überblick über unsere Solaranlage zu behalten und, besonders im Winter, die Heizung und das Heisswasser zu steuern. Das Holz für unseren Ofen holen wir bei unserer Verwandtschaft. Wir fräsen und spalten es selbst und zahlen dafür einen sehr moderaten Preis. Pro Winter verbrauchen wir etwa 1,5 Ster Holz. ## Leben mit den Jahreszeiten Im Sommer geniessen wir angenehme Temperaturen im Haus. Auch wenn es wie diesen Sommer mehrere Tage über 30 Grad heiss ist, bleibt es bei uns abends um 18:00 Uhr bei 26-27 Grad. Natürlich schliessen wir alle Fenster und ziehen die Plissees herunter. Nachts öffnen wir dann alles, und am Morgen haben wir wieder etwa 20 Grad im Haus. Ein Teil unseres Daches ist begrünt, der andere, mit Solarpanels, mit grossem Kies belegt. So können wir ohne Klimaanlage oder andere Hilfsmittel perfekt schlafen. Unsere Dämmung besteht aus bester Schafswolle von glücklichen Schafen (hoffe ich zumindest). ## Alltag und Platzmanagement Wir kochen und backen mit Gas. Pro Jahr verbrauchen wir etwa eine Gasflasche mit 10,5 Litern. Ja, richtig gelesen: pro Jahr, nicht pro Monat. In der Dusche/WC haben wir eine Trockentrenntoilette. Damit sparen wir etwa 12 Liter Trinkwasser, die nicht in die Kanalisation gespült werden. Die Hinterlassenschaften kommen bei uns in den normalen Hausmüll. Natürlich wäre es auch möglich, sie zu kompostieren und später im Garten zu verwenden, was eigentlich sogar besser wäre. Da wir wenig Platz für „Dinge" haben, befolgen wir eine Regel, die wir von Theresa May von Wohnwagon übernommen haben: Wenn etwas Neues hereinkommt, muss etwas Altes raus. Das funktioniert erstaunlich gut. So überlegt man immer, ob man etwas wirklich braucht und was dafür weichen muss. Ein einfaches Beispiel: Neue Schuhe rein, alte Schuhe raus. Wir mussten uns bisher bei unseren Sachen nicht einschränken. Im Gegenteil: Unter dem Sofa und dem Bett haben wir in grosszügigen Schubladen noch viel Platz. Auch in der Küche sind einige Schränke leer. Würden wir noch besser einräumen, hätten wir sogar noch mehr Platz. ## Raumaufteilung und Wohnkomfort Unser Haus hat im Grunde drei Zimmer: den Wohnbereich mit Küche, das Büro, das auch als Ankleidezimmer dient, und den Schlafraum. Der Schlafraum ist mit knapp 4m² natürlich klein, aber man schläft trotzdem sehr gut. Wir würden ihn definitiv wieder abtrennen. Da ich meistens später ins Bett gehe und am Wochenende früher aufstehe, kommen wir uns nicht in die Quere und keiner muss sich anders verhalten als in einer Mietwohnung. Auch zwischenmenschlich haben wir kein Problem, selbst mit wenig Wohnraum. Wir gehen uns nicht auf die Nerven, auch wenn es mal länger regnet. In diesem Bereich gibt es also nichts weiter zu berichten 😉 ## Freizeit und Aussenbereich Sobald es warm genug ist, verbringen wir unsere freie Zeit draussen im Garten oder auf der Terrasse. Wir essen fast immer draussen, solange es nicht regnet, da der Weg zum Tisch draussen kaum länger ist als zum Tisch drinnen. So geniessen wir gemütliche Wochenenden und erholsame Abende vor dem Haus. Dank Hängematte und Liegestuhl ist es sehr bequem. Es fühlt sich immer ein bisschen wie Ferien an. Nach Hause zu kommen ist anders als in einer Mietwohnung. Da wir viel Zeit im Freien verbringen, ist es, als wären wir mit dem Camper unterwegs – und das bringt ein kleines Feriengefühl mit sich. Herrlich. ## Unser Garten Unser Garten besteht aus drei Hochbeeten, einem kleinen Beet und natürlich einem Komposthaufen. Im zweiten Jahr konnten wir Kartoffeln, Zucchetti, Tomaten, Peperoni und Salat ernten. Im ersten Sommer wuchsen auf dem Kompost eine ganze Reihe Zierkürbisse. Leider sind die gesäten Sonnenblumen dieses Jahr nicht aufgegangen, und auch der Mais wächst zwar, aber ein Maislabyrinth wird daraus wohl nicht werden. ## Fazit Nach zwei Jahren im Tiny House KOKOMO können wir sagen, dass dieser Lebensstil nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine grosse Bereicherung ist. Trotz der hohen Anfangsinvestitionen und der intensiven Eigenleistung hat sich unser Traum von einem nachhaltigen und minimalistischen Leben auf kleinem Raum erfüllt. Die Kombination aus technischer Innovation, bewusster Ressourcennutzung und einem Leben im Einklang mit den Jahreszeiten hat uns gezeigt, wie erfüllend ein reduzierter Lebensstil sein kann. Unser Tiny House bietet uns nicht nur ausreichend Platz, sondern auch ein Zuhause, das wir aktiv mitgestaltet haben. Es hat uns gelehrt, achtsamer mit Konsum, Energie und Natur umzugehen. Besonders der Aussenbereich mit Garten und Terrasse schenkt uns das Gefühl von Freiheit und Erholung, fast wie ein täglicher Kurzurlaub. Rückblickend würden wir diesen Schritt jederzeit wieder gehen. Unser Tiny House ist für uns mehr als nur ein Wohnort – es ist ein Lebenskonzept, das zu uns passt und uns immer wieder mit Stolz und Zufriedenheit erfüllt. --- ## Unser Wasserverbrauch im Tiny House - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/unser-wasserverbrauch-im-tiny-house/ - Datum: 3. Januar 2024 - Tags: tiny house, wassersparen, nachhaltigkeit, umweltbewusstsein, ressourcenschonung - Zusammenfassung: Durch bewussten Umgang mit Wasser haben wir im Tiny House einen Jahresverbrauch von 15m3 erreicht. Mit Massnahmen wie Trockentrenntoilette und Sparduschkopf leisten wir einen Beitrag zur Umweltschonung. Heute ist ein besonderer Tag für uns im Tiny House: Zum ersten Mal wurde unsere Wasseruhr abgelesen, und die Zahlen haben uns zum Nachdenken angeregt. Nach 12 Monaten zeigte der Zähler 15m3 an. Das bedeutet, dass wir pro Person und Jahr knapp 11’200 Liter Trinkwasser verbraucht haben. Im Tagesdurchschnitt sind das etwa 31 Liter pro Person – ein erstaunlich geringer Verbrauch, insbesondere im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt von 287 Litern pro Person und Tag im Jahr 2021. Das ist fast das Neunfache dessen, was wir verbraucht haben! Bedenkt man, dass all dies bestes Trinkwasser ist, wird uns die Bedeutung unserer Einsparungen noch deutlicher. Aber wie schaffen wir es, mit so wenig Wasser auszukommen? Hier sind einige unserer Vermutungen und Massnahmen: 1. **Trockentrenntoilette:** Ein wesentlicher Faktor für unseren reduzierten Wasserverbrauch. 2. **Sparduschkopf:** Dieser hilft, den Wasserverbrauch beim Duschen erheblich zu reduzieren. 3. **Geringer Wasserdurchfluss in den Armaturen:** Auch das trägt dazu bei, den Wasserverbrauch zu senken. 4. **Kein Geschirrspüler:** Wir waschen unser Geschirr von Hand, und das auch nur einmal täglich für zwei Personen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass in den 15m3 das Wasser für unsere Pflanzen im Sommer nicht enthalten ist. Wir haben zwar Regenwasser in einem Weinfass gesammelt, aber manchmal reichte das nicht aus. Als Optimierung planen wir, ein zweites Weinfass für den Sommer anzuschaffen, um noch mehr Regenwasser sammeln zu können. ## Tipps zum Wassersparen im Tiny House 1. **Installiere wassersparende Armaturen:** Sparduschköpfe und Wasserhähne mit niedrigem Durchfluss sind effektive Mittel, um den Wasserverbrauch zu senken. 2. **Bewusster Umgang mit Wasser:** Sei dir jederzeit bewusst, wie viel Wasser du verbrauchst. Einfache Angewohnheiten wie das Abstellen des Wassers beim Zähneputzen können eine große Wirkung haben. 3. **Sammle Regenwasser:** Nutze Regenwasser für die Bewässerung deiner Pflanzen. 4. **Überprüfe regelmässig auf Lecks:** Ein tropfender Wasserhahn oder eine undichte Toilette können unbemerkt viel Wasser verschwenden. 5. **Wiederverwende Grauwasser:** Wasser, das beispielsweise zum Waschen von Gemüse verwendet wurde, kann erneut zum Giessen von Pflanzen genutzt werden. **Wo kann man sonst noch Wasser sparen? Lass es uns in den Kommentaren wissen.** In unserem Tiny House haben wir gelernt, dass bewusster Umgang mit Ressourcen nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch ein erfüllendes und nachhaltiges Lebensgefühl schafft. Jeder von uns kann etwas tun, um unseren ökologischen Fussabdruck zu verringern. Es beginnt mit kleinen Schritten, und unser Beispiel zeigt, dass es möglich ist. --- ## So findest du ein Grundstück für dein Tiny House - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/tipps-tiny-house-grundstueck-suchen/ - Datum: 24. Dezember 2023 - Tags: tiny house, grundstückssuche, kleinwohnformen, standortwahl, nachhaltiges wohnen - Zusammenfassung: Die Suche nach dem idealen Grundstück für ein Tiny House wird durch Mitgliedschaft im Verein Kleinwohnformen, Flexibilität bei der Standortwahl, Nutzung von Online-Karten, sowie persönliches Erkunden von Gegenden erleichtert. Die Suche nach dem perfekten Grundstück für dein Tiny House mag zunächst wie eine Herausforderung erscheinen, aber mit den richtigen Strategien und Ressourcen wird es ein spannendes Abenteuer. Hier sind einige bewährte Methoden, die dir auf deiner Suche helfen können. ## 1\. Werde Mitglied im Verein Kleinwohnformen Ein ausgezeichneter erster Schritt ist, Mitglied beim [Verein Kleinwohnformen](https://kleinwohnformen.ch/verein-kleinwohnformen-schweiz/mitgliedschaft-verein/) zu werden. Durch den Verein erhältst du Zugang zur KWF-Karte, die wertvolle Informationen über potenzielle Standorte bietet. Die regelmässigen Stammtische des Vereins sind eine Goldgrube für Netzwerkmöglichkeiten. Hier triffst du Menschen, die bereits in einem Tiny House wohnen, sowie andere, die nach Grundstücken suchen. Nutze diese Gelegenheiten, um Erfahrungen auszutauschen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. ## 2\. Bleibe Flexibel in deiner Standortwahl Es ist wichtig, sich über deinen Wunschstandort klar zu werden. Die Chancen erhöhen sich jedoch, wenn du nicht auf eine bestimmte Gemeinde fixiert bist. Sei offen für verschiedene Gegenden und Gemeinden. ## 3\. Nutze Online-Karten der Kantone Die [Onlinekarten der Kantone](https://www.kgk-cgc.ch/geodaten/kantonale_geoportale) sind ein unschätzbares Werkzeug. Viele dieser Geoportale ermöglichen es, sich anzumelden und Zugang zu Informationen wie den Adressen der Grundstückseigentümer zu erhalten. Nutze diese Informationen, um potenzielle Verkäufer anzuschreiben. Sei in deinem Schreiben persönlich und präsentiere dich sowie deine Vision für das Leben im Tiny House. Ein Plan deines Hauses oder sogar eine Skizze des Hauses auf der Karte kann deine Anfrage unterstützen. ## 4\. Erkunde die Gegend Persönlich Nimm dir Zeit, um mit dem Fahrrad oder zu Fuss durch potenzielle Gemeinden zu reisen. Manchmal entdeckt man dabei perfekte Standorte oder Möglichkeiten für eine Zwischennutzung. Halte die Augen offen! ## 5\. Nutze Google Maps Google Maps ist ein fantastisches Werkzeug, um potenzielle Grundstücke aus der Ferne zu erkunden. In Kombination mit den kantonalen Geoportalen bietet es eine hervorragende Übersicht über mögliche Standorte. ## 6\. Sprich Über Dein Vorhaben Erzähle jeder Person von deiner Suche nach einem Grundstück. Selbst wenn sie kein Land besitzen, könnte ihr Netzwerk wertvoll sein. ## 7\. Online-Plattformen Durchsuchen Plattformen wie tutti.ch, Facebook Marketplace und ricardo.ch können überraschende Möglichkeiten bieten. Halte Ausschau nach Inseraten für Landvermietungen oder -verkäufe. ## 8\. Nutze Soziale Medien Frage in Facebook-Gruppen nach. Die Erfolgschancen mögen gering sein, aber manchmal führt auch der unerwartetste Weg zum Ziel. Es gilt hier zu sagen, dass Social Media nur eine ergänzende Methode zu allen anderen hier erwähnten ist. In einer Tiny House Facebook Gruppe ein Post zu machen, dass man in der Gegen XY etwas sucht, wird def. keine Erfolg mit sich bringen. Die Suche nach einem Grundstück für dein Tiny House erfordert Geduld und Kreativität, aber die Belohnung ist ein persönlicher Raum, der deinen Traum vom minimalistischen und nachhaltigen Leben widerspiegelt. Viel Glück auf deiner Reise! --- ## Innovative Heizung in unserem Tiny House - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/innovative-heizung-in-unserem-tiny-house/ - Datum: 21. Dezember 2023 - Tags: tiny house, heizsystem, umweltfreundlich, energieeffizienz, holzofen - Zusammenfassung: Unser Tiny House nutzt im Winter einen wassergeführten Ofen für Wärme und Brauchwasser. Im Sommer erzeugt Überschussstrom unserer Solaranlage heisses Wasser. In unserem gemütlichen Tiny House ist [eine der am häufigsten gestellten Fragen](https://www.kokomo.house/tiny-house/100-tage-im-tiny-house-6-fragen-die-immer-wieder-gestellt-werden/), besonders im Winter, die nach unserem Heizsystem. Viele sind neugierig, wie wir es in den kalten Monaten schaffen, ein warmes und einladendes Zuhause zu bewahren. Die Frage, ob wir es trotz der kompakten Grösse behaglich warm haben, weckt immer grosses Interesse. ## Einführung in Unser Heizsystem Wir leben in einem Tiny House und haben uns für eine effiziente und umweltfreundliche Heizlösung entschieden: eine Zentralheizung kombiniert mit einem wassergeführten Holzofen. Dieses System ist nicht nur nachhaltig, sondern passt auch perfekt zu unserem Lebensstil. ## Winterbetrieb: Wärme durch den Wassergeführten Ofen Im Winter kommt unser wassergeführter Ofen zum Einsatz. Wir heizen das Feuer abends für etwa 2-3 Stunden an, was das Wasser in unserem 300-Liter-Speicher aufwärmt. Dieses heisse Wasser dient sowohl der Heizung als auch als Brauchwasser. Trotz der relativ kurzen Heizdauer erreicht unser Tiny House eine angenehme Raumtemperatur von ca. 23 bis 24 Grad. Den ganzen Heizvorgang, wie auch die Temperaturen im Wasserspeicher, können wir per App am Smartphone oder Notebook einsehen. Ebenso können wir unsere Heizung per App regeln. ## Effiziente Temperaturregelung und Dämmung Nachts senken wir die Temperatur auf 18 Grad ab, wobei wir dank der guten Dämmung morgens selten tatsächlich nur 18 Grad messen. Ab 6 Uhr morgens reguliert die Heizung automatisch auf 20.5 Grad. Sobald die Raumtemperatur unter diese Schwelle fällt, aktiviert sich die Heizungspumpe und leitet heisses Wasser aus dem Speicher in die Radiatoren, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. ## Tägliches Einheizen und Holzverbrauch Tägliches Einheizen für 2-3 Stunden reicht aus, um uns mit genügend heissem Wasser zu versorgen und hält den Holzverbrauch auf etwa 1.5 Ster pro Winter. Bei wärmeren Temperaturen über 13 Grad müssen wir nur jeden zweiten Tag heizen. Bei anhaltendem Frost unter 0 Grad senken wir die Zieltemperatur auf 20 Grad, um den ganzen Tag über angenehme Wärme zu gewährleisten. ## Kochen auf dem Holzofen und Gasverbrauch Ein zusätzlicher Vorteil unseres Holzofens ist die Möglichkeit, darauf zu kochen. Dies hilft uns, den Gasverbrauch weiter zu reduzieren. Das Kochen auf dem Holzofen geht zwar immer ein wenig langsamer aber Zeit haben wir ja dann. Und das Kochen auf Feuer bringt ein anderes, noch besseres, Resultat, als auf Gas oder Strom. ## Heisswasserversorgung im Sommer Im Sommer nutzen wir einen Tauchsieder im Wasserspeicher, der durch Überschussstrom unserer Solaranlage betrieben wird. Dieser schaltet sich ein, sobald die Batterie zu mindestens 96% geladen ist und schaltet sich bei 92% Kapazität wieder ab. So produzieren wir von Ende März bis weit in den Oktober hinein heisses Wasser mit der Energie unserer Solaranlage. ## Abschluss und Frage an dich Wie ihr seht, haben wir ein effizientes, umweltfreundliches Heizsystem, das perfekt zu unserem Tiny-House-Lebensstil passt. Wir sind gespannt, wie eure Heizsysteme funktionieren und freuen uns über eure Erfahrungen und Ideen. --- ## Die Wahrheit hinter dem Tiny House: Ein Augenöffner für Träumende - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/die-wahrheit-hinter-dem-tiny-house-ein-augenoeffner-fuer-traeumende/ - Datum: 27. November 2023 - Tags: tiny house, wohnkonzept, wohnmobil, baubewilligung, immobilienfinanzierung - Zusammenfassung: "Wir beleuchten die Realität von Tiny Houses in der Schweiz: hohe Kosten pro Quadratmeter, notwendige Baugenehmigungen, Infrastrukturherausforderungen und die Schwierigkeit, idyllische Standorte zu finden." Du wohnst bereits in deinem Traum-Tiny House oder steckst mitten in den Vorbereitungen für dein kleines Paradies? Dann brauchst du hier eigentlich nicht mehr weiterlesen. In diesem Artikel widmen wir uns denjenigen, die noch am Anfang ihrer Tiny House-Träume stehen – **den Träumern und Planern** , die sich mit den realen Aspekten dieses Wohnkonzepts **noch nicht** auseinandergesetzt haben. Es ist wichtig zu bedenken, dass es keine Regel ohne Ausnahme gibt und jeder Tiny House-Weg seine individuellen Überraschungen bereithält. Doch für alle, die noch in den Startlöchern stehen, bieten die folgenden Punkte wertvolle Einblicke und vielleicht den einen oder anderen Augenöffner. 1. **Ein Tiny House ist nicht günstig** : Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Tiny Houses aufgrund ihrer geringen Grösse wesentlich günstiger sind. Tatsächlich können die Kosten für Materialien, massgeschneiderte Lösungen und qualitativ hochwertige Bauausführung jedoch beträchtlich sein. Daher sollte man sich im Klaren sein, dass ein Tiny House zwar kompakter, aber nicht unbedingt preiswerter als ein herkömmliches Haus ist. 2. **Wenn du günstig wohnen und leben möchtest, zieh in eine kleine Wohnung** : Wer auf der Suche nach einer preiswerten Wohnalternative ist, könnte eher in Betracht ziehen, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Diese Option bietet oft eine kostengünstigere Lösung als ein Tiny House, da Wohnungen in bestehenden Strukturen häufig geringere Ausgaben für Bau und Instandhaltung mit sich bringen. 3. **Um in einem Tiny House zu wohnen, muss man vorgängig viel Zeit und/oder viel Geld aufwenden** : Die Realisierung eines Tiny House-Projekts erfordert eine umfangreiche Planung und Investition. Sei es durch den zeitlichen Aufwand für Eigenbau oder durch die finanziellen Kosten für professionelle Dienstleistungen, ein Tiny House ist ein Engagement, das sowohl Zeit als auch Geld beansprucht. 4. **Ein Wohnwagen ist kein Tiny House, auch nicht wenn er sehr teuer war** : Obwohl Wohnwagen und Tiny Houses beide kompakte Wohnlösungen sind, unterscheiden sie sich grundlegend. Ein Wohnwagen ist primär für das mobile Reisen konzipiert, während ein Tiny House als stationärer Wohnraum mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und Lebensqualität entworfen wird. 5. **Auch ein Wohnmobil ist kein Tiny House** : Ähnlich wie beim Wohnwagen, ist auch ein Wohnmobil keine gleichwertige Alternative zu einem Tiny House. Wohnmobile sind für die Mobilität und temporäres Wohnen ausgelegt, wohingegen Tiny Houses auf Langzeitbewohnung und eine feste Verankerung an einem Standort ausgerichtet sind. 6. **Jedes Tiny House braucht eine Baubewilligung, wenn man nicht im Graubereich leben will** : In der Schweiz unterliegt der Bau eines Tiny Houses denselben rechtlichen Bestimmungen wie der Bau eines herkömmlichen Hauses. Eine Baubewilligung ist notwendig, um den Vorschriften zu entsprechen und rechtliche Probleme zu vermeiden. 7. **Hat man kein eigenes Land, muss man Land mieten und Miete zahlen** : Ohne eigenes Grundstück muss für ein Tiny House ein Stellplatz gemietet werden. Dies bedeutet zusätzliche laufende Kosten in Form von Mietzahlungen. 8. **Bauzone vs. Landwirtschaftszone:** Du darfst dein Tiny House auf Bauland in einer Bauzone aufstellen. Nicht aber in einer Landwirtschaftszone. Auch nicht wenn es Räder hat, alle 10 Tage umgestellt wird oder sonst mit irgend einem Hack. Ausser du wirst beim Landwirt angestellt, hast du vielleicht die Möglichkeit. 9. **Jedes Tiny House - zumindest in der Schweiz - benötigt einen Wasseranschluss und einen Kanalisationsanschluss**: Um als dauerhafter Wohnsitz zu gelten, muss ein Tiny House in der Schweiz mit den notwendigen Versorgungseinrichtungen wie Wasser- und Kanalisationsanschlüssen ausgestattet sein. 10. **In den wenigsten Fällen wird ein Vermieter sich auch noch um die Anschlüsse kümmern wollen** : Vermieter sind in der Regel nicht bereit, zusätzliche Anstrengungen für die Installation von Anschlüssen für ein Tiny House zu unternehmen. Dies bedeutet, dass Mieter sich oft selbst um die Einrichtung dieser Infrastruktur kümmern müssen. 11. **Wenige bis keine Banken gewähren dir eine Hypothek für ein Tiny House, ausser du hast eigenes Land** : Die Finanzierung eines Tiny Houses durch eine Hypothek ist in der Schweiz schwierig, da viele Banken solche Objekte nicht als traditionelle Immobilien betrachten, insbesondere ohne zugehöriges Land. 12. **Nur weil ein sogenanntes Mobilhome wintertauglich ist, bedeutet dies nicht, dass du ein Energienachweis erhälst** : Die Wintertauglichkeit eines Mobilhomes ist kein Garant für die Erteilung eines Energienachweises. In der Schweiz müssen bestimmte Energiestandards eingehalten werden, die über die blosse Wintertauglichkeit hinausgehen. 13. **Ein möglicher Stellplatz wird dich nicht anspringen, du wirst viel Zeit und Energie aufbringen müssen, um einen zu finden** : Die Suche nach einem geeigneten Stellplatz für ein Tiny House kann eine Herausforderung sein. Es erfordert erhebliche Recherche und Anstrengung, einen Platz zu finden, der sowohl rechtlichen Bestimmungen entspricht als auch praktisch für das tägliche Leben ist. 14. **Auch wenn ein Tiny House Räder hat, braucht es eine Baubewilligung und ist nicht eine mobile Baute** : Selbst wenn ein Tiny House auf Rädern steht, gilt es in der Schweiz nicht automatisch als mobil. Für den dauerhaften Aufenthalt sind Baugenehmigungen erforderlich, und das Haus muss bestimmten baulichen und rechtlichen Standards entsprechen. 15. **Ja genau, die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche sind bei einem Tiny House meistens viel höher als bei einem herkömmlichen Haus** : Aufgrund der Notwendigkeit, hochwertige Materialien und massgeschneiderte Lösungen auf einem kleineren Raum zu integrieren, sind die Kosten pro Quadratmeter in einem Tiny House oft höher als in einem traditionellen Haus. Dies reflektiert die Investition in Qualität und Effizienz auf kleinem Raum. 16. **Romantische Stellplätze direkt am See:** Auch wenn es die meisten Tiny House Hersteller in ihren schönen Unterlagen immer wieder aufzeigen aber sehr wahrscheinlich wirst du dein Haus nicht am Ufer eines Sees, eine Flusses oder einsam an einem Waldrand platzieren können. --- ## Wäsche trocknen im Tiny House: 9 Tipps - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/waesche-trocknen-im-tiny-house-9-tipps/ - Datum: 23. Oktober 2023 - Tags: wäschetrocknen, raumklima, winter, schimmer - Zusammenfassung: Erfahre 9 Tipps, wie Wäsche auch im Winter effizient getrocknet wird, das Raumklima geschützt und knisternde Winterwäsche genossen wird. Vom Aussen- bis zum Innenbereich, von der Sortierung bis zur Trocknung. Winterkälte und Wäschetrocknen – ein kritischer Mix? Entdecke 9 überraschende Tipps, wie du deine Wäsche auch bei Frost effizient trocknest. Besonders wenn die Wäsche im Haus aufgehängt wird, gilt es, aufzupassen! Erfahre, wie du das Raumklima schützt und knisternde Winterwäsche geniesst. Für die, die lieber kurz ein Video schauen, hier bitte. {% youtube aycJcrpM82M %} ## 1\. Wäsche auch im Winter draussen aufhängen Das Trocknen von Wäsche im Winter bei kalten Temperaturen mag zunächst widersprüchlich erscheinen, aber es funktioniert tatsächlich aus folgenden Gründen: 1. **Sublimation** : Auch bei Frost kann Wasser direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergehen, ohne vorher flüssig zu werden. Dieser Prozess wird Sublimation genannt. Wenn die Wäsche draußen in der Kälte hängt, kann das in den Textilien gefrorene Wasser direkt verdunsten, sobald es die notwendige Energie (z.B. durch Sonnenlicht) erhält. 2. **Niedrige Luftfeuchtigkeit** : Im Winter ist die Luft oft trockener als im Sommer. Die niedrige Luftfeuchtigkeit fördert die Verdunstung, da trockene Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als feuchte Luft. 3. **Wind** : Selbst ein leichter Winterwind kann den Trocknungsprozess beschleunigen. Wind trägt dazu bei, die feuchte Luft um die nasse Wäsche herum zu entfernen und durch trockenere Luft zu ersetzen. 4. **Sonneneinstrahlung** : Selbst an kalten Wintertagen kann die Sonne stark genug sein, um einen Trocknungseffekt zu haben. Die UV-Strahlen der Sonne können dazu beitragen, Bakterien in der Wäsche abzutöten, was ein zusätzlicher Vorteil ist. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass extreme Kälte und Wind die Wäsche steif machen können. Das ist zwar nicht schädlich, kann aber ein ungewöhnliches Gefühl sein, wenn man die Wäsche von der Leine nimmt. Einmal im Haus aufgewärmt, wird die Wäsche wieder weich. ## 2\. Sorge für ausreichende Belüftung Wenn man Wäsche im Haus trocknet, wird die Raumluft deutlich feuchter. Diese erhöhte Luftfeuchtigkeit kann, wenn sie nicht reguliert wird, ideale Bedingungen für die Schimmelbildung schaffen. Schimmel in Wohnräumen ist nicht nur unerwünscht, sondern kann auch gesundheitsschädlich sein. Daher ist es beim Trocknen von Wäsche im Innenbereich besonders wichtig, für ausreichende Belüftung zu sorgen. Das regelmässige und kurzzeitige Öffnen der Fenster lässt feuchte Luft nach draussen entweichen und zieht frische, trockene Luft hinein. Diese einfache Gewohnheit verhindert, dass sich Feuchtigkeit in den Räumen staut und bietet Schimmelsporen keine Chance, sich auszubreiten. Also, beim nächsten Wäscheaufhängen im Haus immer daran denken: Fenster auf und gut durchlüften! ## 3\. Wäsche gut ausschleudern Das Trocknen von Wäsche kann gerade in den kälteren Monaten oder bei Platzmangel im Freien zu einer Herausforderung werden. Ein wichtiger Schritt, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, beginnt bereits in der Waschmaschine: das Schleudern. Wenn Wäsche gut ausgeschleudert wird, entfernt die Maschine einen Grossteil des Wassers, wodurch die Wäsche schneller trocknet. Es ist ratsam, den höchsten Schleudergang zu verwenden, der sowohl von der Maschine angeboten wird als auch für den spezifischen Wäschetyp geeignet ist. Beachte jedoch immer die Pflegehinweise deiner Kleidungsstücke, um sicherzustellen, dass sie nicht beschädigt werden. Ein effektives Schleudern reduziert nicht nur die Trockenzeit, sondern spart auch Energie und schützt die Umwelt! ## 4\. Wäscheständer richtig platzieren Das Aufhängen von Wäsche mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, aber der Standort des Wäscheständers kann einen grossen Unterschied in der Trocknungszeit machen. Ein optimal platzierter Wäscheständer fördert die Luftzirkulation um die nasse Wäsche, was den Trocknungsprozess beschleunigt. Ideal ist ein Platz in der Nähe eines Fensters, wo frische Luft einströmen kann, oder in der Nähe einer Heizung, die für zusätzliche Wärme sorgt. Allerdings sollte man vorsichtig sein, die Wäsche nicht direkt auf die Heizung zu legen, da dies die Textilien beschädigen kann. Geschlossene Räume sollten vermieden werden, da sie die Feuchtigkeit stauen und die Gefahr von Schimmelbildung erhöhen. Mit der richtigen Platzierung des Wäscheständers kann man also nicht nur die Trockenzeit verkürzen, sondern auch für ein gesünderes Raumklima sorgen! ## 5\. Wäsche verteilen Das richtige Verteilen der Wäsche auf dem Wäscheständer spielt eine entscheidende Rolle beim effizienten Trocknen. Wenn Kleidungsstücke zu eng nebeneinander hängen, kann die Luft nicht gut zirkulieren, was den Trocknungsprozess erheblich verlangsamt. Es ist wichtig, genügend Platz zwischen den einzelnen Stücken zu lassen, damit die feuchte Luft entweichen und frische, trockene Luft eindringen kann. Dies fördert nicht nur eine schnellere Trocknung, sondern verhindert auch unangenehme Gerüche, die entstehen können, wenn Wäsche zu lange feucht bleibt. Ein weiterer Bonus: Wenn die Wäsche locker und gut verteilt aufgehängt wird, reduziert dies auch die Faltenbildung, was das Bügeln erleichtert. Also, beim nächsten Wäscheaufhängen immer daran denken: Genügend Abstand schaffen und die Wäsche gut verteilen! ## 6\. Luftentfeuchter nutzen Gerade in den kälteren Monaten, wenn Fenster und Türen meist geschlossen bleiben, kann die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen ansteigen – besonders, wenn regelmässig Wäsche in den Räumen getrocknet wird. Hier kommt der Luftentfeuchter ins Spiel. Ein elektrischer Luftentfeuchter saugt die feuchte Raumluft an und führt sie über Kühlelemente, an denen das Wasser kondensiert und in einem Auffangbehälter gesammelt wird. Das Resultat: Die Raumluft wird spürbar trockener. Dies beschleunigt nicht nur den Trocknungsprozess der Wäsche, sondern schafft auch ein angenehmeres und gesünderes Raumklima. Schimmelbildung und das Wachstum von Milben werden durch eine reduzierte Luftfeuchtigkeit ebenfalls eingedämmt. Ein Luftentfeuchter ist also ein nützliches Hilfsmittel, um die Trockenzeit der Wäsche zu verkürzen und gleichzeitig für ein besseres Wohnklima zu sorgen! ## 7\. Ventilator verwenden Wenn es darum geht, die Trockenzeit von Wäsche zu verkürzen, kann ein einfacher Haushaltsventilator Wunder wirken. Der Ventilator fördert die Luftzirkulation um die nassen Kleidungsstücke, was die Verdunstung beschleunigt und die Wäsche schneller trocknet. Besonders in Räumen, in denen die Luft still steht oder die Belüftung eingeschränkt ist, kann ein Ventilator den entscheidenden Unterschied machen. Es reicht oft schon, den Ventilator auf mittlere Stufe zu stellen und in Richtung des Wäscheständers zu richten. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Luftstrom nicht zu stark ist, um die Kleidungsstücke nicht zu sehr zu strapazieren. Ein weiterer Vorteil: Ein Ventilator kann auch dabei helfen, unangenehme Gerüche zu verhindern, die entstehen können, wenn Wäsche zu lange feucht bleibt. Ein einfaches, aber effektives Mittel für frische und schnell getrocknete Wäsche! ## 8\. Heizung nutzen Während der kalten Wintermonate bietet die Heizung eine praktische Möglichkeit, die Trockenzeit von Wäsche zu verkürzen. Die warme Luft, die von der Heizung aufsteigt, fördert die Verdunstung des Wassers aus den Kleidungsstücken und beschleunigt den Trocknungsprozess. Allerdings gibt es dabei ein paar Dinge zu beachten: Wäsche sollte nicht direkt auf den Heizkörper gelegt werden. Dies kann nicht nur die Textilien beschädigen, da die direkte Hitze zu intensiv sein kann, sondern auch die Effizienz der Heizung beeinträchtigen, indem sie den Luftstrom blockiert. Es empfiehlt sich, einen gewissen Abstand zwischen der Wäsche und der Heizung zu halten. Ein Wäscheständer in der Nähe, aber nicht direkt vor der Heizung, ist ideal. Auf diese Weise profitierst du von der Wärme, ohne die Risiken von Beschädigungen oder ineffizientem Heizen. ## 9\. Wäsche sortieren Die Art und Weise, wie du deine Wäsche auf dem Ständer verteilst, kann einen signifikanten Einfluss auf die Trockenzeit haben. Es ist klug, ähnliche Stoffe zusammenzuhängen. Dünne Materialien wie T-Shirts oder Blusen trocknen in der Regel viel schneller als dickere Stoffe wie Handtücher oder Jeans. Wenn du ähnliche Stoffe zusammen aufhängst, kannst du den Trockenraum effizienter nutzen und verhinderst, dass leichte Stoffe zu lange trocknen, während schwerere noch feucht sind. Ausserdem vermeidest du so, dass dicht gewebte oder dicke Materialien die Luftzirkulation um leichtere Stoffe blockieren. Durch das sorgfältige Sortieren und Aufhängen deiner Wäsche stellst du sicher, dass alles gleichmässig und effizient trocknet, wodurch du Zeit und Energie sparst. --- --- ## Bericht in der NZZ über das Leben in einem Tiny House - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/bericht-in-der-nzz-ueber-das-leben-in-einem-tiny-house/ - Datum: 13. Oktober 2023 - Tags: tiny house, minimalismus, kleinwohnformen, nachhaltigkeit, nzz-artikel - Zusammenfassung: Erfahrungen beim Wohnen im Tiny House werden geteilt, inklusive Aussagen des Vereins Kleinwohnformen und der HSLU. Vollständiger Artikel auf der NZZ verfügbar. Neulich klopfte die NZZ bei uns an die Tür und wollte wissen, wie es sich in einem Tiny House eigentlich so lebt. So gaben wir natürlich gerne Auskunft darüber. Natürlich kommt auch noch der Verein Kleinwohnformen zur Sprache und die HSLU hat auch noch ein paar Statements abgegeben. Alles in allem ein toller Artikel, wie wir finden. Den [ganzen Artikel gibt es in der NZZ natürlich](https://www.nzz.ch/gesellschaft/wohnen-im-tiny-house-cool-nachhaltig-eng-ld.1741906) oder auch hier als [PDF download](https://www.kokomo.house/wp-content/uploads/2023/10/Tiny-House_NZZ_141023.pdf). > Minimalismus ist ihnen lieber als eine grosse Wohnung mit vielen Kleidern im > Schrank. > > Jacqueline Lipp, NZZ > Manchmal muss man improvisieren. > > Sibylle > Wir sind keine Aussteiger und auch keine Systemkritiker. Wir sind normale > Leute – wir leben einfach auf kleinem Raum. > > Sibylle & Michi in Interview mit der NZZ > Papierkram? Krimskrams? Dreckiges Geschirr? Nichts dergleichen ist zu sehen. > Man wähnt sich in einer tipptopp aufgeräumten Ferienwohnung. > > Jacqueline Lipp, NZZ > Man könnte sich die beiden gut in einem Reiheneinfamilienhaus vorstellen, > mit Rattanmöbeln auf der Terrasse und einem Roboter, der den Rasen mäht. > > Jacqueline Lipp, NZZ > Heute brauchen die beiden 45 Sekunden, um ihr ganzes Haus zu staubsaugen. > > Jacqueline Lipp, NZZ > 20 Kisten emotionaler Ballast, von dem sie sich trennen mussten. Sibylle > sagt: «Das war eine Befreiung.» > > Sibylle > Viele haben eine romantisierte Vorstellung vom Wohnen in einem Tiny House. > Sie sehen Bilder auf Instagram oder eine lässige Netflix-Doku. Und dann > fallen sie aus allen Wolken, wenn sie merken, was ein solches Bauprojekt > alles mit sich bringt. > > Alesch Wenger, Co-Präsident Verein Kleinwohnformen > Wer ein Stück Boden nicht selbst besitzt, fällt bei der Bank aus dem Rahmen > > Selina Lutz, HSLU > Weniger ist manchmal mehr, näher besser. Und sei es nur für eine gewisse > Zeit. > > Jacqueline Lipp, NZZ --- ## Weniger ist mehr im Tiny House - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/weniger-ist-mehr-im-tiny-house/ - Datum: 27. August 2023 - Tags: tiny house, minimalismus, multifunktionale möbel, digitalisierung, qualität statt quantität - Zusammenfassung: Das Leben im Tiny House erfordert einen minimalistischen Lebensstil. Durch rigoroses Ausmisten, multifunktionale Möbel, Investition in Qualität, Digitalisierung und Loslassen von emotionalem Ballast, wird Komfort und Zufriedenheit erreicht. **Das Leben in einem Tiny House ist nicht nur eine Entscheidung für kleineren Wohnraum, sondern oft auch eine bewusste Entscheidung für einen einfacheren, minimalistischeren Lebensstil. Aber wie gelingt es, in einem begrenzten Raum sowohl funktional als auch komfortabel zu leben? Im Laufe unserer Tage im Tiny House (und teilweise schon davor) haben wir einige Tipps gesammelt.** ## 1\. Das Herz des Minimalismus: Ausmisten Bevor man in ein Tiny House zieht, sollte man unbedingt alle seine Besitztümer genau prüfen. Was wird wirklich gebraucht? Was macht einen glücklich? Und was liegt nur herum und sammelt Staub? Der erste Schritt zum Minimalismus ist rigoroses Ausmisten. Glaubt uns, es ist befreiender als man denkt! Alles, was du nicht mehr besitzt, benötigt auch keine Pflege mehr. ## 2\. Multifunktionale Möbel sind deine besten Freunde In einem Tiny House ist kein Platz für Einweg-Möbel. Ein Sofa sollte mehr als nur ein Sofa sein; es könnte auch Stauraum bieten oder sich in ein Gästebett verwandeln. Ein Esstisch könnte gleichzeitig als Arbeitstisch dienen. Wenn du dein Haus bauen lässt, dann frage den Hersteller nach cleveren und durchdachten Lösungen. Uns war es wichtig, für alltägliche Tätigkeiten keine Möbel umbauen zu müssen. Sprich, wir wollten nicht erst das Bett in einen Tisch verwandeln, um darauf essen zu können. Durch kluge Möbelwahl sparen wir nicht nur Platz, sondern auch Geld. ## 3\. Qualität statt Quantität Wenn der Raum begrenzt ist, lohnt es sich, in langlebige, hochwertige und lokale Produkte zu investieren. Eine qualitativ hochwertige Matratze oder ein gut gezimmerter Kleiderschrank können den Unterschied ausmachen. Da man weniger besitzt, kann man sich auch mehr Qualität leisten. Denkt daran: Ein Umzug in ein Tiny House ist nicht zwangsläufig günstiger als in eine kleine Wohnung. ## 4\. Digitalisierung als Raumretter Bücher, CDs und DVDs, sowie einige andere Gegenstände, können durch digitale Alternativen ersetzt werden. Ein E-Reader kann eine ganze Bibliothek speichern, und Streamingdienste machen physische Medien beinahe überflüssig. Apps und Smart-Home-Lösungen können sogar einige Haushaltsaufgaben erleichtern. ## 5\. Verkleinern heisst das Zauberwort Anstatt einer Stereoanlage reicht oft ein kleines DAB-Radio (bei uns ein Google Nest Mini). Der Fernseher kann ganz wegfallen; für gelegentliches Schauen reichen Tablet oder Notebook. Der Herd hat nur noch zwei statt vier Kochplatten, und auch der Kühlschrank ist deutlich kleiner geworden. Überlege bei allem, welche Alternativen es gibt oder ob du bestimmte Dinge überhaupt noch benötigst (siehe auch Punkt 1). ## 6\. Emotionaler Ballast muss ebenfalls weg Überlege, was dir im Leben wirklich wichtig ist, und konzentriere dich darauf. Minimalismus ist nicht nur eine Frage physischer Gegenstände. Manchmal sind es emotionale Bindungen oder Verpflichtungen, die belasten. Ein Tiny House mit seiner begrenzten Raumgröße kann dabei helfen, auch emotionalen Ballast zu identifizieren und loszuwerden. ## Fazit Minimalismus im Tiny House ist mehr als eine Notwendigkeit – es ist eine Lebenseinstellung. Durch gezieltes Ausmisten, sorgfältige Möbelauswahl, den Fokus auf Qualität und den Einsatz digitaler Möglichkeiten lässt sich nicht nur komfortabel in einem kleinen Raum leben, sondern auch ein erfüllteres Leben führen. Und natürlich ist dies auch möglich, wenn man nicht in einem Tiny House wohnt. --- ## Machen ist wie wollen, nur krasser! - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/machen-ist-wie-wollen-nur-krasser/ - Datum: 28. Juli 2023 - Tags: tiny house, downsizing, traumverwirklichung, flexibles wohnen, gemeinschaftsprojekt - Zusammenfassung: Seit 874 Tagen leben wir im Tiny House KOKOMO und suchen Gleichgesinnte für unser Grundstück. Mit Erfahrungen und Ratschlägen motivieren wir zur Umsetzung des Tiny House-Traums. **Liebe Tiny House Community, liebe Träumer** Seit exakt **874 Tagen** leben wir in unserem Wohnwagon „KOKOMO". Unser Grundstück bietet noch Platz für ein oder zwei weitere Tiny Houses. Daher haben wir vor einigen Wochen auf verschiedenen Plattformen Inserate geschaltet, um Gleichgesinnte zu finden – Menschen, die bereit sind, ihren Lebensstil zu verkleinern und mit wenigen Dingen zufrieden zu sein. Zahlreiche Interessenten haben sich bei uns gemeldet, die sich für das Leben im Tiny House begeistern und gerne unser Grundstück besichtigen wollten. Unsere erste Frage ist dann immer: „Wie weit bist du schon mit deinem Haus?" Die Antwort: „Wir träumen schon lange von einem Tiny House, haben aber noch keinen konkreten Plan." **So wird das nie etwas mit eurem Traum vom Leben in einem Tiny House.** Ja, vor etwas mehr als zwei Jahren wollten auch wir „den Fünfer und das Weggli" haben – oder wie man in Deutschland eher sagen würde: Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Im Winter/Frühling 2021 wollten wir zuerst ein passendes Grundstück finden und hatten sogar schon eins im Auge, doch letztendlich wurde nichts daraus. [Unser Traum vom eigenen Grundstück blieb ein Traum](https://www.kokomo.house/tiny-house/grundstueck-in-villmergen-ist-geschichte/). Der Vertrag für das Haus war jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits unterschrieben und die erste Anzahlung gemacht. Es gab für uns kein Zurück mehr. Und das war gut so! Wir wurden dazu gezwungen, aktiv zu werden. Wir mussten uns um ein neues Grundstück kümmern, Inserate schalten, Briefe schreiben, Verwandte, Bekannte und Freunde um Hilfe bitten. [Zehn Monate vor der Lieferung unseres Hauses hatten wir immer noch kein Grundstück](https://www.kokomo.house/tiny-house/t-10-monate-stellplatz-suche/). Hätten wir bei jeder neuen Hürde aufgegeben, würden wir wahrscheinlich heute noch nicht in unserem Tiny House leben. Langfristige Versprechungen und Sicherheiten sind im Leben selten. Das gilt nicht nur für das Wohnen im Tiny House, sondern für alle Lebensbereiche. Wer sich für ein Tiny House entscheidet, entscheidet sich für Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Man entscheidet sich dafür, bereit zu sein, Risiken einzugehen und neue Wege zu beschreiten. Es bedeutet, sich von dem Leben, das man bis dato kannte, zu lösen. Befreie dich von der Vorstellung, dass du den Rest deines Lebens im Tiny House – und das immer am selben Ort – verbringen wirst. Es geht nicht nur darum, günstigeren Wohnraum zu finden, sondern darum, bewusst zu entscheiden, was für dich selbst wichtig ist. Ja, das Tiny House-Leben kann kostengünstig sein, aber es erfordert auch Investitionen – nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich und emotional. Es ist kein einfacher Weg, aber es ist ein lohnender Weg für diejenigen, die bereit sind, die Herausforderung anzunehmen. Wenn du also wirklich ein Tiny House-Leben willst, ist es an der Zeit, aus der Traumphase herauszukommen und aktiv zu werden. Beginne mit der Planung, kaufe dir ein Haus. Sobald du ein Haus besitzt, wird vieles einfacher. Du hast Pläne und Bilder. Deine zukünftigen Nachbarn und vor allem die Bauverwaltung wissen, was sie erwartet. Ohne ein konkretes Hausprojekt, ohne die notwendige Investition, wird es schwierig. Du kannst schliesslich nicht wissen, ob du das richtige Grundstück gekauft oder gemietet hast, wenn du nicht weisst, welches Haus darauf stehen soll. Also, macht den ersten Schritt. Denn **Machen ist wie Wollen, nur krasser**. Sibylle & Michi --- ## Eine schönere Treppe musste her - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/eine-schoenere-treppe-musste-her/ - Datum: 7. Juli 2023 - Tags: tiny house, diy, palettenbau, treppenkonstruktion, wohnideen - Zusammenfassung: Wir haben in unserem Tiny House KOKOMO die Treppe erfolgreich mit einfachen Mitteln und Gartenplatten aufgewertet. Kein Massband benötigt, alles passt perfekt. Seit wir vor 874 Tagen in unser Tiny House „KOKOMO“ eingezogen sind, waren wir mit unserer Treppe nie vollständig zufrieden. Damals haben wir etwas mit ein paar Paletten und Rasenteppichen zusammengeschustert. Das war eigentlich ganz in Ordnung, vor allem für den Winter. Dennoch haben wir immer wieder überlegt, wie wir zu einer ansprechenderen, kleineren Treppe gelangen könnten. Wir haben uns YouTube Videos angesehen, Freunde um Rat gefragt und so weiter. Dabei lag die Lösung ganz nahe. ## Das kleine Wunderding, die Euro-Palette Schlussendlich haben wir es uns einfach gemacht: - Rasenteppich runter - Paletten weg - Aus drei kleinen Gartenplatten sechs machen - Diese ein wenig ausrichten und als Fundament verwenden - Paletten wieder verlegen - Paletten verschrauben - 10cm breite Douglasienbretter an die Paletten anschrauben - Mit einem kleinen Gasbrenner, die Bretter einflammen - Freude haben Für die gesamte Konstruktion benötigt man nicht einmal ein Massband oder Doppelmeter. Da die Paletten genormt sind (80cm x 120cm) und die Bretter eine Breite von 10cm haben, muss man lediglich die Bretter anschrauben und anschließend die Überhänge abschneiden. Alles passt perfekt. Es ist sehr einfach, ziemlich schnell und meiner Meinung nach auch sehr schön. ## Fazit Manchmal ist es sinnvoll, länger über etwas nachzudenken, anstatt sofort zu handeln. Mit wenig Aufwand kann man ein grossartiges Ergebnis erzielen. --- ## Strommangellage und die Position der Solarpanels - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/strommangellage-und-die-position-der-solarpanels/ - Datum: 19. Juni 2023 - Tags: solarpanels, stromautark, bauverwaltung, strommangellage, energieeffizienz - Zusammenfassung: Unser kleines Haus wurde 2022 von der Bauverwaltung abgenommen, aber wir mussten Solarpanels flacher stellen. Angesichts der Strommangellage forderten wir eine Anpassung, die 2023 genehmigt wurde. Irgendwann, es war Oktober oder November 2022, wurde unser kleines Haus offiziell von der Bauverwaltung abgenommen. Alles war korrekt und den Vorschriften entsprechend. Bis auf eine Kleinigkeit. Wir hatten unsere Solarpanels in einem Winkel von 45 Grad aufgestellt. Erlaubt sind aber nur 20cm über die Oberkante des Flachdachs hinaus. Wir waren uns dieser Regelung durchaus bewusst. Da aber die Schweiz, wie auch der Rest von Europa, in eine Strommangellage zu geraten drohte, dachten wir uns, wir stellen die Panels auf, um im Winter möglichst viel Strom erzeugen zu können. Dies war jedoch nicht im Sinne der Bauverwaltung, da das Haus mit flach gestellten Panels genehmigt wurde. So mussten wir die Panels wieder so stellen, dass diese nur 20cm über das Dach ragen. ## Offizielle Information über Strommangellage und Massnahmen Am 23.11.2023 informierte der Bund offiziell über „Massnahmen für den Fall einer Strommangellage". Es wurden deutlich hörbare Überlegungen darüber angestellt, was man bei einer Strommangellage zu tun gedenkt. Hier in unserer Gemeinde gab es eine offizielle Fragestunde zur Strommangellage und wie man selbst Strom sparen kann. Eine gute Sache, dachten wir. Unser Haus ist nicht an das Gemeinde-Stromnetz angeschlossen. Wir versorgen uns selbst mit Strom. Aber die Panels müssen gemäss Verordnung (und weil es scheinbar schöner aussieht) möglichst flach gestellt werden. Jetzt im Sommer ist das ganz ok, weil die Sonne in Hülle und Fülle scheint, aber im Winter ist es ein wenig problematisch. ## Offizielle Anfrage an den Gemeinderat und neue gesetzliche Grundlagen Am 10.12.2022 stellten wir eine offizielle Anfrage an den Gemeinderat, ob wir in Anbetracht einer Strommangellage, unsere Solarpanels 60 cm höher stellen dürften, da so der Winkel besser ist und der Effizienzgrad um etwa 30% erhöht werden kann. Im Mai 2023 kam dann die Antwort: > Die gesetzlichen Grundlagen haben sich geändert. Neu sind die Bestimmungen für Solaranlagen auf einem Flachdach wie folgt: > > **Solaranlagen gelten als ausreichend angepasst,** > > - **wenn sie die Oberkante des Dachrandes um höchstens 1 m überragen** > - **von der Dachkante soweit zurückversetzt sind, dass sie, von unten in einem Winkel von 45 Grad betrachtet, nicht sichtbar sind** > - **und nach dem Stand der Technik reflexionsarm ausgeführt sind.** > > **Wir bitten Sie, uns einen Grundriss und Schnittplan einzureichen, in denen > Sie aufzeigen, dass die vorgenannten Punkte mit der maximal angedachten 80 cm > Überragung des Dachrandes eingehalten werden können.** Selbst nach mehrfachem durchlesen (was an meiner Intelligenz liegen mag) war mir nicht ganz klar, was wir einreichen sollten… und vor allem nicht, warum. Aber man soll ja auch nicht immer alles hinterfragen. ## Rückfrage und Einreichung der Pläne Nach nochmaliger Rückfrage und einem von mir eingereichten Schnittplan, schien dann alles klar (hoffte ich). So haben wir ein paar Tage später einen selbst angepassten Plan der Bauverwaltung vorgelegt und dürfen nun ab sofort unsere Panels 80cm über die Dachkante stellen. ## Fazit Es lohnt sich immer wieder, für bestimmte Dinge ein wenig zu kämpfen. Wir hoffen natürlich auch, dass sich der Aufwand gelohnt hat und wir im Winter auch zu 100% stromautark leben können. Fortsetzung folgt. --- ## KOKOMO im Radio bei KanalK - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/kokomo-im-radio-bei-kanalk/ - Datum: 11. Juni 2023 - Tags: schweiz, tiny house, urbaner raum, kleinwohnformen, podcast - Zusammenfassung: Im Podcast von KanalK wird der Trend der Tiny Houses in der Schweiz erörtert, ob sie als Lösung für Platzprobleme dienen könnten. Text und Podcast wurden von KanalK bereitgestellt. Die Schweiz ist bekannt für ihre grossflächigen Wiesen, die sich durch das ganze Land erstrecken. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass in den Schweizer Städten immer weniger Platz vorhanden ist. Der Lebensraum, der in den grossen Städten fehlt, findet man in den kleineren Gemeinden. In manchen gibt es freistehendes Bauland, welches erst in den nächsten 10 Jahren benutzt wird. Es wäre der perfekte Platz für ein kleines Haus auf Rädern. Der Trend in einem 40 Quadratmeter Tiny House zu leben ist nun auch in der Schweiz angekommen. Wir werden in wenigen Monaten sehen, ob wir uns tatsächlich, wie auf einer Insel fühlen, wenn wir in unserem KOKOMO wohnen. Stand heute sollte es, wenn alles läuft wie wir es uns vorstellen, noch knapp 5 Monate dauern, bis wir umziehen. Gibst du deinen Sachen auch einen Namen? Oder reicht es, wenn deine Katze oder Hund einen hat? Lass es uns doch in einem Kommentar hier unten wissen. --- ## Baugesuch und Bauvisiere - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/baugesuch-und-bauvisiere/ - Datum: 20. März 2022 - Tags: baugesuch, architektur, bauanleitung, tinyhouse, bauprojekt - Zusammenfassung: Erfahrungsbericht über das Einreichen eines Baugesuchs für ein Tiny House, inklusive der benötigten Dokumente und der Unterstützung durch das Kollektiv Winzig. Tipps zum Stellen von Bauvisieren und dem Einholen von Offerten. Endlich gehts so richtig los! Am 16.03.2022 konnten wir unser Baugesuch inkl. sämtlichen Unterlagen auf der Gemeinde abgeben und am Freitag, 18.03.2022 haben wir mit einem guten Freund die Bauvisiere gestellt. ## Dokumente, Dokumente, Pläne = Baugesuch Ja, ich gebs zu, dass Baugesuch bzw. das erstellen der nötigen Unterlagen habe ich zu Beginn des Projektes komplett unterschätzt. Es braucht doch so einiges dazu. Weil wir auch keine Zeit mehr verlieren und top Unterlagen abgeben wollten, haben wir uns Hilfe vom [Kollektiv Winzig](https://www.kollektiv-winzig.ch/) geholt. Alesch und Tobias haben für uns sämtliche Pläne gezeichnet, welche es für das Baugesuch braucht. Nötige Abklärungen oder besorgen von Plänen, habe ich übernommen. So kann man sich auch in den Prozess einbringen und nebenbei ein paar Arbeitsstunden sparen. Im folgenden hier eine Übersicht über sämtliche Unterlagen von unserem Baugesuch: - Baugesuchformular der Gemeinde - Umgebungs- & Leistungskataster - Situationsschnitte, seitlich und frontal - Beglaubigter Katasterplan - Grundriss EG - Wohnwagon - Längs- & Querschnitt Wohnwagon - Längs- & Querschnitt Erker Wohnwagon - Fassadenplan - Flächennutzungsziffer & Parkplatznachweis - Überschwemmungsschutzplan - Bauvisierplan - Konformitätserklärung zur erdbebengerechten Bauweise von Neu- und Erweiterungsbauten - Grundbuchauszug Parzelle - Verfügung Grundbuchauszug Näherbaurecht - Energienachweis (32 Seiten) - Hochwasserschutznachweis - Formular zur Erfassung von Solaranlagen Selbstverständlich muss nicht jedes Baugesuch, in der Schweiz, aus diesen Unterlagen bestehen. Das kann von Parzelle zu Parzelle, Gemeinde zu Gemeinde oder auch von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein. Jedenfalls, schlussendlich, kommt einiges zusammen…und dies für so ein kleines Haus. ### Fazit Es lohnt sich, für das Baugesuch Hilfe von einem Architekten zu holen. So bist du auf der sicheren Seite, hast alle nötigen Unterlagen zusammen und die Bauverwaltung hat keinen Grund sich über zu amateurhafte Unterlagen zu beklagen. Ich konnte auch schon Einblicke in Baugesuche nehmen, die viel kleiner oder auch welche bei denen die Pläne von Hand gezeichnet waren. Alles ist möglich und machbar. ### Abwarten und Offerten einholen Das Baugesuch wird nun ab dem 25.03.2022 öffentlich bei der Gemeinde aufliegen. Dies für 30 Tage. Anschliessend, wenn alles passt mit den Unterlagen und dem Projekt, muss die Bauverwaltung wie auch der Gemeinderat noch sein ok dazu geben. Die Bauverwaltung stellte uns eine Baubewilligung Ende Mai (vielleicht ein wenig früher) in Aussicht. Das würde perfekt aufgehen mit unserem Plan. In der Zwischenzeit können ein paar Offerten eingeholt werden, für die Tiefbauarbeiten oder das Schraubfundament. ## Mal wieder handwerklich tätig sein Wie für jedes Bauprojekt, müssen auch für ein TinyHouse, Bauvisiere gestellt werden. Vorgängig hatte ich mir zwei Offerten eingeholt. Diese lagen in einem Bereich von CHF 700.00 - CHF 1'200.00. Unser Haus benötigt 10 Stangen mit einer Höhe zwischen 3.32m und 3.34m. Nach dem ich gehört hatte, dass jemand aus dem Verein [Kleinwohnformen](https://www.kleinwohnformen.ch/) - ebenfalls in Muhen - die Bauvisiere für ihr Haus selber gestellt hatte, entschieden wir uns, dies ebenfalls selber zu machen. Nun nicht ganz allein. Unterstützt hat uns Urs. Ein Gartenbauer, Allrounder und guter Freund. Er hat die Visiere vorbereitet, hatte Werkzeug und eine Menge Erfahrung mit dabei. Das komplizierteste für nicht Bauvisieraufstellprofis, ist das korrekte vermessen der Stangen. Da wir aber einen guten Plan und fast perfekten Startpunkt hatten, konnten wir auch diese Herausforderung gut meistern. Nach etwas mehr als 2.5h hatten wir alle 10 Stangen gestellt. Es war toll, selber bei diesem Prozess mit dabei zu sein und Hand anlegen zu können…auch wenn ich mehrheitlich der Zudiener war 😉 ### Fazit Es ist durchaus möglich, die Bauvisiere selber zu stellen. Mit jemanden der noch Erfahrung mitbringt und das nötige Werkzeug hat, gehts einfacher und natürlich viel schneller. Schlussendlich konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mich schon mal ins Schlafzimmer auf das Bett zu legen. --- ## Kleine Häuser, grosse Hürden: Bericht auf ArogivaToday - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/kleine-haeuser-grosse-huerden-bericht-auf-arogivatoday/ - Datum: 17. März 2022 - Tags: tiny house, baubewilligung, infrastruktur, news plattform, argoviatoday - Zusammenfassung: Ein Beitrag auf ArgoviaToday beleuchtet die Herausforderungen rund um die Baubewilligung für TinyHouses, einschliesslich unserer Erfahrungen. Vor ein paar Wochen erschien auf der News Plattform [ArgoviaToday](https://www.argoviatoday.ch/) ein Bericht über TinyHouses und die aktuellen Schwierigkeiten rund um Baubewilligung und Infrastruktur. In diesem Bericht wird auch über uns geschrieben. Wer es genauer wissen will, findet hier direkt den Bericht: **[Tiny House: Der Weg zur Baubewilligung ist schwieriger als gedacht](https://www.argoviatoday.ch/aargau-solothurn/tiny-house-der-weg-zur-baubewilligung-ist-schwieriger-als-gedacht-144296152)s** --- ## 3 Tipps für den Umgang mit Banken und Rechnungen - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/banken-rechnungen-und-ausland/ - Datum: 14. März 2022 - Tags: überweisungen, geldtransfers, auslandsüberweisungen, bankgebühren, wise - Zusammenfassung: Erfahre, wie du große Geldbeträge sicher ins Ausland überweisen kannst, welche Limitationen es gibt und wie die Plattform Wise dabei hilft. Wichtige Tipps zum Währungskurs und mögliche Einsparungen. Wenn du schon grosse Geldbeträge ins Ausland überwiesen hast, musst du hier gar nicht mehr weiterlesen. Für dich ist alles klar. Bist du aber so wie wir, was grosse bis sehr grosse Beträge und Überweisungen angeht, eher ein Newbee, dann solltest du unbedingt weiterlesen. Hier ein paar Tipps, nicht chronologisch, die vielleicht helfen können, ein wenig stress zu vermeiden: ## 1\. Sparkonto, Privatkonto - Limitationen Wenn du eine grosse Rechnung zahlen musst, solltest du abklären, wie hoch der maximale Betrag ist, welcher du auf einmal überweisen kannst. Bei vielen Konten gibt es einen maximal Betrag, welcher vielleicht kleiner ist, als das Gesamttotal, welches du überweisen möchtest. Oftmals ist es so, dass man von einem Sparkonto nur einen bestimmten Betrag pro Monat überweisen kann. Je nach dem, kann es auch eine Gebühr kosten. Mach dich schlau, was für Limiten deine Konten haben und wie oft du Geld abheben bzw. überweisen kannst. Solche Infos findest du leider wohl nur teilweise auf der Webseite deiner Bank. Zur Not muss du direkt anrufen und dich erkundigen. ## 2\. Überweisung ins Ausland - Wise Überweisungen ins Ausland sind grundsätzlich kein Problem. Die Frage ist nur, was kostet es mich. Im Gegensatz zu einer Inlandzahlung, wird auf Auslandszahlungen eine ordentliche Gebühr verlangt. Und da alle Banken so sehr transparent sind, wirst du zu 99% keine Informationen dazu finden. Sehr wahrscheinlich kann dir nicht zufriedenstellend geantwortet werden, wenn du direkt anrufst. Weil sie dich noch Fragen werden, ob du die Gebühr der fremden Bank auch übernimmst. Die Lösung hier heisst [Wise](https://wise.com/), früher auch bekannt unter dem Namen Transferwise. Mit Wise kannst du sehr einfach, sicher und transparent Zahlungen in verschiedenen Währungen an ein Auslandskonto überweisen. So haben wir mit Wise unsere Wohnwagon Rechnungen beglichen. Dafür mussten wir folgendermassen vorgehen: 1. Wise Konto erstellen 2. Betrag in deiner Währung eingeben, damit der nötige Betrag in der Fremdwährung erreicht wird 3. In der Übersicht siehst du direkt, mit welchem Kurs gerechnet wird und welche Gebühren anfallen 4. Zahlungsauftrag in Wise abschliessen. Mit dem abschliessen der Zahlung erhälst du alle notwendige Informationen 5. Zahlungsauftrag in deinem online Banking Konto einrichten mit den Angaben, die du im Wise Zahlungsauftrag erhalten hast 6. Zahlung im online Banking auslösen 7. In Wise bestätigen, dass du die Zahlung gemacht hast 8. Ein paar Stunden warten 9. Zahlung wird abgeschlossen Einfacher geht es natürlich, wenn du die Zahlung über deine Bank direkt machen lässt. Sehr wahrscheinlich wird dies aber um einiges teurer werden. Wir haben mit Wise sehr gut Erfahrungen gemacht und können diesen Dienst empfehlen. ## 3\. Währung im Blick behalten Unser grösster Ausgabeposten ist natürlich das Haus von Wohnwagon. Das Haus müssen wir in Euro bezahlen. Eine erste Teilrechnung haben wir im Februar 2021 beglichen. Ein Euro kostet damals ca. CHF 1.10. Heute (14.03.2022) kostet ein Euro knapp CHF 1.02. Was jetzt nach wenig tönt, 8 Rappen unterschied, bringt bei einer Rechnung von €65'000.00 knapp CHF 6000.00 Ersparnis im Gegensatz zur ersten Rechnung im Februar 2021. Auch wenn du kein Finanzprofi bist, solltest du eine Auge auf den Währungskurs haben. Du kannst so sehr viel Geld einsparen. Frage beim Rechnungssteller an, ob du auch in Teilrechnungen schon eher etwas bezahlen kannst. Es kann sich lohnen. Bedenke aber auch, dass bereits getätigte Zahlungen im Konkursfall, in die Konkursmasse fallen. Du würdest also in solch einem Fall, dein Geld nicht mehr sehen. Darum gilt auch hier, prüfe gut wer sich bindet 🙂 ## Fazit Manchmal muss es schnell gehen, siehe Punkt 3. Wenn du die obenstehenden Punkte beachtest, bist du auf der sicheren Seite. Weder Gebühren, Termine noch irgendwelche Limitationen können dich überraschen. --- ## Bauführer ohne Baustelle - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/baufuehrer-ohne-baustelle/ - Datum: 25. Februar 2022 - Tags: tiny house, baugesuch, wohnwagon, projektentwicklung, kollektiv winzig - Zusammenfassung: Nach unerwarteten Hürden leiten wir das Baugesuch für unser Tiny House nun allein ein. Unterstützung erhalten wir vom Kollektiv Winzig. Der geplante Umbau verzichtet auf den Anhänger. Die Zeit läuft, seit dem letzten Blogpost ist einiges passiert. Man könnte fast sagen, ein wenig viel. Sehr viel. Ich versuch mal alles ein wenig der Reihe nach zu sortieren. ## Baugesuch - Nun doch alleine Im Blogpost vom 15.12.2021 haben wir noch Nachbarn gesucht. Aus diversen Gründen, viel dies dann alles ins Wasser. Allerdings stellte uns dann die Gemeinde, ein wenig überraschend doch eine Baubewilligung in Aussicht, wenn die gesetzlichen Grundlagen erfüllt werden. So haben wir dann in Absprache mit der Besitzerin dazu entschieden, dass Projekt alleine anzugehen und das Baugesuch alleine und nur für unser Haus einzugeben. In ca. 2 Wochen wird dies der Fall sein. ## Baugesuch - Hilfe von Leuten die sich damit auskennen Das ein Baugesuch mit viel Arbeit verbunden ist und auch für ein Tiny House aufwändig ist, wussten wir. Aber wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt und was alles erstellt werden muss, kann man sich als Laie kaum vorstellen. [Im März 2021 waren wir noch frohen Mutes, dass wir das Baugesuch alleine machen können.](https://www.kokomo.house/tiny-house/baugesuch-selber-machen-oder-hilfe-holen/) Jetzt drängt die Zeit und wir mussten auch feststellen, dass nicht nur Zeit fehlt, sondern auch KnowHow. Da unser Haus nun Mitte August geliefert wird, sind wir natürlich ein wenig unter Druck. Daher haben wir uns entschlossen, dass wir Unterstützung benötigen. Wir wollen der Gemeinde aber auch ein einwandfreies Baugesuch liefern und nichts wo man rum-mäckeln kann. Aus diesem Grund, haben wir uns Hilfe beim [Kollektiv Winzig](https://www.kollektiv-winzig.ch/) geholt. Das Kollektiv Winzig, rund um Alesch, Tina & Tobias sind selber grosse Tiny House Enthusiasten und kennen die Herausforderungen rund um die kleinen Häuser. ## Umbau Wohnwagon Wer ein Tiny House von Wohnwagon kennt, der weiss auch, dass diese Häuser auf einem ausgedienten Containeranhänger gebaut werden. Nach Absprache mit Wohnwagon haben wir uns nun aber, relativ kurzfristig, entschlossen, dass wir auf den Anhänger verzichten. Der Hauptgrund ist relativ einfach: da wir nicht vorhaben sehr oft umzuziehen und so oder so einen Kran brauchen um den Erker zu stellen, ist der Anhänger eigentlich überflüssig. So sparen wir sogar noch ein wenig Geld, die Energiewerte werden besser und die Gemeinde wird auch zufrieden sein, wenn es mehr wie ein Haus den wie ein Wagen aussieht. Also eigentlich eine Win-Win Situation. Wir werden also ein wenig geerdeter wohnen, da wir nur noch knapp 60cm anstelle von 120cm hoch stehen werden. --- ## Möchtest du selber in einem Tiny House wohnen? - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/moechtest-du-selber-in-einem-tiny-house-wohnen/ - Datum: 15. Dezember 2021 - Tags: stellplatzsuche, baugesuch, mini-einfamilienhaus, architektur, wohnprojekt - Zusammenfassung: Wir haben einen idealen Stellplatz für unser Projekt gefunden und eine Baubewilligung steht in Aussicht. Zusätzlich sind noch zwei weitere Mini-Einfamilienhäuser geplant, von denen eines zum Verkauf steht. Noch immer sind wir auf Stellplatzsuche. Oder nein, eigentlich haben wir etwas gefunden und es sieht sehr gut aus. Die Parzelle ist für uns top gelegen. Zentral und doch ruhig. Wir können uns schön gegen Süden ausrichten und vom Sitzplatz aus, sehen wir in unverbaubare Landschaft. ## Baugesuch wurde in Aussicht gestellt Erfüllen wir alle gesetzlichen Vorlagen, wurde uns von der Gemeinde Muhen eine Baubewilligung in Aussicht gestellt. Dies nach Gesprächen mit der Bauverwaltung und dem Gemeinderat. Alles verlief schlussendlich sehr unkompliziert und Umgang war ebenfalls sehr angenehm. Auf dem Grundstück, auf der wir dann hoffentlich bauen dürfen, hat uns die Landbesitzerin einen Stellplatz für 7 Jahre zugesagt. Nochmals ein Grund zum Jubeln. Die letzten Abklärungen bezüglich Machbarkeit der finalen Erschliessung laufen ebenfalls (sprich wie teuer wirds). ## Deine Chance für ein tolles Projekt Da das Grundstück gross genug ist und in einer Wohnzone liegt in der Mehrfamilienhäuser gebaut werden müssen, haben sogar noch zwei weitere Mini- Einfamilienhäuser platz bzw. das Grundstück muss mit drei Häusern bestückt werden. Die Häuser werden von einer Anbieterin ebenfalls im Aargau gestellt. Und jetzt kommt es: Eines davon steht noch zum Verkauf. Fix ist der Grundriss von 35m2, wie es im Innern ausschaut, bestimmst du selber. Und das ist deine Chance. Möchtest du ebenfalls in einem Mini-Einfamilienhaus mit 35m2 Grundfläche wohnen? Du willst dich um nichts anderes als um die Planung deines Innenausbau kümmern? In einem tollen und sehr modernen Haus? Und vor allem in einer fantastischen Nachbarschaft? 😉 ## Einfach melden…am besten heute noch Eigentlich eine einmalige Möglichkeit, mit einer neuen Wohnform zu starten. Ohne sich um viel Bürokratie und um einem Standplatz zu kümmern. Es wartet ein fertiges Projekt auf dich? Wäre das allenfalls etwas für dich? Dann melde dich doch direkt bei uns. Schick uns eine E-Mail - [michi.mauch@gmail.com](mailto:michi.mauch@gmail.com) - und wir werden deine Anfrage weiterleiten oder erste Fragen beantworten. Und nein nein…wir verdienen damit leider nichts ausser einer neuen Nachbarin oder Nachbar. --- ## T-10 Monate: Stellplatz Suche - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/t-10-monate-stellplatz-suche/ - Datum: 6. Juli 2021 - Tags: tiny house, stellplatz suche, landbesitzer, wohnwagon, gemeinde kontakt - Zusammenfassung: "Suche nach einem Stellplatz für das Tiny House von KOKOMO geht weiter. Aktuell im Austausch mit potenziellen Landbesitzern. Lektion gelernt: Erstkontakt durch Landbesitzer erfolgt besser." Die Zeit läuft. Nach dem überraschenden Entscheid, dass wir in [Villmergen unsere Wohnwagon auf keinen Fall aufstellen dürfen](https://www.kokomo.house/schlechte-nachrichten-tagebuch-des-schreckens/), sind wir immer noch auf der Suche nach einen Stellplatz. Stand heute - anfangs Juli - haben wir noch knapp 10 Monate Zeit, bis unser Haus fertig sein wird. Das ist mal die gute Nachricht. Schlechte Nachrichten gibt es zum glück bis jetzt noch keine. ## Land wäre genug da Natürlich sind wir aktiv auf Stellplatz suche. Logisch. Und was wir in dieser Zeit gelernt haben ist, dass es grundsätzlich genug Landbesitzer geben würde, welche ein Teil von ihrem Land vermieten würden und sehr aufgeschlossen gegenüber dieser Wohnform sind. Aktuell sind wir im Austausch mit drei Parteien, die sich alle Vorstellen könnten, dass unser Haus auf ihrem Grundstück stehen würde. Allerdings gibt es immer klitzekleine Herausforderungen dabei. Mal ist das Grundstück zu gross und unser Haus zu klein, mal müssten wir drei Häuser platzieren können, damit die Ausnützungsziffer erreicht wird oder dann sind jetzt noch Sommerferien und die richtigen Ansprechpartner auf der Gemeinde im Urlaub. So zieht sich alles ein wenig in die Länge. Immerhin sind wir dadurch aber immer noch guten Mutes, innerhalb der nächsten 10 Monate etwas zu finden, wo wir dann wohnen dürfen. Aber der Countdown läuft. ## Tolle Kontakte Was wir ebenfalls noch erleben durften, sind die vielen verschiedenen Kontakte die wir in den letzten Wochen kennenlernen durften. Sei dies mit einer Frau, die in der Nachbarsgemeinde die Bewilligung für ein Tiny House bekommen hat, über die Personen vom [Kleinwohnformen](https://www.kleinwohnformen.ch) Stammtisch Kanton Aargau bis ihn, natürlich, zum Austausch der verschiedenen Landbesitzern. ## Wichtige Lektion gelernt Eine der wichtigsten Lektionen die wir in den letzten paar Wochen gelernt haben ist, dass wir keinen Erstkontakt mehr mit einer Gemeinde aufnehmen sollten. Als „Zuzüger" in eine neue Gemeinde, mit einer etwas noch befremdlichen Wohnform, kommt es viel besser an wenn sich der Landbesitzer bei der Gemeinde meldet und erste Abklärungen trifft. Die Changen einen Termin bei der Gemeinde zu bekommen, vergrössert sich so sicher um ca. 99%. Das tolle daran ist, dass dies für die meisten Landbesitzer überhaupt keine Frage ist und uns sofort dabei unterstützen. --- ## In den heiligen Hallen von Wohnwagon - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/in-den-heiligen-hallen-von-wohnwagon/ - Datum: 1. Juni 2021 - Tags: wohnwagon, tiny house, innenausbau, bemusterung, nachhaltiges wohnen - Zusammenfassung: Besuch bei Wohnwagon für die Bemusterung unseres zukünftigen Tiny House. Auswahl des Innenausbaus und spannende Einblicke in die Fertigung. Stellplatzsuche läuft. Am Montag, 31.05.2021 war es soweit und wir traffen Theresa - Gründerin von Wohnwagon - und Wolfgang - unseren Projektleiter in Gutenstein in den heiligen Hallen von Wohnwagon. Ziel des Besuches war die Bemusterung. Mit Bemusterung ist gemeint, dass man an diesem Tag alle Sachen auswählt, die man später irgendwie sehen kann. Von Boden über Küche bis hin zum Schreibtisch und der Wandfarbe. Für uns natürlich ein sehr spannender Moment und vor allem ein Moment, der das ganze „Projekt" irgendwie noch fassbarer macht. ## Heiligen Hallen - Werkstatt Als erstes machten wir einen kleinen Rundgang durch die Werkstatt. Wir konnten ein paar Wohnwagons im Rohbau sehen und Theresa informierte uns über die verschiedenen Bauabschnitte. In der Werkstatt stand zufälligerweise ein Wohnwagon mit derselben Konfiguration wie den den wir bestellt haben: Wohnwagon inkl. Familienerker. So konnten wir direkt mal sehen, wie gross unser neues zu Hause sein wird. Wirklich spannend und irgendwie auch verrückt, dass wir „erst jetzt" mal so einen Wohnwagon sehen…aber schlussendlich wurden wir nicht enttäuscht und sind sicher, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. ### Fertigung Noch ein weniger interessanter wurden es dann in der Fertigungsabteilung. Dort wird der Innenausbau gemacht. Wir nahmen die Gelegenheit wahr und schauten die verschiedenen Ausbauten an und bekamen ein paar Tipps für unsere eigene Bemusterung. ## Lastwagenanhänger Was wir nun ebenfalls mal live sehen konnten, war der Unterbau eines Wohnwagons. Anders als bei „kleineren" Tiny Häuser, wird kein Autoanhänger sondern ein LKW Anhänger verwendet. Allerdings ist dieser schlussendlich dann nicht für die Strasse zugelassen. Grundsätzlich könnte man das Haus mit einem Traktor rumfahren aber der Wohnwagon ist nicht für die Strasse gebaut…auch mit knapp 16 Tonnen ein wenig schwer für Ausfahrten. ## Was hets den gerne? Nach der Besichtigung der Häuser gings dann zur eigentlichen Bemusterung. Ich versuch hier mal aufzulisten, was es in so einer Bemusterung alles zu entscheiden gibt (zum Glück ist es nur ein kleines Haus): - Holz für den Boden - Farbe für den Lehmputz - Farbe für den [Tadelakt](https://selbermachen.de/bauen/waende-fassaden/tadelakt-wandgestaltung-mit-kalkputz) (marokanischer Kalkputz in der Dusche) - Art und Farbe der Mosaiksteine für den Duschboden - Art des Lavabos in der Dusche (Naturstein) - Farbe des Holzofens - Kompletter Aufbau der Küche - Schubladen, Türen, Boards usw. - Arbeitsplatte in der Küche - Frontabdeckungen in der Küche - Licht in der Küche - Frontabdeckungen Stauraum unter dem Sofa - Stoff für Matratze vom Sofa - Art und Funktion des Sekretärs - Fenstergrössen und Fensterarten (Bullaugenfenster) - Standorte der Radiatoren - Aufbau Kleiderschrank - Türen, Tablare, Schubladen - Aufbau Schreibtisch - Aufbau von zwei Regalen mit Tablaren und Schubladen - Sonderwünsche Beleuchtung allgemein Klingt nach viel aber wir brauchten schlussendlich nur ein wenig mehr als 2.5h für alle Entscheidungen. Gut auch nur, weil wir uns schon viel damit auseinander gesetzt haben und wahrscheinlich auch keine super, mega, tollen Sonderwünsche hatten. Einzig der Sekretär im Wohnbereich ist eine Sonderanfertigung. Soll es doch zum arbeiten wie aber auch mal hin und wieder zum TV schauen dienen. So verabschiedeten wir uns bereits um knapp 14:00 Uhr wieder und machten uns mit vielen neuen Eindrücken auf den Weg nach Hause bzw. zum Wohnmobil in Pernitz. Jetzt muss „nur" noch ein passender Stellplatz für unser neues zu Hause gefunden werden und dann passt alles. Dazu haben wir aber, mit einer pessimistischen Planung von Wolfgang, noch knapp 12 Monate Zeit. Stand heute ist die Auslieferung auf Mai/Juni 2022 geplant. --- ## Wir sind in der Zeitung: Tiny Häuser interessieren - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/wir-sind-in-der-zeitung-tiny-haeuser-interessieren/ - Datum: 22. Mai 2021 - Tags: aargauer zeitung, interview, villmergen, baugesuch, reichweite - Zusammenfassung: Dank einem Interview mit der Aargauer Zeitung über unsere Situation in Villmergen und das abgewiesene Baugesuch, konnten wir unsere Reichweite erhöhen. Vor ein paar Tagen wurde ich von der Aargauer Zeitung interviewt bezüglich unserer Situation in Villmergen und dem abgewiesenem Baugesuch. Für uns natürlich eine tolle Möglichkeit, ein wenig an Reichweite zu gewinnen und vielleicht den Einen oder Anderen auf unsere Situation aufmerksam zu machen. Solche Möglichkeiten bekommt man nicht allzu oft. Im Bericht wird sehr sachlich beschrieben, was genau passiert. Leider liess sich die Gemeinde selber nur zu einem kurzen Statmente hinreisen. Schade, ich hatte gehofft, sie würden ein wenig ausführlicher erzählen, warum sie so kurzfristig eine Planungszone erliessen. ## Reichweite Nach knapp einer Woche bekamen wir dank des Beitrages bereits zwei Anfragen von Landbesitzern. Was ja schon mal nicht schlecht ist. Nun hoffen wir, dass sich vielleicht die Anzahl der Anfragen noch vergrössert. Wenn nicht, ist dies natürlich auch nicht schlimm, da wir so oder so selber auf Landbesitzer zu gehen. Wer den ganzen Artikel lesen möchte, kann [diesen hier runterladen](https://www.kokomo.house/wp-content/uploads/2021/05/Villmergen-Gemeinde-sagt-Nein-zu-weiteren-Tiny-Häusern-im-Ballygebiet_-Ich-hab-nicht-schlecht-gestaunt-dass-das-nun-plötzlich-nicht-mehr-möglich-sein-soll.pdf) oder [direkt hier online lesen](https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/freiamt/villmergen-gemeinde-sagt-nein-zu-weiteren-tiny-haeusern-im-ballygebiet-ich-hab-nicht-schlecht-gestaunt-dass-das-nun-ploetzlich-nicht-mehr-moeglich-sein-soll-ld.2134648). --- ## Gute Chancen, Bemusterung, Ferien - URL: https://www.kokomo.house/tiny-house/gute-chancen-bemusterung-ferien/ - Datum: 19. Mai 2021 - Tags: tiny house, grundstückssuche, wohnwagon, alchenstorf, mietpreis - Zusammenfassung: "Wir blicken auf unsere Suche nach einem Stellplatz für unser Tiny House: Alchenstorf bot gute Chancen, scheiterte jedoch an der ÖV-Anbindung. Die Suche geht weiter." Die erste Enttäuschung ist vorbei und wir schauen mit Zuversicht nach vorne. Grundstücke für Tiny Häuser sind sehr gefragt aber ich denke nicht, dass das fehlende Bauland das Problem ist, es sind eher die Gemeinden, die diese Wohnform einfach noch nicht kennen. Und wie es der Zufall so wollte, hat Simon aus Alchenstorf unser Inserat auf tutti.ch gesehen und uns angeschrieben. Alchenstorf? Ja, genau…auch wir mussten zu erst Googlen.